Draguignan – Einfallstor zu einem Urlaub voller natürlicher Poesie

Wer einen Urlaub an der Côte d’Azur plant, der träumt von langen Stränden, von Brandung und von schicken kleinen Küstenorten, in dem sich der internationale Jetset trifft. Das alles kann man tatsächlich haben, darüber hinaus aber noch viel mehr. Die Côte d’Azur hat nämlich ein landschaftlich wunderschönes Hinterland, das es unbedingt zu entdecken gilt. Ein perfekter Ausgangspunkt, um diese attraktiven Ziele zu erkunden, ist das Städtchen Draguignan. Mit seinen knapp 40.000 Einwohnern und einer Geschichte, die bis zum Römischen Reich zurückreicht, ist Draguignan allerdings auch selbst durchaus eine Reise wert. Vielleicht verbinden Sie einfach beides? Sie werden Ihren Urlaub in der Provence damit um unvergessliche Momente bereichern.

Stillgestanden! Draguignan und das Militär

Die Ursprünge mögen bis ins antike Rom zurückreichen, doch in der Gegenwart ist Draguignan vom Militär geprägt. In der Stadt unterhält das französische Heer nicht nur eine seiner größten Garnisonen, sondern hat auch seine wichtigsten Militärschulen dort angesiedelt. Hier werden Infanteristen und Artilleristen auf ihre berufliche Laufbahn vorbereitet. Um den größtmöglichen Synergieeffekt zu erzielen, gibt es in der Stadt zudem zwei weitere wichtige Militärbasen. Eine dient Verteidigungszwecken, die zweite ist eine Versorgungsbasis mit riesigem Materiallager. Auch Mitglieder der Bundeswehr leben und arbeiten in Draguignan. Sie gehören einem deutschen Heeresverbindungsstab an, der die deutsch-französische Zusammenarbeit in militärischen Fragen koordiniert. Es wäre übertrieben zu behaupten, dass die Stadt vom Militär geprägt ist. Einen gewissen Einfluss auf das Bild und auf die Atmosphäre der Stadt kann man aber nicht leugnen.

Auf geht’s zum Stadtbummel

Draguignan

Bevor man sich von Draguignan aus ins Hinterland aufmacht, sollte man der Stadt mindestens einen ausgedehnten Bummel gönnen. Aber auch eine Übernachtung würde sich hier lohnen: Dann könnte die eine oder andere Sehenswürdigkeit ausführlicher besucht und auch das lebendige Alltagsleben der Stadt entspannter genossen werden. Eine gute erste Station könnte das Volkskundemuseum (15, r. Joseph Roumanille) sein. Die Ausstellung zeigt, wovon man in der Provence vor dem Tourismus gelebt hat und zum Teil bis heute noch lebt. Hier haben die traditionellen Methoden der Landwirtschaft ihren Platz, hier wird gezeigt, wie Olivenöl gepresst und Korken hergestellt werden. Auch althergebrachte Handwerkskünste und Gegenstände des Alltags bereiten den Besucher auf die Provence vor. Kirchensilber, Wohnmöbel, dazu Infos über Sitten und Gebräuche der Region, runden die Ausstellung ab.

Danach darf es gern wieder raus ins Freie, in das schöne Licht der Côte d’Azur gehen. Wenn es nicht gerade Mittwoch- oder Samstagvormittag ist, dann bietet sich jetzt eine Ruhepause auf dem Marktplatz (Place du Marché) an. Die hohen Platanen spenden Schatten und man kann sich bei einem kühlen Drink erfrischen. An den besagten Tagen wandelt der Platz sein Gesicht völlig. Dann ist nämlich Markt und somit wirklich Jubel, Trubel, Heiterkeit. Die Qualität der Waren ist unterschiedlich. Es gibt Preiswertes, das die Einheimischen für ihre alltäglichen Bedürfnisse kaufen. Es gibt aber auch Stände mit Waren, die für die Provence typisch sind und die man gern als Souvenir mit nach Hause nimmt. Getrockneten Lavendel zum Beispiel, handgemachte Seifen, Gewürzmischungen und wunderschön bedruckte Stoffe in leuchtenden Farben.

Weitere lohnende Ziele auf dem Stadtbummel: Die Rue de l’Observance. Hier stehen die ältesten Häuser der Stadt, die im 15. und 16. Jahrhundert dem Adel und dem gehobenen Bürgertum gehörten. Die Rue de la Juiverie. Hier steht noch die Fassade einer alten Synagoge. In Draguignan gab es einst ein jüdisches Getto. Der Uhrturm in der Rue de l‘ Horloge. Der Besuch lohnt sich vor allem wegen des schönen Ausblicks.

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Und jetzt ab in den Naturpark Verdon

Von Draguignan aus ist man im Handumdrehen im Naturpark Verdon. Tatsächlich gilt die Stadt sogar als idealer Zugangsort zu der wunderschönen Landschaft. Hier stehen neben dem Naturgenuss sportliche Aktivitäten im Vordergrund. Um den Park wirklich in seinem vollen Potenzial erleben zu können, muss man ihn entweder erwandern oder eine Radtour machen. Das ist übrigens das ganze Jahr über möglich und auf verschiedenstem Niveau. Geübte Wanderer, die gern auch mal eine Herausforderung bewältigen möchten, finden hier ebenso Touren wie Familien, die mit Kindern unterwegs sind und eher einen längeren Spaziergang unternehmen möchten.

Im Park erwarten den Besucher aber nicht nur Hügel, Wälder und Weisen, sondern vor allem Wasser. Gleich mehrere Flussläufe sowie eine Kette von fünf Seen laden wirklich zu jeder Wassersportart ein, die man sich im Sommer nur vorstellen kann. Ob im oder auf dem Nass – kein Wunsch bleibt unerfüllt. Nur Motorboot fahren ist hier nicht erwünscht. Wer mag, bringt sich sein eigenes Picknick mit und genießt einen Tag in der Provence wie im Bilderbuch.