Saint-Rémy-de-Provence – Mehr als „nur“ ein Relikt der alten Römer

Es ist schon beeindruckend, was die vergleichsweise kleine Gemeinde Saint-Rémy-de-Provence, ab jetzt kurz Saint-Rémy genannt, ihren Besuchern zu bieten hat. Von hochkarätigen römischen Ruinen über bunte provenzalische Folklore bis hin zu erstklassigem Kunstgenuss wartet dieser knapp 10000-Seelen-Ort so ziemlich mit allem auf, was man sich von einem Urlaub in Südfrankreich nur erhoffen und wünschen kann.

Saint-Rémy-de-Provence

Eine internationale Fangemeinde hat das längst erkannt und weiß diese Tatsache auch Jahr für Jahr wieder zu schätzen. Wer das erste Mal nach Saint-Rémy reisen möchte, den erwartet bereits auf der Website des Fremdenverkehrsverbandes eine angenehme Überraschung. Während die überwiegende Zahl der kleinen Städte und Dörfer in der Provence ihre Reize lediglich auf Französisch anbieten, offeriert Saint-Rémy die Informationen auch auf Englisch und sogar auf Deutsch. Eine echte Ausnahme, die auf den weiten Horizont der Gastgeber schließen lässt.

Auf den Spuren von Vincent van Gogh

Nicht nur Saint-Rémy selbst ist reizvoll, auch seine Lage lässt absolut nichts zu wünschen übrig. Das Gemeindegebiet ist Teil des regionalen Naturparks „Alpilles“; blitzsaubere, schöne Landschaft ist somit garantiert. Auch die Koordinaten können sich blicken lassen: 20 Kilometer bis Avignon, 25 Kilometer bis Arles, Cavaillon liegt 19 Kilometer entfernt und mit 13 Kilometern ist Tarascon auch nicht weit weg. Bevor man sich allerdings von Saint-Rémy aus zu einem Ausflug verabschiedet, sollte man zuerst einmal bleiben, entdecken und staunen.

Kunstfreunde etwa werden sich inzwischen fragen, wo in aller Welt sie den Namen Saint-Rémy schon mal gehört haben. Heißer Tipp: Er hat eine große Bedeutung im Zusammenhang mit Vincent van Gogh. Der niederländische Maler wurde hier in seinen letzten Lebensjahren in einer psychiatrischen Klinik behandelt, die im Kloster St. Paul de Mausole untergebracht war. Farben, Pinsel und Leinwand versagten die Ärzte ihrem berühmten Patienten nicht, und so entstanden in dieser Phase viele heute weltberühmte Bilder. Dazu gehören etwa die „Sternennacht“ und selbstverständlich auch „Der Irrenhausgarten in St.-Rémy“, der das Klinikgebäude abbildet. Das Kloster steht bis heute (Avenue Vincent van Gogh 13210), die Bilder jedoch hängen längst in den bedeutendsten Museen der Welt. Mit Vincent van Gogh beschäftigt man sich in Saint-Rémy dennoch weiter. Das Musée Estrine (Rue Estrine 13210) etwa beherbergt das „Vincent van Gogh Interpretations-Zentrum“, das sich mit dem Leben und dem Werk des Künstlers beschäftigt.

Der berühmteste Sohn der Stadt ist auf der ganzen Welt bekannt

Nicht ganz so viel ist von einem weltberühmten Mann zurückgeblieben, der in Saint-Rémy das Licht der Welt erblickt hat. Kein Geringerer als Nostradamus wurde hier am 14. Dezember 1503 unter dem Namen Michel de Nostradame geboren. Über Arles zog er später weiter nach Montpellier, wo er seine berühmten Vorhersagen traf. In Saint-Rémy erinnert heute noch ein Brunnen in der Rue Carnot in der Altstadt an ihn. Von seinem Geburtshaus ist allerdings so gut wie nichts mehr erhalten.

Auch die alten Römer haben sich hier schon wohlgefühlt

Unweit von Saint-Rémy befindet sich mit Glanum einer der bedeutendsten archäologischen Ausgrabungsorte Frankreichs. Die Überreste der römischen Stadt reichen bis zur Zeitenwende zurück. Die wichtigsten Monumente sind die so genannten „Antiken“; dazu zählen ein komplett erhaltenes Mausoleum sowie ein Triumphbogen.

Glanum wurde später von einem germanischen Stamm überrannt. Seine Bewohner gründeten nicht weit entfernt eine neue Siedlung, das heutige Saint-Rémy-de-Provence.

Zurück in die Gegenwart

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Saint-Rémy lebt allerdings nicht nur von der Vergangenheit, sondern ist auch im Hier und Jetzt sehr lebendig und lebenswert. Schließlich trägt sie nicht umsonst den – allerdings inoffiziellen – Namen „Hauptstadt der provenzalischen Lebensart“. Gäste dürfen sich also neben einer großen Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten – vom Campingplatz über kleine Gasthäuser bis hin zu komfortablen Hotels – auch auf Bars, Restaurants und einen für die Provence typischen Einzelhandel freuen. Dazu gehören nicht nur schnuckelige kleine Geschäfte mit provenzalischen Spezialitäten wie etwa Olivenöl, Wein, Kräutermischungen, Seifen und gemusterten Stoffen. Auch die Märkte hier haben es mit ihrem südfranzösischen Flair in sich. Dass es in Saint-Rémy nie langweilig wird, dafür sorgen auch die diversen Festivals, die hier stattfinden. Die vier wichtigsten Festspiele kreisen allesamt um bildende zeitgenössische Kunst sowie um Musik.

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Saint-Rémy-de-Provence auf einen Blick

  • Inoffizielle „Hauptstadt der provenzalischen Lebensart“ mit internationalem Flair
  • Geburtsort des Nostradamus
  • Vincent van Gogh verbrachte hier seine letzten Lebensjahre in einem Sanatorium und malte seine weltberühmte „Sternennacht“
  • Unmittelbare Nachbarschaft zu Glanum, Frankreichs größter archäologischer Ausgrabungsstätte der römischen Antike
  • Lebhafte Marktstadt mit guten Bars, Restaurants und Geschäften