Cassis – Die Stadt an der Calanque-Küste

Der Charme eines alten Fischerdorfes, ein hübscher Hafen, das türkise Meer, steile Klippen, eine mittelalterliche Festung und nicht zu vergessen, ein atemberaubendes Panorama, das ist Cassis.

Wer sich ins St. Tropez der 60er Jahre zurückwünscht, der solle – so heißt es – unbedingt einmal Cassis besuchen. Das Hafenstädtchen Cassis liegt zwischen Marseille und Toulon im Départment Bouches-du-Rhône und beherbergt etwa 8000 ständige Einwohner. Wer sich Cassis über die Route des Crêtes nähert, die den Ort mit La Ciotat verbindet, den erwartet eine grandiose Aussicht. Hier hat man wirklich eine Höhenstraße, die die Bezeichnung Panoramastraße verdient. Entlang der Klippen eröffnet sich ein atemberaubender Ausblick auf das 350 Meter unter der Straße liegende Meer und Cassis. Bekanntester Felsen der Strecke ist Cap Canaille.

Cassis selbst ist ein Ort, in dem Sie wunderbar durch die engen Gassen flanieren, die malerischen alten Stadtbezirke entdecken oder in einem der vielen Straßencafés und Restaurants einfach nur sitzen, den fantastischen Rosé des Städtchens kosten und die atemberaubende Aussicht genießen können, die bereits die berühmte Schriftstellerin Virginia Woolf begeisterte.

Viel Sonne und wenig Regen

Bei jährlich etwa 3.000 Sonnenstunden und einer Niederschlagsmenge von etwa 600 Millimetern pro Jahr erwartet Sie in Cassis eine trocken-heiße Umgebung. Die Landschaft rund um das Städtchen wird durch die immergrünen Gebüschformationen der Garigue geprägt und in der Luft liegt der Geruch nach Salz und Meer, wie er nur Küstenorten eigen ist. Kermes-Eichen, Rosmarin, Schneeball, Steineichen, Kiefern und Felsenbirne fügen sich in die mediterrane Landschaft ebenso harmonisch ein, wie die Weinanbaugebiete rund um Cassis, die den Ursprung für den beliebten Tropfen der Region bilden.

Eine vom Tourismus geprägte Wirtschaft

Die Wirtschaft des Örtchens wird vom Tourismus dominiert. Eine weitere wichtige Rolle spielt der Weinanbau in der Region. Die Fischerei spielt heute eine eher unbedeutende Rolle. Am Hafen sieht man zumeist Yachten und Segelboote und kaum noch Berufsfischer. Nichtsdestotrotz wird nach wie vor jeden Tag der „Fang des Tages“ am Hafen verkauft.

Cassis für Touristen

Wer Cassis besucht, kann zwischen verschiedenen Unterkünften wählen. Sie erwarten rund ein Dutzend Hotels, Frühstückspensionen und viele Ferienwohnungen, aber auch ein Campingplatz und in etwa drei Kilometer Entfernung eine Jugendherberge.

Hotels, Apartments und Ferienwohnungen

Hotels, Apartments und Ferienwohnungen in Cannes finden Sie auf www.booking.com.

Tickets für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Tickets für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Cassis finden Sie auf www.getyourguide.de.

Sehenswertes in Cassis

Cassis selbst bietet speziell Kultur- und Architekturliebhabern einiges. Wir haben hier eine kleine Auswahl für Sie zusammengestellt.

Chateau de Cassis

Chateau de Cassis

Chateau de Cassis

Das mittelalterliche Schloss stammt aus dem 14. Jahrhundert. Nachdem es im 19. Jahrhundert verfallen war, wurde es restauriert und beherbergt heute Luxusunterkünfte. Es befindet sich in Privatbesitz und kann nur von außen bewundert werden.

Hôtel de ville

Das Rathaus von Cassis wurde im 16. Jahrhundert gebaut und besitzt unter anderem eine sehenswerte große Treppe und einen hübschen Ehrensaal. Im Inneren können Reste einer mittelalterlichen Küche besichtigt werden.

Kirche Saint-Michel

Die Kirche Saint-Michel wurde zwischen 1859 und 1867 aus Kalksteinen des heimischen Steinbruchs im neoromanischem Stil erbaut und 1875 eingeweiht. Die Kirche ist dem Erzengel Michael, der Jungfrau Maria und dem heiligen Rochus gewidmet. 1958 wurde das 32 Meter lange, 18 Meter breite, dreischiffige mit 400 Sitzplätzen ausgestattete Gebäude restauriert. Neben der Kirche lohnen auch die Bildstöcke einen Besuch, die man in und um Cassis findet.

La Prud’homie

Das 1791 erbaute Fischereigericht beherbergt in einer Nische die Statue des Heiligen Petrus, die während des alljährlichen Fischereifestes „Fête des Pêcheurs“ durch die Straßen von Cassis getragen wird.

Musée municipal méditerranéen d’art et traditions populaires

Das Museum für Kunst und Volkstraditionen liegt im Zentrum von Cassis. Es besticht unter anderem durch seine Gemäldesammlungen und Funde aus römischer Zeit, darunter auch hübsche Amphoren.

Der Gemeindebackofen

In der Rue Thérèse Rastit inmitten des historischen Fischereiviertels kann der Gemeindebackofen von Cassis besichtigt werden. Hier lässt es sich wunderbar in alte Zeiten eintauchen. Der Eintritt ist frei.

Die Calanques

Calanques

Calanques

Wer über Cassis spricht, muss auch über die Calanques sprechen. Die schmalen Felsenbuchten, die fjordartig tief in die Kalksteinfelsen eingeschnitten sind, sind eine der Hauptattraktionen zwischen Cassis und Marseille und bestechen durch ein atemberaubendes Panorama und eine hervorragende Wasserqualität. Von Cassis aus fahren mehrmals am Tag Boote zu den Calanques von denen aus die bezaubernden Buchten besichtigt werden können. Wer jedoch an den schmalen Sandstränden der Calanques baden möchte, muss einige Stunden wandern. Hier geht es zu weiteren Informationen.

Strände rund um Cassis

Neben der Bademöglichkeit in den Calanques verfügt Cassis direkt am Hafen selbst über einen Badestrand, der zu einem Besuch im klaren Wasser und genüsslichem Sonnenbaden einlädt. Insgesamt sind es zwei öffentliche überwachte Strände (Plage de la Grande Mer und Plage du Bestouan), drei nicht überwachte Buchten und die Klippen, die zum Bade- und Tauchspaß einladen. Hier geht es zur Checkliste für den Strandurlaub.

Wandern rund um Cassis

360 Kilometer gut ausgeschilderte Wanderwege gibt es rund um Cassis, die jedoch meist nur im Frühjahr und im Herbst zugänglich sind. Im Hochsommer ist das Wandern aufgrund der Waldbrandgefahr meist verboten. Der Schwierigkeitsgrad reicht von einfachen Spaziergängen bis hin zu richtigen Klettertouren. Daneben kann die Gegend auch mit dem Fahrrad erkundet werden.

Ein besonderes Erlebnis ist der durchgehend geöffnete Lehrpfad Sentier du Petit Prince, der zu Ehren von Antoine de Saint-Exupéry angelegt wurde. Er befindet sich auf der Halbinsel Port-Miou. Antoine de Saint-Exupéry, der vielen nur als der Schöpfer des „Kleinen Prinzen“ bekannt ist, war im 2. Weltkrieg ein berühmter Pilot, der in der Nacht des 31. Juli 1944 im Alter von 44 Jahren während einer gefährlichen Mission spurlos verschwand. Erst 2004 konnten Teile seines Flugzeugswracks nahe Cassis geborgen und das Rätsel um sein Verschwinden gelöst werden. Hier geht es zur Checkliste für den Wander-Urlaub.

Veranstaltungen im Jahresverlauf

Im Lauf des Jahres finden in Cassis verschiedene traditionelle Feste statt. So Ende Juni das „Fest der Fischer“, im September das „Winzerfest“ und im Dezember ein ansprechender Weihnachtsmarkt. Zudem ist Cassis jeweils am letzten Oktobersonntag der Zielort des Laufes „Marseille-Cassis“, der zu den bekanntesten Volks- und Straßenläufen Frankreichs gehört.

Ein Ausflug in die Geschichte

Erste Spuren menschlicher Besiedelung sind etwa ab dem 5. Jahrhundert vor Christus nachweisbar. Man vermutet, dass die Gegend auch zur Zeit der griechischen Antike besiedelt war. Nach den Römern bis ins Mittelalter hinein wechselten die Besitzer, bis Cassis schließlich im Jahr 1481 französisch wurde und den Bischöfen von Marseille zu Lehen gegeben wurde. Das Erbe der Bischöfe von Marseille ist noch heute im Wappen von Cassis zu sehen, das den Bischofsstab in Gold neben zwei weißen Fischen auf blauem Grund zeigt. Die heutige Altstadt wurde im 18. Jahrhundert am Hafen erbaut.