Brignoles – Eine kleine Stadt zwischen großen Lavendelfeldern

Die Provence. Ganze Generationen verbinden mit diesem Namen ihren Traum von einem unbeschwerten, fröhlichen Sommerurlaub. Die Provence steht dabei für Sonne und Wärme, für endlose Felder mit duftendem Lavendel und Sonnenblumen, die sich im sanften Wind wiegen. Dazu kommen Menschen, die selbst im Alltag noch ein wenig Zeit lassen, die einen Plausch, ein gutes Essen und ein Glas Wein schätzen. In der Ferne die Côte d’Azur, die mit ihren schicken Badeorten die Reichen und Schönen aus aller Welt anlockt. Und mittendrin immer wieder Dörfer und Städtchen, die mit ihrem Charme und ihrem „Shabby Chic“ stets aufs Neue verzaubern und begeistern. Eines dieser Städtchen ist Brignoles.

Dornröschen lässt grüßen…

Um es gleich vorwegzunehmen: Wer im Urlaub Action braucht, wer Ruhe langweilig und enge Gassen bedrückend findet, der ist in Brignoles am falschen Platz. Auch für ihn hat die Provence sicher das richtige Ziel, Brignoles aber ist es nicht. Denn in dieser Kleinstadt, die fast unmittelbar an der Côte d’Azur liegt, geht es gemächlich zu, geruhsam und entspannt. Das Lebensgefühl hier ist zwar zu hundert Prozent Provence – aber eben in der Provinz. Magnifique!

Gut 16.000 Menschen leben heute in Brignoles, nur ein geringer Teil davon in der historischen Altstadt. Genau wegen dieser Altstadt aber lohnt sich ein Besuch. Die Mauern hier atmen Geschichte, der Gang des Lebens scheint sich zu entschleunigen, in der flirrenden Mittagshitze legt sich fast so etwas wie eine märchenhafte Schläfrigkeit über die Gassen und Plätze. Dornröschen lässt grüßen! Die alte Stadtmauer, auf die man beim Bummel durch die Stadt immer wieder trifft, kennt diese Stimmung seit Jahrhunderten und genauso lange hat sie die Stadt beschützt. Heute ist das nicht mehr nötig und die Mauer zerfällt nach und nach. Die Geschichte der Stadt reicht weit in die Vergangenheit zurück. Davon kündet zum Beispiel ein Portal, das zur Kirche Saint-Sauveur gehört. Es stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist im romanischen Stil erbaut. Die Kirche hat in diesem Ort stets einen großen Einfluss gehabt; davon künden auch noch weitere Sakralgebäude.

…und auch der Herr Graf

Fontaine de Brignoles

Doch bei aller Gottesfürchtigkeit hat es natürlich immer auch eine weltliche Macht und weltliche Freuden gegeben. Brignoles liegt schließlich nicht umsonst im sinnenfrohen Frankreich. Der Adel wusste hier stets zu leben. Wie er wohnte, das kann der Besucher im Palais des Comtes de Provence nachvollziehen, das sich fast punktgenau im Zentrum des Städtchens befindet. Es handelt sich dabei um die alte Residenz der provenzalischen Grafen. Natürlich kann man in der Altstadt auch das Leben im Hier und jetzt genießen. Der Gang durch die engen und manchmal auch sehr steilen Gassen kann anstrengend werden. Das ist die beste Ausrede, um sich in einer kleinen Bar oder einer Patisserie zu erfrischen und zu stärken. Auch die zauberhaften kleinen Läden des Städtchens können in Versuchung führen. Apropos, wie in vielen Orten der Provence ist auch in Brignoles am Mittwoch und am Sonnabend Markt. Das ist ideal, um ein paar typische Souvenirs zu erstehen. Hübsche Säckchen mit Lavendel zum Beispiel, getrocknete Gewürzmischungen „Kräuter der Provence“, handgemachte Seifen, Kerzen, Honig und leuchtend bedruckte Stoffe mit schönen Mustern.

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Einladung zum Ausflug

Brignoles ist ein guter Ausgangspunkt für Tagesausflüge. Von hier aus hat man es weder weit nach Toulon noch nach Nizza. Auch Monaco und selbst San Remo an der Grenze nach Italien lassen sich bewältigen. Wer sich lieber in der Nähe umschaut, der hat ebenfalls die Qual der Wahl. St. Tropez etwa ist nicht weit. Hier tummelt sich im Sommer der internationale Jetset und alle, die gern dazugehören würden. Menschen, die gern von einem gemütlichen Stuhl aus die Welt vorbeiparadieren lassen, sind hier richtig. So viel Reichtum, Schönheit, vorgetäuschter Reichtum und Pseudoschönheit wie in St. Tropez bekommt man so schnell nicht wieder geboten. Nicht ganz so dick aufgetragen wird in Port Grimaud. Der Hafen ist ein Paradies für Bootsliebhaber, aber auch „People Watcher“ kommen hier garantiert auf ihre Kosten.

Das Hinterland bitte nicht vergessen

Nach so viel Trubel ist es vielleicht auch schön, die Côte d’Azur mal Côte d’Azur sein zu lassen und sich ins bergige Hinterland aufzumachen. Die Natur dort ist wildromantisch und lädt zu tollen Wanderungen oder Radtouren ein. In den Naturparks der Region braucht man dafür nicht einmal eine Karte. Die Routen sind bestens ausgeschildert und berücksichtigen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Flussläufe und sogar Seen laden zum Schwimmen und Abkühlen ein. Anschließend noch den Picknickkorb auspacken und einfach nur genießen – wie Gott in Frankreich!