Avignon: Sehenswürdigkeiten, Rundgang und Reisetipps

Avignon in Südfrankreich – beliebte Stadt in der Provence mit mittelalterlichem Flair und Blick auf die Rhône bei sommerlichem Wetter.
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Avignon verbindet den monumentalen Papstpalast, die unvollendete Pont Saint-Bénézet und eine kompakte Altstadt, die sich gut zu Fuß erkunden lässt. Dieser Stadtführer hilft dir, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sinnvoll zu ordnen, einen Rundgang für einen oder zwei Tage zu planen und Tickets, Anreise, Parken, Reisezeit und Unterkunft realistisch einzuschätzen.

Die Stadt liegt im Département Vaucluse in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur am östlichen Ufer der Rhône. Zum UNESCO-Welterbe von Avignon gehört nicht pauschal die gesamte Altstadt, sondern ein genau abgegrenztes Ensemble aus Papstpalast, bischöflichem Komplex und Pont Saint-Bénézet. Der französische Stadtname wird im Deutschen unverändert verwendet.

Avignon ist eine Binnenstadt und kein Badeort am Mittelmeer. Je nach Küstenziel und Verkehr dauert die Autofahrt ans Meer grob eine bis anderthalb Stunden. In der Rhône ist das Baden laut Avignon Tourisme wegen der Strömung verboten; zum Schwimmen verweist die offizielle FAQ auf die städtischen Bäder. Für die historischen Höhepunkte genügt ein voller Tag; mit Museen, Märkten und Zeit am Rhôneufer sind zwei Tage angenehmer. Länger lohnt sich der Aufenthalt, wenn du Avignon als Basis für Ausflüge in die Alpilles, zum Pont du Gard oder in den Luberon nutzen möchtest.

Inhaltsverzeichnis
  1. Lohnt sich Avignon – und wie viel Zeit brauchst du?
  2. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Avignon
  3. Rundgang durch Avignon an einem Tag
  4. Tickets, Preise und City Pass vergleichen
  5. Anreise, Bahnhöfe und Parken
  6. Beste Reisezeit, Wetter und Festival
  7. Essen, Markt und Kosten
  8. Ausflüge ab Avignon
  9. Wo übernachten in Avignon?
  10. Warum Avignon Papststadt wurde

Lohnt sich Avignon – und wie viel Zeit brauchst du?

Avignon lohnt sich besonders für Geschichte, Architektur und Kultur. Papstpalast und Brücke sind außergewöhnliche Einzelziele, doch der eigentliche Reiz entsteht aus den kurzen Wegen zwischen Monumenten, Plätzen, Museen und Rhône. Wer nur ländliche Provence oder einen Strandurlaub sucht, sollte die Stadt eher als Tagesetappe einplanen.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten innerhalb der Stadtmauern liegen nah beieinander. Kopfsteinpflaster, Hitze, Festivalbetrieb und die vielen Treppen im Papstpalast können einen scheinbar kurzen Rundgang dennoch verlängern. Diese Zeitplanung ist daher sinnvoller als eine möglichst lange Besichtigungsliste:

Zeit Realistisches Programm Für wen passend
Halber Tag Papstpalast oder Brücke, Place du Palais und kurzer Altstadtrundgang Zwischenstopp mit klarer Priorität
Ein voller Tag Les Halles, Papstpalast, Kathedrale, Jardin des Doms, Brücke und Altstadt Erstbesuch mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Zwei Tage Kernroute plus Museen, Rue des Teinturiers und ruhiger Abend in der Stadt Kulturinteressierte und Reisende ohne Zeitdruck
Drei Tage oder mehr Avignon plus ein oder mehrere Ausflüge in die Umgebung Fester Standort für einen Provence-Aufenthalt

Für einen ersten Besuch ist ein voller Tag der beste Kompromiss. Zwei Nächte sind sinnvoll, wenn du am Anreise- und Abreisetag nicht hetzen oder auch das abendliche Avignon erleben möchtest.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Avignon

Papstpalast und Pont Saint-Bénézet sind die beiden Wahrzeichen. Danach solltest du nach Interesse wählen: Aussicht und Kathedrale, Kunstmuseen, Markthalle oder das stillere Avignon entlang der Rue des Teinturiers. So bleibt genug Zeit, die Stadt zu erleben, statt nur Eintrittsorte abzuhaken.

Papstpalast: wichtigste Priorität beim Erstbesuch

Papstpalast und Kathedrale Notre-Dame des Doms über den Dächern von Avignon.
Papstpalast und Kathedrale Notre-Dame des Doms über den Dächern von Avignon.

Der Papstpalast ist Teil des klar abgegrenzten UNESCO-Ensembles; die gesamte Altstadt ist nicht als Welterbe ausgewiesen. Der Palais des Papes prägt Avignons Stadtsilhouette und erklärt, warum die Stadt als Papststadt bekannt ist. Der große gotische Palast war im 14. Jahrhundert Machtzentrum der in Avignon residierenden Päpste. Für Innenräume, Höfe und die digitale Vermittlung solltest du deutlich mehr Zeit einplanen als für einen Fotostopp auf dem Place du Palais.

Der Besuch führt über zahlreiche Stufen; die Räume sind weder klimatisiert noch beheizt. Die praktischen Hinweise des Papstpalasts nennen unter anderem Babytragen, Schließfächer und eine nur teilweise barrierefreie klassische Route. In den bemalten Räumen gelten Fotoeinschränkungen.

Pont Saint-Bénézet: die berühmte Brücke von Avignon

Pont d’Avignon (Pont Saint-Bénézet) – Ruine der mittelalterlichen Bogenbrücke in Avignon.
Pont d’Avignon (Pont Saint-Bénézet) – Ruine der mittelalterlichen Bogenbrücke in Avignon.

Von den ursprünglich 22 Bögen der mittelalterlichen Pont Saint-Bénézet sind vier erhalten. Die Brücke endet heute im Fluss, weil sie nach wiederholten Schäden durch die Rhône schließlich nicht mehr vollständig aufgebaut wurde. Beim Besuch gehst du auf die erhaltenen Bögen hinaus und siehst die kleine Kapelle Saint-Nicolas sowie Stadtmauer, Fluss und Île de la Barthelasse aus einer anderen Perspektive.

Die Besichtigung ist kompakter als der Papstpalast. Ein Audioguide ist laut offizieller Brückenseite im Eintritt enthalten. Dort findest du auch die tagesaktuellen Öffnungszeiten und Hinweise zum Aufzug.

Altstadt, Plätze und Rue des Teinturiers

Die Kirche Saint-Agricol in der Altstadt von Avignon.
Die Kirche Saint-Agricol in der Altstadt von Avignon.

Die Place du Palais wirkt monumental, die Place de l’Horloge städtisch und belebt, während die Place Pie mit der Markthalle Les Halles eher zum kulinarischen Alltag gehört. Interessanter als eine starre Liste „schönster Straßen“ ist ein Spaziergang durch verschiedene Viertel: von der Rue de la République zu den kleinen Gassen westlich des Papstpalasts und später zur Rue des Teinturiers.

An der Rue des Teinturiers erinnern Wasserräder und der Canal de Vaucluse an die frühere Textilverarbeitung. Während der Festivalzeit wird das Viertel besonders lebhaft. Außerhalb der Festivalzeit ist es ein ruhigerer Gegenpol zu den großen Monumenten.

Stadtmauer: außen umrunden, einen Abschnitt begehen

Die mittelalterliche Stadtmauer umschließt die Altstadt auf rund 4,3 Kilometern. Du kannst ihr außen zu Fuß oder mit dem Rad folgen; die gesamte Mauerkrone ist jedoch nicht begehbar. Kostenlos zugänglich ist ein Abschnitt in der Nähe der Brücke. Verlauf und Zugang beschreibt die offizielle Seite zur Stadtmauer.

Notre-Dame des Doms und Jardin des Doms

Cathédrale Notre-Dame des Doms in Avignon.
Cathédrale Notre-Dame des Doms in Avignon.

Direkt neben dem Papstpalast steht die romanisch geprägte Cathédrale Notre-Dame des Doms. Oberhalb davon liegt der Jardin des Doms mit Blick über Rhône, Brücke und Umland. Der Garten ist nach Arbeiten wieder teilweise zugänglich. Avignon Tourisme nennt die nächste Bauphase: Von September 2026 bis voraussichtlich Juni 2027 sind partielle Sperrungen möglich. Prüfe deshalb kurz vor deinem Besuch den aktuellen Zugangsstatus des Jardin des Doms.

Museen: mittelalterliche Kunst bis Gegenwart

Das Musée du Petit Palais gegenüber dem Papstpalast konzentriert sich auf mittelalterliche und italienische Malerei. Das Musée Calvet verbindet bildende Kunst, Archäologie und Kunsthandwerk; die Collection Lambert zeigt moderne und zeitgenössische Kunst. Mehrere städtische Museen, darunter Petit Palais und Calvet, bieten ihre Dauerausstellungen kostenlos an, wie die offizielle Übersicht zu kostenlosen Besichtigungen erläutert. Für die Collection Lambert gelten eigene Tarife. So bleibt Avignon auch bei kleinerem Budget gut planbar.

Rundgang durch Avignon an einem Tag

Caféterrasse unter einem großen Baum auf einem Platz in Avignon.
Straßencafés am Place Crillon in Avignon.

Diese Route beginnt morgens am Markt, bündelt die großen Monumente in der Tagesmitte und führt am Nachmittag in ruhigere Straßen. Sie funktioniert ohne Auto und vermeidet unnötige Wege. An einem Montag, wenn Les Halles regulär geschlossen ist, startest du direkt am Place du Palais.

  1. Morgens: Les Halles und Place Pie. Besuche die Markthalle zwischen Dienstag und Sonntag möglichst am Vormittag. Die offiziellen Marktinformationen nennen derzeit eine Öffnung von 6 bis 14 Uhr; montags ist die Halle außerhalb der Festivalzeit geschlossen.
  2. Vormittags: Papstpalast. Gehe über Place de l’Horloge und Place du Palais zum Eingang beziehungsweise zu deinem vorab gebuchten Zeitfenster. Für einen ausführlichen Innenbesuch sind etwa zwei Stunden eine realistische Planungsgröße, keine garantierte Besuchsdauer.
  3. Mittags: Kathedrale und Jardin des Doms. Verbinde beide Ziele direkt mit dem Palast. Prüfe während der Bauphase vorher, welche Gartenbereiche offen sind.
  4. Früher Nachmittag: Pont Saint-Bénézet. Der Weg führt bergab zur Stadtmauer und Brücke. Bei wenig Zeit reicht alternativ der Blick vom Ufer; der Eintritt lohnt sich vor allem für Perspektive und Geschichte.
  5. Später Nachmittag: Altstadt oder Museum. Wähle entweder Musée du Petit Palais beziehungsweise Musée Calvet oder gehe über Place de l’Horloge und Rue des Lices zur Rue des Teinturiers.
  6. Abend: Place Pie oder Place Crillon. Entscheide nach Unterkunftslage und Atmosphäre. Während des Festivals solltest du für Wege und Restaurantwahl mehr Puffer einplanen.

Bei einem zweiten Tag ergänzt du ein Kunstmuseum, den vollständigen Spaziergang entlang der Stadtmauer und Zeit auf oder gegenüber der Île de la Barthelasse. Villeneuve-lès-Avignon liegt zwar direkt auf der anderen Rhône-Seite, gehört geografisch aber zum Département Gard und zur Region Occitanie, nicht zur Provence-Alpes-Côte d’Azur.

Tickets, Preise und City Pass vergleichen

Für Papstpalast und Brücke gibt es Einzelkarten sowie ein Kombiticket. Der Avignon City Pass ist nicht automatisch die günstigste Wahl: Wenn du ausschließlich diese beiden Monumente besichtigst, kostet das offizielle Kombiticket weniger als der 24-Stunden-Pass. Der Pass wird erst interessant, wenn weitere enthaltene Leistungen zu deinem Plan passen.

Die folgende Übersicht basiert auf den aktuellen Betreiberangeboten und der City-Pass-FAQ, geprüft am 25. August 2026. Preise und Öffnungszeiten können sich ändern; maßgeblich sind die Tarifseite des Papstpalasts, die offizielle Seite der Pont Saint-Bénézet und die offizielle City-Pass-FAQ.

Option Regulär Wann sinnvoll
Papstpalast und Gärten 16 € Wenn du nur das wichtigste Monument von innen sehen möchtest
Pont Saint-Bénézet 6 € Für Brückengeschichte und Aussicht auf Rhône und Stadt
Kombi Palast, Gärten und Brücke 19,50 € Beste Standardwahl, wenn du beide Monumente besuchen willst
City Pass 24 Stunden 24 € Wenn du zusätzlich weitere enthaltene Leistungen nutzt
City Pass 48 Stunden 32 € Für zwei dichtere Besichtigungstage mit mehreren Pass-Leistungen

Für Ermäßigungen, Kinderpreise und aktuelle Inklusivleistungen gelten die Bedingungen auf den offiziellen Seiten. Die Dauerausstellungen mehrerer städtischer Museen sind ohnehin kostenlos; rechne diese deshalb nicht als vermeintliche Pass-Ersparnis ein.

Transparenzhinweis: Die nachfolgend als Werbelink gekennzeichneten Buchungslinks sind Affiliate-Links. Wenn du darüber buchst, kann Provence-Info eine Provision erhalten; für dich ändert sich der Preis nicht.

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Anreise, Bahnhöfe und Parken

Avignon ist per Bahn besonders einfach erreichbar. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Avignon TGV außerhalb des Zentrums und Avignon Centre direkt südlich der Stadtmauer. Regionalzüge verbinden beide Stationen laut aktueller SNCF-Verbindungsauskunft direkt in etwa fünf Minuten; plane dennoch Umstiegs- und Wartezeit ein.

Mit dem Zug ins Zentrum

Wenn dein Fernzug in Avignon TGV endet, ist der TER nach Avignon Centre meist die klarste Weiterfahrt. Vom Bahnhof Centre erreichst du die Porte de la République in wenigen Minuten zu Fuß. Prüfe für deinen Reisetag den konkreten Fahrplan, weil Takt und Betriebszeiten variieren.

Mit dem Auto: Park-and-ride nutzen

Innerhalb der Mauern ist ein Auto eher hinderlich. Die offiziellen Park-and-ride-Plätze Parking des Italiens und Parking de l’Île Piot bieten kostenlose Pendelverbindungen in Richtung Zentrum; Kapazität, Betriebszeit und Fahrzeughöhen solltest du tagesaktuell auf der offiziellen Parkübersicht von Avignon prüfen. Für Wohnmobile und Fahrzeuge über 1,90 Meter gelten besondere Zufahrts- und Stellplatzregeln.

Wer nur die Stadt besucht, braucht keinen Mietwagen. Für mehrere ländliche Ziele an einem Tag kann er dagegen Zeit sparen; Auswahlkriterien, Abholung und Versicherungsfragen erklärt der Ratgeber zum Mietwagen in der Provence.

Mit dem Flugzeug

Der nahe Flughafen Avignon-Provence hat derzeit keinen regulären Linienflugverkehr. Für eine Fluganreise kommen je nach Route vor allem Marseille, Nîmes oder Montpellier infrage; danach brauchst du Bahn, Bus oder Mietwagen. Verbindungen ändern sich, deshalb solltest du die Optionen für deinen Reisetag über die offiziellen Anreiseinformationen und den jeweiligen Betreiber prüfen.

Zu Fuß, mit Kindern und bei eingeschränkter Mobilität

Das historische Zentrum ist grundsätzlich gut zu Fuß zu erkunden. Nicht jede Strecke ist jedoch bequem: Es gibt Kopfsteinpflaster, Steigungen zum Papstpalast und Jardin des Doms sowie viele Palasttreppen. Für Familien ist eine Babytrage im Palast oft praktischer als ein Kinderwagen. Bei eingeschränkter Mobilität solltest du vorab direkt beim Palast klären, ob die Komfort-Route verfügbar und für deinen Bedarf geeignet ist; sie ist nicht mit vollständiger Barrierefreiheit gleichzusetzen. Prüfe außerdem den aktuellen Betrieb des Brückenaufzugs.

Achte besonders im Festivalgedränge und an Bahnhöfen auf deine Wertsachen, nutze nachts beleuchtete Wege und kläre den Rückweg, wenn deine Unterkunft außerhalb der Stadtmauer liegt.

Beste Reisezeit, Wetter und Festival

Pont Saint-Bénézet vor dem Papstpalast am Rhôneufer von Avignon.
Pont Saint-Bénézet vor dem Papstpalast am Rhôneufer von Avignon.

Für Besichtigungen sind Frühling und früher Herbst meist angenehmer als der Hochsommer: Die Tage sind lang genug, doch Hitze und Andrang fallen oft geringer aus. Der Juli ist die richtige Wahl, wenn das Festival selbst dein Reisegrund ist. Dann sind Altstadt, Unterkünfte und Gastronomie besonders stark ausgelastet. Im Winter ist Avignon ruhiger, allerdings mit kürzeren Öffnungszeiten und kühleren Mistral-Tagen.

Im Sommer können Steinflächen und wenig beschattete Wege die Hitze verstärken. Lege Papstpalast und Markt auf den Vormittag, trinke ausreichend und plane am Nachmittag Innenräume oder eine Pause ein. Der Mistral kann zu jeder Jahreszeit deutlich spürbar sein. Eine überregionale Einordnung bietet der Ratgeber zur besten Reisezeit für die Provence; eine Live-Wettervorhersage ersetzt er nicht.

Festival d’Avignon und Festival Off

Straßenvorführung mit Publikum beim Festival Off in Avignon.
Straßenvorführung mit Publikum beim Festival Off in Avignon.

Im Juli wird Avignon zur Theaterstadt. Das kuratierte Festival d’Avignon und das umfangreiche Festival Off bespielen Höfe, Theater und temporäre Bühnen. Programme, Spielorte und Termine wechseln jedes Jahr; verbindlich sind nur die aktuellen Angaben des Festival d’Avignon und des Festival Off.

Auch ohne Vorstellung verändert das Festival den Besuch: Straßen sind voller, Plakate prägen die Altstadt, spontane Restaurantplätze werden knapper und ruhige Rundgänge schwieriger. Buche die Unterkunft früh, wenn du gezielt in dieser Zeit reist. Wer Monumente und Museen in gelassenerem Tempo sehen möchte, wählt besser einen anderen Monat.

Essen, Markt und Kosten

Avignon muss nicht teuer sein, kann es aber während des Festivals und in unmittelbar touristischen Lagen werden. Kosten lassen sich gut steuern: kostenlose Dauerausstellungen nutzen, das Kombiticket statt zweier Einzelkarten wählen, mittags auf Markt- oder Tagesangebote achten und eine Unterkunft außerhalb der teuersten Julitage buchen.

Les Halles ist die sinnvollste erste Adresse für regionale Produkte und einen Eindruck vom kulinarischen Alltag. Als lokale Süßwarenspezialität gilt die Papaline, eine Praline aus Schokolade und Origan-du-Comtat-Likör. Daneben prägen Oliven, Ziegenkäse, Kräuter und saisonales Gemüse die Küche der Region; Avignons Angebot verbindet Stadt, Rhône und das weitere Vaucluse.

Rund um Place Pie findest du viele Lokale, während Seitenstraßen abseits von Place de l’Horloge oft mehr Ruhe bieten. Prüfe Speisekarte und Preise vor dem Platznehmen. Eine volatile Bestenliste einzelner Restaurants wäre weniger hilfreich als die Wahl nach Lage, Öffnungstag und gewünschtem Preisniveau.

Ausflüge ab Avignon

Avignon ist ein guter Ausgangspunkt, weil mehrere sehr unterschiedliche Ziele erreichbar sind. Entscheide nicht nur nach Entfernung, sondern auch nach Verkehrsmittel: Pont du Gard, kleine Orte in den Alpilles und ländliche Luberon-Routen sind mit dem Auto meist einfacher erreichbar; nach Arles und Nîmes kannst du gut mit der Bahn fahren.

Blick über Ziegeldächer und einen Kirchturm auf eine weite, grüne Ebene in der Provence.
Blick über die Dächer von Saint-Rémy-de-Provence ins Umland.

Die tatsächliche Fahrstrecke nach Saint-Rémy-de-Provence hängt von deinem Ausgangspunkt in Avignon und der gewählten Route ab. Plane sie deshalb mit einer aktuellen Navigation statt allein mit einer pauschalen Kilometerangabe.

  • Pont du Gard: römisches Aquädukt und Landschaftserlebnis; für einen halben bis ganzen Ausflug.
  • Saint-Rémy-de-Provence und Les Baux-de-Provence: zwei kontrastreiche Ziele in den Alpilles, gut kombinierbar mit Auto oder organisierter Tour.
  • Arles: römisches Erbe und eigenständige Altstadt; nicht nur als kurzer Zusatzstopp behandeln.
  • Nîmes: Arena, Maison Carrée und ein stärker römisch geprägter Stadttag.
  • Luberon: sinnvoll, wenn Dörfer und Landschaft wichtiger sind als eine weitere Stadt; für mehrere Stopps ist ein Auto meist praktischer.

Wenn du nicht selbst fahren möchtest, kommen geführte Stadt-, Food-, Wein- oder Tagesausflüge infrage. Prüfe bei jedem Angebot Startpunkt, Dauer, Sprache, enthaltene Eintritte und Rückkehrzeit.

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Für eine Reise mit mehreren Ortswechseln hilft der Ratgeber zur Provence-Rundreise, Übernachtungsorte und Fahrstrecken realistisch zu verbinden. Die Provence-Karte erleichtert die geografische Einordnung der Ziele.

Wo übernachten in Avignon?

Die beste Lage hängt davon ab, ob du maximale Nähe, eine einfache Bahnanreise oder einen ruhigeren Ausgangspunkt suchst. Innerhalb der Stadtmauern sind fast alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichbar. Nahe Avignon Centre und Porte de la République ist die An- und Abreise besonders bequem; rund um Place du Palais bist du zentraler, aber stärker im touristischen Geschehen.

Wie belebt der Place Crillon am Abend tatsächlich ist, hängt stark von Wochentag, Saison und Festivalprogramm ab.

Lage Stärke Beachten
Intra-muros Kurze Wege zu Monumenten, Plätzen und Restaurants Festivaltrubel, Zufahrt und Parken
Nähe Avignon Centre Bequeme Bahnanreise und schneller Altstadtzugang Zum Papstpalast etwas längerer Fußweg
Île de la Barthelasse Mehr Abstand zum dichten Zentrum Verbindung, Saisonbetrieb und Rückweg abends prüfen
Villeneuve-lès-Avignon Eigenständiger historischer Ort gegenüber von Avignon Liegt in Occitanie; tägliche Verbindung vorab klären

Für einen kurzen Erstbesuch ohne Auto ist eine Unterkunft innerhalb der Mauern oder nahe Avignon Centre am praktischsten. Prüfe im Juli nicht nur den Preis, sondern auch Stornobedingungen, Klimatisierung und mögliche nächtliche Lärmbelastung.

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Warum Avignon Papststadt wurde

Avignons bekannteste historische Phase begann 1309, als Papst Clemens V. den päpstlichen Hof in die Region verlegte. Sieben Päpste residierten bis 1377 in Avignon. Der monumentale Palast entstand als Residenz, Verwaltungszentrum und Festung – deshalb ist er weit mehr als eine große Kirche. Die UNESCO beschreibt Bedeutung und Umfang des historischen Ensembles.

Die Stadt gehörte während dieser Epoche nicht einfach zu Frankreich. 1348 ging Avignon in päpstlichen Besitz über und blieb es bis zur Französischen Revolution; 1791 wurde die Stadt Frankreich angegliedert. Diese politische Sonderstellung erklärt die starke religiöse und administrative Prägung, die im Papstpalast, in Kirchen und Sammlungen bis heute sichtbar ist.

Die Brücke wurde berühmt, weil sie im Mittelalter eine wichtige Rhônequerung war und später als unvollendetes Bauwerk sowie durch das Lied „Sur le pont d’Avignon“ zum Symbol der Stadt wurde. Heute stehen Palast, bischöfliches Ensemble und Brücke gemeinsam für die historische Bedeutung Avignons – und bilden den Kern eines Besuchs, ohne dass die übrige Stadt auf diese drei Monumente reduziert werden sollte.