20 Dinge, die Sie vor einem Besuch in Marseille wissen sollten

Marseille ist ein Schmelztiegel der Kulturen und wird bereits seit seiner Gründung im Jahr 600 vor Christus von seinem Hafen geprägt. Es ist ein Ort, der die Annehmlichkeiten der Großstadt mit der Geselligkeit eines Fischerdorfes verbindet. Es ist eine Stadt, die von den Einheimischen geliebt oder gehasst und von Touristen wegen der ihr nachgesagten Kriminalitätsrate oft gemieden wird. Zu Unrecht. Denn auch wenn Marseille kaum monumentale Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, so besticht die Großstadt doch durch die einfachen Dinge. Straßenkunst und schöne Terrassen im Freien zum Beispiel.

Inhaltsverzeichnis
1) Achten Sie auf die Wettervorhersage | 2) Beschränken Sie sich nicht nur auf den Vieux Port | 3) Packen Sie gutes Schuhwerk ein | 4) Machen Sie sich Gedanken über Ihr Transportmittel | 5) Blamieren Sie sich beim Pastis bestellen nicht | 6) Essen Sie eine Pizza in Marseille | 7) Statten Sie der „Guten Mutter“ einen Besuch ab | 8) Sparen Sie sich die Bouillabaisse | 9) Speisen Sie in Noailles | 10) Gehen Sie einkaufen wie im Jahr 1827 | 11) Unternehmen Sie einen Spaziergang durch Fort Saint-Jean | 12) Erleben Sie die Calanques | 13) Beschäftigen Sie sich mit arabischer Architektur | 14) Lassen Sie sich in einem klassischen Hammam verwöhnen | 15) Genießen Sie die Apéro-Zeit | 16) Feuern Sie die Heimmannschaft an | 17) Entspannen Sie am Strand | 18) Steigen Sie auf die Dächer | 19) Erkunden Sie das Quartier Nord | 20) Nehmen Sie sich Zeit

Wir haben hier einige Tipps für Sie zusammengestellt, die Sie unbedingt berücksichtigen sollten, wenn Sie eine Reise nach Marseille planen.

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1) Achten Sie auf die Wettervorhersage

Wenn das Windsymbol in Ihrer Wetter-App auftaucht, sollten Sie nicht nur mit einer leichten Brise rechnen. Es bezeichnet vielmehr die Warnung vor dem legendären Mistralwind aus dem Norden, der im Winter für Kälte bis in die Knochen sorgt und im Sommer ordentlich Staub aufwirbelt. Davon abgesehen erwartet Sie in Marseille aber bei 300 Sonnentagen im Jahr tolles Wetter. Die Winter sind gemäßigt in der Gegend, es fällt nur selten Schnee. Mit Niederschlägen ist vor allem in den Monaten November, Februar und März zu rechnen.

Achtung: Einige Restaurants und Geschäfte sind im Winter geschlossen.

2) Beschränken Sie sich nicht nur auf den Vieux Port

Das weithin sichtbare Wahrzeichen Marseilles, die Kirche Notre-Dame de la Garde, thront über dem alten Hafen.

Das weithin sichtbare Wahrzeichen Marseilles, die Kirche Notre-Dame de la Garde, thront über dem alten Hafen.

Marseille ist zwar nur die zweitgrößte Stadt Frankreichs, weist aber doppelt so viel Fläche wie Paris auf. Die Stadt ist in einzelne Viertel unterteilt, die der Großstadt den Namen „Stadt der 111 Dörfer eingebracht haben“. Jedes dieser Viertel hat seine ganz eigene Atmosphäre und es lohnt sich, nicht nur das Stadtzentrum rund um den Vieux Port zu erkunden, sondern zum Beispiel auch Vauban, Longchamp, Chave oder die lebhafte Barszene am Cours Julien. Nichtsdestotrotz ist der alte Hafen ein hervorragender Ausgangspunkt, um die Stadt zu erkunden.

3) Packen Sie gutes Schuhwerk ein

Wer die Stadt richtig erleben möchte, erkundet sie am besten zu Fuß. Packen Sie dafür unbedingt feste Schuhe ein, mit denen Sie auch gut laufen können. Denn der Weg durch Marseille führt über Kopfsteinpflaster, Hügel und Treppen, die Muskelkater in den Oberschenkeln versprechen. Aber die Mühe lohnt sich, versprochen.

4) Machen Sie sich Gedanken über Ihr Transportmittel

Da es sich bei Marseille um eine Großstadt handelt, die sich noch dazu über eine große Fläche erstreckt, lassen sich natürlich nicht alle Wege zu Fuß bewältigen. Sie sollten sich daher frühzeitig Gedanken darüber machen, wie Sie in Marseille von A nach B kommen möchten. Die Stadt verfügt über ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrssystem mit Bus-, U-Bahn- und Straßenbahnlinien, die auch nachts verkehren. Eine Alternative bieten die Fahrräder (LeVélo), Elektroroller und Roller, die man mieten kann. Natürlich kann Marseille auch mit dem Mietwagen erkundet werden. Wer mit dem Taxi fahren möchte, sollte Uber oder der französischen Heetch den Vorzug geben.

5) Blamieren Sie sich beim Pastis bestellen nicht

Das französische Kultgetränk Pastis ist ein Klassiker, den man bei einem Urlaub in Südfrankreich unbedingt einmal probieren sollte. Achten Sie aber unbedingt darauf, nicht einfach nur „Pastis“ zu bestellen, sondern den Namen der Spirituose mit Anis-Geschmack zu verwenden. Am häufigsten sind die Marken Ricard und 51. Eine Abwandlung ist der Petit Jaune. Dieser wird mit kaltem Wasser getrunken, wobei fünf Teile Wasser mit einem Teil Pastis gemischt werden.

6) Essen Sie eine Pizza in Marseille

Pizza in Südfrankreich? Wir sind doch hier nicht in Italien. Nicht ganz, aber die Pizza ist nichtsdestotrotz ein fester Bestandteil der Ernährung in Marseille, wobei die Pizza mit Sardellen als der Klassiker schlechthin gilt. Um lecker Pizza essen zu gehen, eignen sich zum Beispiel das Chez Sauveur oder das La Bonne Mère. Oder Sie genießen einfach ein Stück Charly-Pizza auf dem Weg.

7) Statten Sie der „Guten Mutter“ einen Besuch ab

Die Notre-Dame de la Garde ist eine Marien-Wallfahrtskirche in Marseille.

Die Notre-Dame de la Garde ist eine Marien-Wallfahrtskirche in Marseille.

Inoffizielle Hüterin der Stadt, meistbesuchtes Monument und höchster Punkt von Marseille. Das ist die römisch-byzantinische Basilika Notre-Dame de la Garde, die einen wunderschönen 360-Grad-Blick über Marseille und die Umgebung der Stadt bietet. Ein perfekter Ort, um sich einen Überblick über die Großstadt zu verschaffen.

8) Sparen Sie sich die Bouillabaisse

Die berühmte Fischsuppe von Marseille gilt eigentlich als Muss im Urlaub. Allerdings ist sie mittlerweile unglaublich teuer, was im Widerspruch zu ihrem Ursprung als bescheidener Eintopf steht. Die Einheimischen kochen und essen sie auch selten. Wir würden Ihnen empfehlen, auf die Fischsuppe zu verzichten und stattdessen die vielen anderen Fischspezialitäten der Stadt zu genießen. Sie möchten auf die Bouillabaisse nicht verzichten? Dann empfehlen wir Ihnen als Restaurant das Chez Michel.

9) Speisen Sie in Noailles

Marseille ist ein Schmelztiegel der Kulturen und hat viele kulinarische Spezialitäten zu bieten. Probieren Sie tunesische Lelebi im Chez Yassine, testen Sie libanesische Pita-Sandwiches oder genießen Sie algerische Datteln mit Bradje am Stand gegenüber von Saladin. In den Straßen von Noailles vor allem entlang der Rue d’Aubagne und der Rue du Longue des Capucins erwartet Sie eine kulinarische Erlebnisreise, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

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10) Gehen Sie einkaufen wie im Jahr 1827

Sie haben einen Hang zur Nostalgie? Dann sollten Sie sich unbedingt einmal die altehrwürdigen Geschäfte der provenzalischen Großstadt ansehen. Das älteste Eisenwarengeschäft Frankreichs, Maison Empereur, besteht schon seit zwei Jahrhunderten und auch die Caverne d’Ali Baba wird bereits in der 7. Generation betrieben. Und wenn Sie schon einmal dabei sind, sollten Sie unbedingt auch Père Blaize einen Besuch abstatten. Der Kräuterexperte versorgt bereits seit 1815 die Bürger Marseilles mit Tees und Tinkturen.

11) Unternehmen Sie einen Spaziergang durch Fort Saint-Jean

Fort Saint-Jean, die Festung aus dem 17. Jahrhundert, scheint auf den ersten Blick Marseille zu schützen. Sieht man aber genau hin, sieht man schnell, dass die Kanonen des Monuments in Richtung der Stadt zeigen und nicht von dieser weg. Denn die Festung diente Ludwig XIV. einst dazu, sein Regime vor lokalen Aufständen zu schützen. Zudem war die Festung einst die letzte Station für die Rekruten der französischen Fremdenlegion auf dem Weg zur Grundausbildung in Algerien. Heute lädt Fort Saint-Jean dazu ein, seine Innenräume und seinen riesigen Garten zu besichtigen, in dem zahlreiche Pflanzen zu finden sind. Darunter auch Cannabis sativa, die Hanfpflanze, die zur Herstellung von Seilen für die Schifffahrt diente und der die Hauptstraße der Stadt, la Canebière, ihren Namen verdankt.

12) Erleben Sie die Calanques

Das Massif des Calanques ist auf 20 Kilometern Länge zwischen Marseille und Cassis zu bestaunen.

Das Massif des Calanques ist auf 20 Kilometern Länge zwischen Marseille und Cassis zu bestaunen.

Die Calanques sind Südfrankreichs Version der norwegischen Fjorde und einfach ein einzigartiger Ort, den man bei einem Besuch in der Provence gesehen haben muss. Der Großteil des Nationalparks ist nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar, wobei das Wandern von Juli bis September oft nicht möglich ist, weil die Wege gesperrt sind. Packen Sie am besten ein Picknick ein und nehmen Sie den Bus nach Luminy. Von dort aus können Sie zu einer 45-minütigen Wanderung zur Calanque de Sugiton aufbrechen und dann mit dem Boot eine der schönen Buchten anfahren. Eine Alternative ist die Wanderung zum Restaurant Chez les Belges in der Calanque de Marseilleveyre. Nehmen Sie hier unbedingt Bargeld mit. Im Restaurant ist keine Kartenzahlung möglich.

13) Beschäftigen Sie sich mit arabischer Architektur

Das Museum der europäischen und mediterranen Zivilisationen, kurz Mucem, wirkt futuristisch. Jedoch wurde seine Gestaltung stark von der arabischen Architektur der Antike beeinflusst, weshalb die terrassenförmigen Gänge an ein mesopotamisches Zikkurat und das Äußere an ein Mashrabiya erinnern. Der beste Blick eröffnet sich, wenn Sie sich dem Mucem von der Fußgängerbrücke vom Fort Saint-Jean aus nähern. Auf der Dachterrasse des Museums ist es am Nachmittag am schönsten.

14) Lassen Sie sich in einem klassischen Hammam verwöhnen

Großstädte sind schön, aber auch anstrengend. Da tut es gut, sich einmal einen Tag Entspannung zu gönnen. Wie wäre es dafür mit einem Besuch in einem klassischen Hammam. Sehr empfehlenswert sind zum Beispiel der Hammam Rafik und der Hammam Djerba in Noailles. Beachten Sie die Öffnungszeiten. In Hammams sind Männer und Frauen getrennt. Für Damen ist die Einrichtung oft tagsüber geöffnet.

15) Genießen Sie die Apéro-Zeit

Der Apéro ist ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens in Marseille und findet wie eine Happy Hour nach der Arbeit und vor Sonnenuntergang statt. Häufig zieht sich das gesellige Beisammensein jedoch bis in die Nacht hinein. Wer möchte, kann hier einen guten Rosé genießen und eine Kleinigkeit essen. Sehr schön ist die Zeit im Bistro Plage am Meer oder auch im Café de l’Abbaye, wo sich hervorragend der Sonnenuntergang beobachten lässt.

16) Feuern Sie die Heimmannschaft an

„Om“ ist in Marseille kein meditatives Summen, sondern ein lauter Schrei, der während der Spiele der berühmten Fußballmannschaft der Stadt gerufen wird. L’OM steht für l’Olympique Marseille, den Fußballclub der Stadt. Von August bis Mai können Sie im Stadion Orange Vélodrome Spiele der Traditionsmannschaft besuchen. Versuchen Sie dabei am besten einen Platz hinter den Toren zu ergattern. Wenn Sie die Spiele nicht live im Stadion erleben können oder wollen, seien Ihnen die Fan-Bars Le Fair Play oder die Bar de la Plaine empfohlen. Tragen Sie beim Besuch am besten himmelblau, wenn Sie sich Freunde unter den Einheimischen machen wollen.

17) Entspannen Sie am Strand

Die Plage des Catalans befindet sich rund 15 Minuten vom Alten Hafen entfernt.

Die Plage des Catalans befindet sich rund 15 Minuten vom Alten Hafen entfernt.

Als Hafenstadt eignet sich Marseille natürlich auch hervorragend für einen schönen Badeurlaub. Die Strände entlang der Küstenlinie von Marseille sind sehr vielfältig und bieten von felsigen Buchten bis hin zu langen Sandstränden so ziemlich alles was das Herz begehrt. Perfekt zum Sonnenbaden sind zum Beispiel die flachen Felsen der Anse de la Fausse Monnaie, die sich unterhalb des schicken Hotels Petit Nice befinden. Etwas weiter nördlich liegt der Kieselstrand Anse de Maldormé, der zu einer schnellen Erfrischung einlädt. Sehr schön ist außerdem die Plage des Catalans, die sich nur 15 Minuten vom Vieux Port entfernt befindet. Es ist ein fantastischer Ort, um ein Picknick zu machen und in den Sonnenuntergang zu blicken.

Tipp: Gehen Sie an Tagen nach starken Regenfällen nicht schwimmen. Oft ist das Meer an der Küste dann recht verschmutzt.

18) Steigen Sie auf die Dächer

Dachpartys sind in Marseille Kult und hervorragend geeignet, um die Nacht zum Tag werden zu lassen. Die größten finden Sie auf der 86.000 Quadratmeter großen Panorama-Dachterrasse von Friche Belle de Mai. Hier gibt es neben Tanzpartys mit DJ auch ein Open-Air-Kino. Ein wenig ruhiger ist es in der Bar des Hotel Hermes mit Blick auf den Vieux Port. Beliebter Partytag ist der Donnerstag. Im Sommer kann man in Marseille aber eigentlich an jedem Abend der Woche feiern gehen.

19) Erkunden Sie das Quartier Nord

Das Quartier Nord ist der Ort in Marseille, von dem Ihnen wohl die meisten Menschen abraten werden. Denn die Kriminalitätsrate ist dort hoch. Das sollte Sie aber nicht abhalten. Besichtigen Sie das Quartier mit seinem Kanal aus dem 19. Jahrhundert am besten mit einem Führer der Marseille Provence Greeters oder machen Sie eine Fabrikbesichtigung beim Seifenhersteller Serail. Die Besichtigungen werden immer Freitagnachmittag angeboten.

20) Nehmen Sie sich Zeit

Der letzte Tipp ist im Endeffekt der wichtigste. In Marseille herrscht ein eher gemächliches Tempo. Pünktlich bedeutet in Marseille immer 15 bis 30 Minuten hinter der Zeit. Auch viele Geschäfte und Restaurants sind sonntags geschlossen. Passen Sie sich hier an und nehmen Sie sich wirklich Zeit, Marseille in all seinen Facetten kennenzulernen.

5. März 2020