Luberon – Frankreich zum Radeln, Entspannen und Genießen

Der Luberon ist eine südfranzösische Gebirgskette, die 600 Quadratkilometer umfasst. Als Naturpark ist der Luberon unter Schutz gestellt und befindet sich circa 60 Kilometer von der Mittelmeerküste entfernt.

Gordes ist mit 2.000 Einwohnern schon fast eine Großstadt inmitten des Luberons, der viele kleine Gemeinden beherbergt.

Gordes ist mit 2.000 Einwohnern schon fast eine Großstadt inmitten des Luberons, der viele kleine Gemeinden beherbergt.

Kann man den Luberon noch mit Fug und Recht als „Geheimtipp“ für einen Urlaub im Süden bezeichnen? Ja und nein. Nein, weil diese Region mitten in einem der beliebtesten Feriengebiete Europas liegt – in Südfrankreich, in der Provence. Wer würde also nicht wissen, dass die Landschaft hier nach Lavendel duftet, dass die hübschen kleinen Ortschaften wunderbare Märkte und Restaurants haben, dass es hervorragende Weingüter und Obstgärten gibt? Und doch, trotz alledem könnte der Luberon gerade noch als Geheimtipp durchgehen. Die Region, die von drei Berghöhen gekennzeichnet ist und etwa 600 Quadratkilometer umfasst, wird fast nur von Individualtouristen besucht. In Reiseprospekten dagegen sucht man den Luberon oft vergeblich. Vielleicht liegt es daran, dass auch große Hotels mit riesigen Swimmingpools und Kid-Clubs hier Mangelware sind. Solche Häuser findet man dann eher 50, 60 oder auch 70 Kilometer entfernt an der Küste des Mittelmeers. Wer dort mit der Familie Urlaub macht, der sollte unbedingt in den Luberon für einen Tagesausflug kommen. Für alle, die sich im Luberon ein kleines Ferienhaus gemietet haben, gilt umgekehrt natürlich dasselbe.

Ein Paradies für seltene Pflanzen, Tiere und Touristen

Wovon ist nun genau die Rede, wenn es um den Luberon geht? Gemeint ist eine echte Oase der Natur, die sich, ganz grob beschrieben, südöstlich von Avignon und nördlich von Aix-en-Provence befindet. Gebirgsketten unterteilen das Gebiet, aber keine Bange, „alpin“ geht es hier nicht zu. Vielmehr sind es sanfte Hügel, die den Luberon bestimmen. Der höchste Berg, der Mourre Negré, ist 1125 Meter hoch. Der größte Teil der Region steht seit dem Jahr 1977 als Naturpark unter ganz besonderem Schutz. Das kommt natürlich der Flora und Fauna zu Gute. Wer hier Wanderungen oder Radtouren macht, der kann viele seltene Pflanzen und Tierarten zu Gesicht bekommen. Alle, für die das interessant ist, sollten sich jedoch vorab eingehend informieren, um möglichst viel davon zu haben.

Wem seltene Falter und Moose – um nur ein zwei Beispiele zu nennen – eher egal sind, der genießt vielleicht die tolle Luft im Luberon. Ein Großteil des Gebiets ist nämlich bewaldet, zum Teil mit Atlas-Zedern. Es lohnt sich also, bei den Outdoor-Aktivitäten immer mal wieder richtig kräftig und tief Luft zu holen; die Lungen werden jubeln!

Tickets für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Tickets für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im und um den Luberon herum finden Sie auf www.getyourguide.de.

Ein gutes Klima für die Kultur

Roussillon fasst knapp über 1.300 Einwohner und liegt am Fuße des Luberon-Massivs.

Roussillon fasst knapp über 1.300 Einwohner und liegt am Fuße des Luberon-Massivs.

Über den landschaftlichen Reizen des Luberon sollten allerdings seine kulturellen Qualitäten auch nicht ganz vergessen werden. Die Region hat interessante Wehrdörfer aufzuweisen, in denen sich vor mehr als 400 Jahren die Waldenser (die auf französisch „Vaudois“ heißen) vor dem Papst in Avignon (Artikel zum Papstpalast in Avignon) verschanzten. Die Waldenser galten als Sekte, die angeblich dem wahren katholischen Glauben abgeschworen hatte und entsprechend verfolgt wurden. Heute sind ihre Dörfer auf den einst unzugänglichen Bergkuppen einfach nur noch malerisch und Anziehungspunkte für Touristen.

Die Landschaft, das Klima, der gute Wein – der Luberon hat vieles, was seine Anziehungskraft ausmacht. Vielleicht lassen sich deshalb gern so viele Künstler dort nieder oder verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen. So war der Luberon zum Beispiel mehr als einmal Schauplatz für große Filme. So wurde hier im Jahr 2002 der Film „Swimming Pool“ gedreht. Fans von Romy Schneider schütteln jetzt bitte nicht den Kopf. Gemeint ist nämlich nicht ihr Film „La Piscine“ (englisch „Swimming Pool“) aus dem Jahr 1968, sondern der Streifen mit Charlotte Rampling und Ludivine Sagnier.

Wie kommt man hin, wo kommt man unter?

Die Provence ist von der Verkehrsanbindung her sehr gut erschlossen. Am preisgünstigsten ist es heutzutage, mit dem Flugzeug anzureisen. Viele Billig-Airlines fliegen einen dieser Flughäfen an: Marseille, Nimes, Avignon und Montpellier sind hervorragende Ausgangspunkte für einen Urlaub im Luberon. Am besten, man fährt von da aus im Mietwagen weiter. Wer es ganz sportlich mag und wenig Gepäck hat, kann auch mit dem Fahrrad vom Flughafen losradeln. Es dauert nicht lang, bis man die Hauptverkehrsstraßen verlassen und sich seinem Ziel auf Nebenrouten nähern kann.

Die klassische Unterkunft im Luberon ist eine Ferienwohnung oder eine Ferienvilla. Es gibt sicher nicht viele Regionen auf der Welt, wo es mehr Spaß macht, „Selbstversorger“ zu sein. Jedes Dort, jeder Ort im Luberon hat einen eigenen Markt und tolle Fleischer und Fischgeschäfte. Einkaufen ist hier ein Teil des Urlaubsvergnügens und die frischen Produkte haben sogar im verwöhnten Frankreich fast Kultstatus.