Alter Hafen Marseille – Maritime Atmosphäre der Luxusklasse

Der „Vieux Port“, der „Alte Hafen“, ist heutzutage eine der schönsten Sehenswürdigkeiten Marseilles, war aber mal eine der größten Hafenanlagen Europas.

Im Hintergrund des Hafens erstrahlt die auf einer 161 Meter hohen Anhöhe liegende Kirche Notre-Dame de la Garde.

Im Hintergrund des Hafens erstrahlt die auf einer 161 Meter hohen Anhöhe liegende Kirche Notre-Dame de la Garde.

Marseille – Die zweitgrößte Stadt Frankreichs steht für den Süden, für gutes Essen und besten Wein, für Lebenslust und – zumindest für alle Besucher der Ferienregion Provence – auch für Urlaub und Entspannung. Hier gibt es viel zu sehen, Kunst und Kultur werden groß geschrieben, erst 2013 war man Kulturhauptstadt Europas. Doch wo Kunst und Kultur zuhause sind, da schätzt man auch einen gepflegten Lebensstil und man weiß zu genießen. An einem Ort fließen alle diese Elemente zusammen und ergeben eine Atmosphäre, die sowohl von den Touristen als auch von den Einheimischen ungeheuer geschätzt wird. Die Rede ist vom „Vieux Port“, vom Alten Hafen. Einst eine der größten Hafenanlagen Europas, ist er heute vor allem ein Freizeitparadies. Hier gehen die Schönen und Reichen des Jet Sets mit ihren Jachten vor Anker, hier trifft man sich zum Abendessen oder auf eine Flasche Wein. Einfach nur bummeln, schauen und staunen ist auch erlaubt!

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Blick zurück in die Antike

Fans und Kenner der Provence wissen schon lange, dass es hier kaum etwas gibt, was nicht tief in die Geschichte zurückreichen würde. So ist es auch, allein der Name lässt es erahnen, mit dem Alten Hafen. Rund 600 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung soll er entstanden sein, so jedenfalls der Stand der Wissenschaft. Kein Zweifel also, dass er in der Antike auch von der Handelsflotte der Römer genutzt worden ist. Die Kaianlagen wurden allerdings erst viele Jahrhunderte später von den französischen Königen Ludwig XII und Ludwig XIII hinzugefügt. Sie ließen ihre Untertanen gnädigst bauen und verfügten schließlich über einen der größten und wehrhaftesten Häfen des Kontinents. Die feinsten und exotischsten Ware aus den französischen Kolonien wurden hier für das „Mutterland“ gelöscht und in Umlauf gebracht. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg allerdings wurden diese Superlative und weite Teile der Anlagen zerstört; auch die benachbarte Altstadt von Marseille erlitt schwere Schäden. Doch schon zuvor hatte die Bedeutung des Alten Hafens einen Knacks bekommen. Mit dem Aufkommen der Dampfschiffe reichte der Tiefgang plötzlich nicht mehr aus. Marseille baute einen neuen „Europort“ und der Alte Hafen hatte als Wirtschaftsfaktor mehr oder weniger ausgedient.

Neues Leben als Freizeithafen

Trotzdem, wirklich ruhig ist es um ihn nie geworden. Bis zu 3500 Boote können hier vor Anker gehen. Und was für Boote! Es sind die allerfeinsten, die längsten und die teuersten Jachten, die hier auf ihren Streifzügen durch das Mittelmeer immer wieder gern anlegen. Heute Monte Carlo, morgen St. Tropez, übermorgen Marseille – so oder so ungefähr dürfte der Fahrplan vieler schnittiger Jachten tatsächlich aussehen. 3500 Boote – da kann man sich unschwer vorstellen, dass es munter zugeht am Hafen. Wer eine maritime Stimmung mag, der ist hier gut aufgehoben und sollte ein bisschen Zeit mitbringen. Es gibt schließlich nicht nur die Boote zu bestaunen, sondern auch die Menschen. Die, die auf den Jachten arbeiten und die, denen sie gehören. Langweilig wird es garantiert nie.

Am Abend wird es dann am Alten Hafen richtig romantisch. Die Restaurants öffnen, schmücken sich mit den schönsten Windleuchten und auf vielen Jachten wird für ein Candlelight-Dinner gedeckt. Das ist dann wirklich ein Ausflug in die mediterrane Welt des Luxus und des Genießens, die man daheim im Norden oder in Mitteleuropa so eher nicht kennt. Einfach treiben lassen, irgendwo eine lauschige Bar, ein nettes Restaurant finden und mitgenießen. La vie est belle!

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Und was bitte gibt es sonst noch zu sehen?

Während der alte Hafen früher eher wirtschaftlich genutzt wurde, ist er heute vor allem eine touristische Sehenswürdigkeit.

Während der alte Hafen früher eher wirtschaftlich genutzt wurde, ist er heute vor allem eine touristische Sehenswürdigkeit.

Nicht nur am Alten Hafen selbst, sondern auch in der näheren Umgebung gibt es einiges zu sehen. Fußballfans möchten vielleicht das „Stade Vélodrome“ besichtigen. Die Heimat des Fußballvereins Olympique Marseille liegt nur rund drei Kilometer vom Alten Hafen entfernt. Nur ein paar hundert Meter muss man laufen, wenn man eines der charismatischsten kirchlichen Gebäude von Marseille erforschen möchte. Die Cathédrale de la Major oder auch Basilika de Sainte-Marie-Majeure wurde im 19. Jahrhundert erbaut und sollte gleich mehrere Funktionen erfüllen. Zum einen war sie ein Zeichen für alle, die von der Seeseite her nach Marseille kamen – hallo Leute, ihr seid fast da! Gleichzeitig manifestierte sie den enormen wirtschaftlichen Aufschwung, den die Stadt in dieser Zeit erlebte. Bescheiden gab man sich in Marseille damals nicht. Von ihren Ausmaßen her kann sich die Kathedrale mit dem Petersdom in Rom die Hand geben und der Innenraum bietet rund 3000 Gläubigen Platz.