Cannes – die idyllische Stadt an der Côte d’Azur

Sie hat nur knapp 75.000 Einwohner und ist die Partnerstadt der weltberühmten Glamourcity Beverly Hills in Kalifornien. Ihre Wirtschaftskraft bezieht sie fast ausschließlich vom Dienstleistungssektor und dennoch umgibt sie der Flair von einzigartigem Reichtum und Luxus. Cannes ist eine Stadt, die träumen lässt und in der es sich traumhaft leben lässt – wenn man es sich denn leisten kann.

Wenn man es sich nicht leisten kann, dann reicht es aber vielleicht mindestens für ein paar Urlaubstage im Sommer, auch das würde sich schon sehr lohnen. Denn Cannes bietet nicht nur die Nähe zu Geld, Prominenz und allem, was dazugehört, sondern ist auch traumhaft schön in Südfrankreich an der Côte d’Azur gelegen. Da versteht es sich schon fast von selbst, dass auch das Klima keinerlei Anlass zur Sorge oder zur Unzufriedenheit bietet.

Geld und Adel brachten den Wandel

Das sanfte Klima, das der Gesundheit so gut tut und die Sonne der Provence, die die Menschen in ihrem besten Licht erscheinen lässt und jeden (noch) attraktiver wirken lässt – vielleicht waren das die Gründe, warum Aristokraten und reiche Emporkömmlinge aus Frankreich, aber auch aus vielen Teilen Europas ab der Mitte des 19. Jahrhunderts Cannes und die Côte d’Azur für sich entdeckten. Jedenfalls begannen diese begüterten Menschen etwa ab 1830, das Gesicht des Ortes für immer zu verändern. In den Jahrhunderten davor hatte man in Cannes, das seinen Namen von „Canna“, dem lateinischen Wort für Schilf ableitet, recht friedlich und vor allem traditionell vor sich hingelebt. Seit dem Mittelalter waren hier einfache Fischer zuhause, die mit ihren Familien vom Fang des Tages lebten. Doch dann entdeckte der englische Lordkanzler Sir Henry Brougham das beschauliche Fischerdorf, verliebte sich in die Landschaft, die Leute und das Klima und beschloss, sich dort ein Haus bauen zu lassen.

Die weltbekannte Meile “Boulevard de la Croisette” ist gesäumt von edlen Hotels und Nobelboutiquen.

Die weltbekannte Meile “Boulevard de la Croisette” ist gesäumt von edlen Hotels und Nobelboutiquen.

Nun war Sir William nicht nur ein äußerst respektierter Politiker, der maßgeblich an der Abschaffung der Sklaverei in England beteiligt gewesen ist. Er war auch ein Aristokrat, der sich in den höchsten Kreisen bewegte. Sein Beispiel machte Schule, viele Adelige folgten ihm und bauten in Cannes ebenfalls Ferienhäuser. Der Aufstieg des Ortes war unaufhaltsam geworden. Sir Henry ist 1868 in Cannes gestorben und wurde auf dem Cimetière du Grand Jas begraben. Sowohl auf dem Friedhof, auf dem übrigens auch der deutsche Schriftsteller Klaus Mann liegt, als auch auf der berühmten Seepromenade erinnern bis heute eindrucksvolle Statuen an ihn.

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Eine Promenade wird zum Herzen der ganzen Stadt

Die Seepromenade. Das ist das beste Stichwort, um sich dem Cannes der Lebenden und der Lebenslust zuzuwenden. „La Croisette“ heißt sie bei den Einheimischen und angelegt wurde diese Flaniermeile 1850 direkt am Mittelmeer nach dem Vorbild der „Promenade des Anglais“ in Nizza. Heute tummeln sich auf der rund zwei Kilometer langen Promenade Bewohner und Gäste von Cannes gleichermaßen. Zu den Festspielzeiten gesellen sich dann auch Filmgrößen, Möchtegernsternchen und alles, was es dazwischen noch so gibt, zum bunten Treiben dazu. Was sich ihnen bietet, ist tatsächlich nicht so leicht zu toppen. Internationale Luxushotels wechseln sich mit mal mehr, mal weniger teuren Restaurants, Casinos, Bars und Geschäften ab. Die gesamte Flaniermeile wird von Palmen flankiert und man hat von ihr einen freien Blick über den etwas tiefer gelegenen Strand der Croisette hinweg auf das Meer.

Der Höhepunkt eines Bummels über die Croisette ist ihr östlicher Endpunkt, die Pointe Croisette. Von hier lässt sich die ganze Strecke noch einmal eindrucksvoll betrachten und man kann ermessen, wie wunderschön sie in die Landschaft eingebettet ist. Im Hintergrund lassen sich bereits die Seealpen erahnen. Von hier aus ist es dann auch nur noch ein Katzensprung bis zum berühmten „Palais des Festivals et des Congrès“, in dem alljährlich die Filmfestspiele von Cannes stattfinden. Zu dieser Zeit ist es oft nur sehr schwer möglich, in den noblen Hotels noch ein Zimmer zu bekommen. Auch in den angesagten Restaurants werden dann die Tische knapp und insgesamt steigen die Preise. Ein Aufenthalt direkt in Cannes während der Filmfestspiele will deshalb gut vorbereitet werden, wenn er nicht zur Enttäuschung werden soll.

Film und Croisette sind nicht alles

Die Filmfestspiele in Cannes finden im 'Palais des Festivals et des Congrès' statt.

Die Filmfestspiele in Cannes finden im ‚Palais des Festivals et des Congrès‘ statt.

Die Filmfestspiele und die Croisette dominieren zwar das Bild von Cannes in der Welt. Wenn man aber da ist, stellt man schnell fest, dass die Stadt noch einiges mehr zu bieten hat. Da wäre mit „Le Suquet“ zum Beispiel die Altstadt. Denkmäler, historische Bauten, interessante Fassaden und ein lebendiger Einzelhandel machen jede Minute, die man hier im „richtigen“ Cannes verbringt, lohnenswert. Auch eine Fahrt auf die Inseln, die Cannes vorgelagert sind, ist unbedingt empfehlenswert. Die Sonne lässt sich dort etwas ruhiger genießen und ein paar Sehenswürdigkeiten warten ebenfalls darauf, entdeckt zu werden. So wartet etwa die Île Sainte-Marguerite mit einem Meeresmuseum („Musée de la Mer“) auf. Auf der Île Saint-Honorat steht ein Kloster, das seit dem 5. Jahrhundert durchgängig von Mönchen bewirtschaftet und bewohnt wird.

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Cannes auf einen Blick

  • Unbedingt sehenswert ist die Flaniermeile „Croisette“ mit dem Festspielgebäude, Bars, Hotels, Restaurants und Geschäften
  • Die Altstadt „Le Suquet“ ist ein weiteres touristisches Highlight
  • Die vorgelagerten Inseln lohnen einen Tagesausflug
  • Der Friedhof „Cimetière du Grand Jas“ wird von den Einheimischen auch als schattige und ruhige Parkanlage genutzt