Châteaurenard – Ruhiges Juwel nahe Avignon

Die Gemeinde Châteaurenard liegt rund zehn Kilometer südlich von Avignon und gilt zu den Orten der Provence, die von ihrem Erscheinungsbild her wirklich „typisch provenzalisch“ sind.

Châteaurenard

Gibt es so etwas wie „typisch Provence“, wenn es in dieser weltberühmten französischen Ferienregion um kleine Ortschaften geht? Ja, das gibt es! Typisch provenzalisch sind Dörfer und kleine Städte, die sich ihren Bezug zur Geschichte erhalten haben und entsprechend auch noch einige Gebäude vorweisen können. Typisch provenzalisch heißt aber auch, dass es einen intakten Kern gibt, in dem Bewohner und Besucher sich tatsächlich noch begegnen können. Gekennzeichnet ist dieser Kern durch schattige Plätze mit Bistros und Bars. Auch hübsche Geschäfte, in denen es Produkte aus lokaler Herstellung zu kaufen gibt, gehören dazu. „Typisch Provence“ ist also die Gemeinde Châteaurenard, die nur rund zehn Kilometer südlich von Avignon liegt. Sie stellt somit einen idealen Ausgangspunkt für Erkundungstouren durch die Provence dar, wenn man nicht direkt in einem touristischen Zentrum wohnen möchte. Châteaurenard hat rund 16.000 Einwohner, und gehört zur Region Provence-Alpes-Côte d’Azur im Département Bouches-du-Rhône im Arrondissement Arles.

Die Vergangenheit ist immer noch gegenwärtig

Châteaurenard ist sehr malerisch zwischen den Hügeln der Alpilles und dem Fluss Durance gelegen. Die Lage ist allerdings nicht nur schön anzusehen, sondern hat auch sehr günstig, wenn es um das Überleben geht. Jedenfalls haben schon in grauer Vorzeit Menschen hier die Fruchtbarkeit des Bodens und den Reichtum an Flora und Fauna erkannt und zu schätzen gewusst. Es heißt, dass schon vor 4000 Jahren die Grotten, die sich in den nahen Hügeln befinden, bewohnt gewesen sein sollen. Die Stämme, die dort lebten, wurden später allerdings von den Römern unterworfen. Bei den antiken Herrschern hatten nämlich die strategisch wichtige Lage am Fluss sowie die Zugangsmöglichkeiten auf die Gebiete rund um Tarascon und Arles Begehrlichkeiten geweckt. Es sollte allerdings noch rund tausend Jahre dauern, bis die ersten befestigten römischen Bauten in Châteaurenard entstanden.

Spätestens mit dem Einsetzen des Mittelalters hatten die Römer endgültig abgewirtschaftet und es entwickelten sich andere Machtstrukturen. Der Ort erhielt nun bald den Namen der herrschenden Familie. Die Reinhards, die im lokalen Dialekt „Renards“ genannt wurden, bauten sich ein Schloss, das sie über die Jahrhunderte immer mehr erweiterten. Doch nichts in der Geschichte währt ewig. Mit der Französischen Revolution wuchsen auch in Châteaurenard der Hass und der Widerstand gegen die Mächtigen. Das Schloss der Reinhards wurde 1793 zerstört. Übrig blieb eine, zugegeben sehenswerte, Ruine. Von seinen einstigen fünf Türmen stehen heute lediglich noch zwei.

Schöne Souvenirs mit sinnlichem Genussfaktor

Ein Aufenthalt in Châteaurenard kann eine höchst geruhsame, entspannende und genussvolle Angelegenheit sein. Wie generell in der Provence wird auch in Châteaurenard gut gekocht, vornehmlich mit den hervorragenden Produkten aus dem regionalen Anbau. Die Qualität vom heimischen Obst und Gemüse ist legendär; zum Markttag kommen Kunden deshalb nicht nur aus der näheren Umgebung. Auch nach anderen provenzalischen Souvenirs lohnt es sich hier, Ausschau zu halten. Feine Seifen, schön bedruckte Stoffe, Duftkissen und Potpourris mit provenzalischem Lavendel sind wunderbare Mitbringsel, die noch lange an den Urlaub erinnern werden.

Warum nicht auch mal in die Ferne schweifen?

Châteaurenard

Trotzdem, auch dem gemütlichsten Dorf sollte man in der Provence ab und an mal den Rücken kehren und es für einen Tagesausflug verlassen. Von Châteaurenard aus ist es ein Katzensprung bis zum Parc Naturel Régional des Alpilles, wo man herrlich wandern oder Rad fahren kann. Nur ein paar Kilometer südlich wartet mit dem Park Naturel Régional de Camargue eine der schönsten Ecken der Camargue auf Besucher. Wer diesen Park ausgiebig erkundet, der ist dann auch gleich direkt am Meer und damit an der französischen Riviera. Freilich, von den Schönen und Reichen, von Glanz und Glamour wird man im Naturpark nichts mitbekommen. Wer den internationalen Jet Set beobachten möchte, der fährt von Châteaurenard aus über Aix-en-Provence auf der A 8 in Richtung Cannes und Nizza.

Wer Kunstschätze und steinerne Zeugen aus der Zeit der Römerherrschaft schätzt, der ist mit einem Trip nach Arles, Aix-en-Provence oder Avignon gut beraten. Auch das zauberhafte und (noch) nicht ganz so überlaufene Orange sollte nicht vergessen werden. Auf gar keinen Fall darf Marseille bei einem in der Provence ausgelassen werden. Diese quicklebendige Metropole mit ihrem Hafen, großartigen Fischrestaurants und tollen Läden muss man einfach gesehen haben.

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