Port-de-Bouc – Ein unaufgeregter hübscher Ort. Auch, aber nicht nur für Campingfreunde

45 Kilometer westlich von Marseille befindet sich die Hafenstadt Port-de-Bouc. Die 17.000-Einwohner-Gemeinde entzückt durch ihre unmittelbare Nähe zum Wasser.

Port-de-Bouc

An der französischen Riviera reihen sich kleine Dörfer und Städte auf wie Perlen an einer Kette. Jeder Ort hat dabei seine eigene Schönheit und interessante Gebäude und Plätze, die für Touristen mehr oder minder offensichtlich sind. Mal geht es um eine bevorzugte landschaftliche Lage, mal um tolle Strände. Kunst und Kultur können das Besondere einer solchen Ortschaft ausmachen, aber auch geschichtliche Monumente, Hafenanlagen oder auch ein überdurchschnittlich gut erhaltener Ortskern. Im Falle von Port-de-Bouc, einer Gemeinde mit knapp 17.000 Einwohnern im Département Bouches-du-Rhône in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, ist es die unmittelbare Nähe zum Wasser und zu einem hübschen kleinen Jachthafen, die den Reiz des Ortes ausmachen. Port-de-Bouc lässt sich sowohl mit dem eigenen Schiff ansteuern, man kann aber natürlich auch mit dem Auto kommen. Wer will, bleibt gern auch länger. Port-de-Bouc hat nicht nur nette Hotels zu bieten, sondern ist vor allem ein Tipp für alle, die im Urlaub gern campen. So ist die französische Riviera auch für kleinere Budgets erschwinglich. Mit der Provence wartet im Hinterland zudem eine weltberühmte Ferienregion darauf, entdeckt zu werden. Verkehrstechnisch gesehen liegt Port-de-Bouc sehr günstig. Es befindet sich etwa zehn Kilometer westlich von Martigues und rund 45 Kilometer westlich von Marseille. In der näheren Nachbarschaft warten die Orte Fos-sur-Mer und Saint-Mitre-les-Remparts auf einen Besuch.

Die Geschichte des Ortes ist lang, aber nicht wild bewegt

Es lässt sich zwar nicht mit Dokumenten belegen, aber mit Knochenfunden. Wo sich heute Port-de-Bouc erstreckt, da wurde schon in grauen Vorzeiten gelebt und gejagt. Im sechsten Jahrhundert vor Christus soll es bereits eine Siedlung dort gegeben haben; kurz nach Christi Geburt dürfte dann auch der erste Hafen angelegt worden sein. Die ältesten Gräber, die in der Gegend gefunden wurde, stammen aus dem frühen Mittelalter. Man hat offenbar lange sehr beschaulich und relativ ungestört auf diesem Flecken Erde gelebt. Erst der Bau eines Kanals zwischen Port-de-Bouc und dem großen und berühmten Arles sowie eine Gebietsreform, die unter Napoleon III. im Jahr 1866 eingeleitet wurde, gelten als die nächsten geschichtlichen „Höhepunkte“. Nicht zu vernachlässigen ist allerdings auch das große Fort, das im 17. Jahrhundert zur Verteidigung des Ortes gebaut wurde. Es steht bis heute unversehrt an seinem Platz direkt am Wasser, hat also offensichtlich nicht allzu viele Feinde abwehren müssen.

Im Wald wird manchmal scharf geschossen

Port-de-Bouc

Ein echtes Juwel, das Port-de-Bouc für seine Bewohner ebenso wie für seine Besucher zu bieten hat, ist der Foret dominiale de Castillo. Diese grüne Oase direkt am Mittelmeer umfasst knapp 300 Hektar Land mit geradezu überbordender Flora und Fauna. Der Wald eignet sich nicht nur für lange Wanderungen, hier darf man auch mit dem Rad unterwegs sein. Übrigens, wer hier etwas Essbares findet, der darf es tatsächlich ernten und mit nach Hause nehmen. Beeren, Spargel, Pilze, Kräuter – nichts ist tabu. Ein ungeschriebenes Gesetz verlangt allerdings, dass der Gast nicht über seinen persönlichen Gebrauch hinaus erntet. Ob auf Wanderungen oder mit dem Rad, Touristen sollten möglichst nicht die ausgewiesenen Wege verlassen. Ab September bis weit in den Februar hinein wird im Wald nämlich donnerstags, samstags und sonntags scharf geschossen. Dann sind dort Jäger unterwegs, die Wild erlegen.

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Kultur mit Skulptur

Einer der bekanntesten Einwohner von Port de Bouc dürfte der Bildhauer Raymond Moralès gewesen sein. Er hinterließ dem Ort über 600 große Skulpturen aus Metall, die auf einem großen Parkgelände ausgestellt wurden. Das dazu gehörige Museum ist leider vor einigen Jahren geschlossen worden. Dennoch ist es nach wie vor möglich, einige der ungewöhnlichen Arbeiten im Park zu bewundern.