Tarascon – Mitten in der Provence – aber entspannt und ruhig

Eine kleine Stadt, die besondere Beachtung verdient, ist Tarascon. Das Städtchen hat knapp 14.000 Einwohner und liegt genau zwischen Avignon und Arles.

Tarascon ist eine französische Gemeinde mit 13.105 Einwohnern.

Tarascon ist eine französische Gemeinde mit 13.105 Einwohnern.

Südfrankreich und die Provence stehen für Leben und Lebendigkeit, für fruchtbare Landschaften und geschichtsträchtige Städte und nicht zuletzt auch für eine quirlige Küstenregion. Hier ist immer etwas los, hier gibt es viel zu sehen. Der Tourismus blüht und entsprechend groß sind die Besucherzahlen. Reisende, die die Schätze der Provence in Muße und mit viel Ruhe genießen möchten, sollten ihren Urlaubsort deshalb sorgfältig auswählen. Eine kleine Stadt, die dabei ganz besondere Beachtung verdient, ist Tarascon. Voilà, dürfen wir vorstellen? Das Städtchen hat knapp 14.000 Einwohner und liegt genau zwischen Avignon und Arles. Zu beiden Städten sind es jeweils nur 20 Kilometer, die für einen Ausflug überwunden werden müssen. Tarascon schmiegt sich malerisch an das linke Ufer der Rhône – und das inzwischen seit rund 2000 Jahren. Der Ort hat nämlich eine lange Vergangenheit und entsprechend auch durchaus einige historische Bauten und Sehenswürdigkeiten zu bieten. Darüber hinaus aber ist Tarascon einfach eine der besten Ideen, wenn man die Provence von einem ruhigen, entspannten Fleckchen Erde aus kennenlernen möchte, aber auch gern mal den einen oder anderen Urlaubstag einfach da bleibt, wo man seine Zelte aufgeschlagen hat.

Wahre und erfundene Geschichten

Tarascon ist eine Gründung der Römer aus dem Jahr 48. Das ist eine historisch belegte Tatsache. Nicht ganz so eindeutig bewiesen ist dagegen die Legende von dem furchteinflößenden Drachen Tarasque, der sich in grauen Vorzeiten am liebsten Reisende verspeiste. Erst die heilige Martha konnte das Ungeheuer einfangen und seinem gerechten Schicksal entgegenführen. Ob sich das wirklich so zugetragen hat? Wer weiß. Wahr ist aber, dass diese Legende der Ursprung für den Ortsnamen ist und dass Besucher heutzutage in Tarascon nicht mehr um ihr Leben fürchten müssen. Im Gegenteil. Die wunderbar entspannte Atmosphäre der Stadt ist Erholung pur und genau richtig für alle, die im Urlaub (auch) auf Entschleunigung setzen. Vor rund 2000 Jahren sah das, zumindest aus der Perspektive der damaligen Zeitgenossen, wohl etwas aus. Im heutigen Stadtteil Saint-Gabriel befindet sich das Kerngebiet der Stadt, die damals von den Römern zunächst Ernaginum getauft wurde. Die Gründung der Stadt ergab sich aus der schlichten Tatsache, dass sich genau hier der größte Knotenpunkt wichtiger Reichsstraßen befand. Tarascon steht also heute dort, wo einst die Via Domitia und die Via Aurelia aufeinandertrafen.

Unterkünfte jeder Kategorie

Tarascon hat also eine lange Tradition bei der Beherbergung und Bewirtung von Reisenden. Früher mögen es Händler gewesen sein, heute sind es Touristen, die in der Provence ein Feriendach über dem Kopf suchen. Tarascon hat in dieser Hinsicht einiges zu bieten. Auf gepflegten Plätzen sind hier Campingurlauber herzlich willkommen.

Für den schmalen Geldbeutel junger Leute empfiehlt sich die Jugendherberge. Alle anderen können unter Hotels verschiedener Größe, Standards und natürlich auch Preisklassen wählen. In unmittelbarer Umgebung des Städtchens stehen zudem auch Ferienhäuser zur Auswahl.

Hotels, Apartments und Ferienwohnungen

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Sehenswürdigkeiten in Tarascon

Das Schloss Tarascon ist ursprünglich ein wehrhafter Bau aus dem Mittelalter.

Das Schloss Tarascon ist ursprünglich ein wehrhafter Bau aus dem Mittelalter.

Tarascon ist insgesamt ein schönes, historisches Städtchen, in dem es sich angenehm bummeln, ausgehen und ausruhen lässt. Einige öffentliche Gebäude ragen aber natürlich dennoch aus der Masse der Altstadthäuser hervor und sind einen Besuch wert. Dazu zählen etwa die Stiftskirche der bereits erwähnten Heilgen Martha (Ste. Marthe) sowie die Kapelle des Heiligen Gabriel. Ihre Grundfesten reichen bis in das zwölfte Jahrhundert zurück.

Um das „Maison de Tartarin“ schätzen zu können, sind Kenntnisse in der Literatur hilfreich, aber keine Voraussetzung. Alphonse Daudet schuf den Charakter des „Tartarin“ und ließ diesen ebenso spießigen wie liebenswerten Kleinbürger in Tarascon leben. Heute erinnert ein Museum an ihn und an die vielen Karikaturen, die Tartarin bei seinem Kampf mit dem ganz normalen Wahnsinn des Lebens zeigen. Sehr amüsant!

Eher modisch geht es dagegen im Musée Soulaiado zu. Dieses Haus ist dem Thema „Tücher“ gewidmet und verfolgt deren Geschichte und Bedeutung durch die Jahrhunderte. Besucherinnen können sich natürlich auch ein paar Inspirationen abgucken, wie Tücher schick gebunden werden.

Das Highlight der Sehenswürdigkeiten in Tarascon aber ist das Wasserschloss. Man kann den trutzigen mittelalterlichen Bau auch gern als Wasserburg bezeichnen; Wehr und Schutz sind seine ursprünglichen Aufgaben gewesen. Entsprechend ist die Inneneinrichtung nicht höfisch und barock, sondern eher schlicht und praktisch. Imposanter freilich ist der Außenanblick des Schlosses, das von einem tiefen, fischreichen Graben umschlossen wird. Auch der Ausblick von den Zinnen des Schlossdachs hat es in sich. Man sieht weit in das Land hinein und hat natürlich auch einen wunderbaren Überblick über die Dächer und Kirchtürme von Tarascon.