Camargue – Eine spiegelglatte Landschaft

Die Camargue zählt wahrscheinlich zu den eigenwilligsten Landstrichen Südfrankreichs. Auf den ersten Blick präsentiert sich eine wahrhaft spiegelglatte Landschaft in der auch jede noch so kleine Erhebung fehlt. Sie ist durchzogen mit riesigen Sumpfgebieten und weist allgemein eine eher karge Pflanzenwelt auf, denn es müssen schon salz- und wassertolerante Pflanzen sein, die hier gedeihen können. Da verwundert es nicht, dass in der Camargue Reis angebaut wird.

Pferde

Bei genauem Hinsehen wird man reichhaltig belohnt. Eine einzigartige Artenvielfalt an Tieren hat sich hier angesiedelt. Natürlich müssen hier die Wildpferde genannt werden. Ob es wirklich noch Wildpferde gibt, wissen wir nicht, wenn doch, dann werden Sie diese aber wohl nicht zu Gesicht bekommen, da weite Teile der Camargue entweder unbegehbar (sumpfig) oder schlichtweg für Touristen gesperrt sind. Die domestizierten Artgenossen der einstigen Ureinwohner der Camargue sind oft zu sehen und wirken nicht weniger wild. An zahlreichen Stellen können Sie sich ein Pferd mieten und die Landschaft der Camargue auf dessen Rücken erkunden. Die traditionell in der Camargue gezüchteten schwarzen Stiere sind ebenfalls oft zu sehen. Sie werden für die unblutigen südfranzösischen Stierkämpfe gezüchtet, oder an besonderen Feiertagen von Reitern durch die Dörfer getrieben, was jedesmal ein riesiges Spektakel ist.

Nicht zu vergessen sind die Gäste der Camargue, die Flamingos, welche in großen Zahlen durch die Feuchtgebiete stelzen und mit ihrem gebogenen Schnabel das Wasser nach den kleinen Salinenkrebschen durchsuchen, die man bei genauem Hinsehen überall ausfindig machen kann. Dort, wo man aufgehört hat, dem Meer Land abzutrotzen, sind heute breite Strände, die in der Hauptsaison von unzähligen Wohnmobilisten bevölkert werden, in der Vorsaison teilweise aber menschenleer sind.

Auf dem Weg dorthin durchfährt man riesige Salinen, die sich wie Mondlandschaften präsentieren. Das zurückgebliebene Salz hat hier die interessantesten Formen und Farben hinterlassen. Bei Salin de Giraud gibt es auch einen kleinen Aussichtspunkt auf die umliegenden Salinen und einem Salzsee, an dessen Rändern sich herrlich weißes Salz abgelagert hat und der ein wenig ans Tote Meer erinnert. Man erreicht die zwischen Marseille und Montpellier gelegene Camargue gut, wenn man von Arles aus losfährt. Sehenswert in der Camargue ist auch Aigues Mortes. Das für seine Wallfahrten bekannte Stes-Maries de la mer war uns (allerdings in der Saison) etwas zu überlaufen.