Grotte de Baume Obscure – Auf eigene Faust in den französischen Untergrund

Nur mit einer Taschenlampe bewaffnet ein unterirdisches Höhlensystem erforschen? Was in der „Grotte de baume obscure“ tatsächlich möglich ist, wird dem einen Schrecken einjagen, beim anderen die Abenteuerlust wecken. Zu welcher Gruppe ein Besucher auch gehören mag: Die Taschenlampe ist nur für Notfälle da, denn die Höhe ist beleuchtet – wenn auch nur schwach!

Wahr aber ist, dass man wirklich ohne Führer in das Grottensystem eingelassen wird und eine surreale Welt in bis zu 80 Meter Tiefe auf eigene Faust erkunden kann. Wo genau dieses ungewöhnliche Urlaubserlebnis zu haben ist? Die Höhle liegt in der Provence im Département Alpes-Maritimes ganz in der Nähe von Grasse. Dort die Ausfallstraße D6085 in Richtung Norden nehmen und nach Saint Vallier de Thiey fahren. Die Anfahrt von dort erfolgt über den „Chemin de Sainte Anne“; die Fahrt sollte insgesamt nicht länger als etwa 20 Minuten dauern.

Mit Lichteffekten und Musik durchs Höhlenlabyrinth

Das System der „dunklen Höhle“, wie die Grotte de baume obscure übersetzt heißt, umfasst insgesamt neun unterirdische Säle verschiedener Größe. Drei von ihnen sind miteinander verbunden; die Höhlen „Cypress“, „Loube“ und „Services“. Wollte man sie alle drei durchmessen, müsste man 1200 Meter zurücklegen. Für die selbstgeführte Tour allerdings sind „nur“ 700 Meter mit Treppen, Brücken, Geländern und Halteseilen an den Wänden ausgerüstet worden. Bewegungsmelder sorgen dafür, dass der Weg beleuchtet ist und die unterirdischen Attraktionen ausgiebig bewundert werden können. Es ist ein ausgeklügeltes technisches System, das den individuellen, führerlosen Besuch der Höhlen ermöglicht. Es beinhaltet neben der Beleuchtung auch Erläuterungen zu dem Grottensystem und eine stimmungsvolle Musik, die eigens für diese Tour komponiert wurde. Allerdings, Technik kann auch mal ihre Tücken haben. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass das Licht erlischt, wenn sich ein Besucher länger als vorgesehen an einem bestimmten Punkt aufhält. Damit dann auf keinen Fall Panik einsetzt, wird jeder am Eingang mit einer robusten Taschenlampe ausgerüstet. Das gesamte Höhlensystem ist zudem mit Videokameras und Notruftelefonen ausgestattet.

Der Normalfall aber ist selbstverständlich anders. Dabei werden einige Highlights der etwa einstündigen Tour mit dramatischen Lichteffekten in Szene gesetzt. Ob Gesteinsformationen oder Wasserfälle – dank dieser „Sound and Light Show“ bleibt der Besuch garantiert unvergessen. Manchmal grenzt die Inszenierung allerdings ein wenig ans Kitschige, zum Beispiel dann, wenn kleinere Wässerläufe mit fluoreszierender Farbe versetzt werden. Aber über Geschmack kann man nicht streiten und der Besuch lohnt sich (dennoch) allemal. Das gilt auch für Kinder, vorausgesetzt, sie können bereits sicher laufen und sind in Begleitung Erwachsener.

Praktische Hinweise zum Höhlenbesuch

Bei einem unterirdischen Höhlensystem muss man – logisch – in die Tiefe. Im Fall der „dunklen Höhle“ geht es insgesamt rund 80 Meter abwärts. So abwechslungsreich der Weg optisch auch ist, von der Temperatur her ist er eher konstant. Ob Sommer oder Winter, in der Höhle herrschen15 Grad Celsius. Darauf sollten Besucher sich bezüglich der Kleidung darauf einstellen. Sehr wichtig ist auch das richtige Schuhwerk. Da es auf dem Weg manchmal unerwartet feucht bis nass werden kann, wird von der Höhlenverwaltung zu festen Schuhen geraten. Falls Provence-Urlauber mit dem Hund unterwegs sind, sollte das Tier ruhig zu den Grotten mitgenommen werden. Kleinere Hunde dürfen bei niedriger Besucherfrequenz mit hinein. Mittlere und große Vierbeiner bleiben am Eingang und werden dort vom Personal betreut. Übrigens, wenn mindestens zehn Personen zusammenkommen und im Voraus gebucht wird, dann kann man die Höhlen auch mit einem geologisch geschulten Führer besuchen. Statt einer Stunde sollte dann eine Dauer von 90 Minuten einkalkuliert werden.

Grotte de baume obscure in aller Kürze

  • Das Höhlensystem befindet sich etwa 20 Autominuten von Grasse entfernt in Saint Vallier de Thiey
  • Besucher erforschen die Höhle auf eigene Faust auf einem vorgegebenen Weg, Dauer ca. eine Stunde
  • Lichteffekte und eine eigens komponierte Musik erzielen dramatische Effekte zwischen Gesteinsformationen und Wasserfällen
  • In der Höhle herrschen das ganze Jahr über konstant 15 Grad Celsius
  • Festes Schuhwerk ist erforderlich