Fos-sur-Mer – Spagat zwischen ruhigem Ferienort und geschäftiger Hafenstadt

Die Kleinstadt Fos-sur-Mer hat etwa 18.000 Einwohner und liegt direkt an der französischen Riviera. Die Stadt darf mit Fug und Recht als Urlaubsparadies bezeichnet werden.

Fos-sur-Mer

Wir sind in der Provence. Da können die Touristenbüros der kleinen Städte nur unschwer mit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden an Geschichte prahlen – in diesem Teil der Welt haben mehr oder weniger alle das Recht dazu. Wir sind in Europa. Da kommt es schon mal vor, dass auch ein kleineres Städtchen eine florierende Wirtschaft und einen nachgefragten Hafen hat. Aber beides zusammen? Da kommt endlich Fos-sur-Mer ins Spiel. Die Kleinstadt mit rund 18.000 Einwohnern liegt direkt an der französischen Riviera und darf mit Fug und Recht als Urlaubsparadies bezeichnet werden.

Nach Marseille sind es von dort aus rund 50 Kilometer. Das ist ideal für alle, die ihren Provence-Urlaub mit dem Flugzeug antreten. Eine denkbare Alternative wäre aber auch der Flughafen von Nizza. Dass die Einwohner von Fos-sur-Mer dennoch nicht alle vom Tourismus leben (müssen), liegt unter anderem an dem internationalen Hafen der Stadt. Er bringt Arbeitsplätze, Geld, aber vor allem auch eine geschäftige, lebendige Atmosphäre mit sich. Die Besucher können in diese Atmosphäre eintauchen, sie müssen es aber nicht. Wer lieber ganz ruhig am Strand oder in seiner Ferienvilla die Freizeit genießt, kann das völlig unbehelligt tun. Die Bereiche liegen zwar nicht ewig weit voneinander entfernt, sie kommen sich aber auch nicht in nachbarschaftliches Gehege.

Ein Boot kommt selten allein

Apropos Hafen und Schiffe. Das ist die Formel fürs Geschäft. Hafen und Boote ist die Formel für den Urlaub. In Fos-sur-Mer wartet ein romantischer kleiner Jachthafen auf Urlauber, die entweder zu Wasser anreisen oder zu Land einen interessanten Spaziergang machen möchten. Über 820 Anlegeringe weist die Marina auf; in der Hochsaison kann es durchaus vorkommen, dass auch tatsächlich alle zum Festmachen genutzt werden. Dann ist – genau wie im großen Vorbild – auch in diesem Hafen Leben und Begegnung. Es lohnt sich, einen Ausflug dorthin zu unternehmen! Wer lieber Land unter den Füßen hat, der mietet sich in einem der sieben Hotels oder einer der beiden großen Ferienanlagen in Fos-sur-Mer ein. Von dort aus geht es dann ab in einen der zahlreichen Pools oder aber ins Meer. Ein sechs Kilometer langer, weißer Sandstrand dürfte allen Wünschen aus der Kategorie „Sommer, Sonne, Strand und Wellen“ gerecht werden.

Willkommen in der Vergangenheit

Fos-sur-Mer

Die Provence steht aber nicht nur für Ferien am Meer, sie steht auch für eine lange und traditionsreiche kulturelle Vergangenheit. Wer gut zu Fuß ist, der wandert von der Ferienunterkunft aus zum Felsen „Hauture“, der Fos-sur-Mer weithin sichtbar überragt. Dort angekommen genießt der Besucher nicht nur die Aussicht, sondern kann auch das „Castrum des Fossis“, also das Schloss von Fos-sur-Mer besuchen. Der Eintritt ist frei. Von dem Schloss aus wurden einst die See- und Flusswege zur Stadt überwacht. Das Castrum de Fossis gehört zu den ältesten und größten Schlössern im südlichen Teil der Provence. Die erste urkundliche Erwähnung datiert ins Jahr 923 zurück. Wem die Wanderung dorthin zu weit oder zu anstrengend ist, der kann natürlich auch mit dem Auto fahren.

Geschichte lässt sich auch direkt im Herzen der Stadt erleben und erfahren. Dort, wo sich einst das alte Rathaus befand, befindet sich inzwischen nämlich ein Museumsdorf. Dort kann man live – und ohne Eintritt zahlen zu müssen – nachvollziehen, wie es sich vor zu Beginn des 20. Jahrhunderts in diesem Dorf gelebt hat. Die Handwerksberufe, mit denen die Bewohner damals ihr Geld verdient haben, spielen dabei die Hauptrolle. Aber auch alte provenzalische Kampfspiele, das soziale Zusammensein auf dem Dorfplatz, der Umgang mit Pferden, Kühen und Schafen sowie die Arbeit in den Salzgärten werden lebensnah thematisiert. Wer danach wieder Lust auf die Gegenwart hat, muss nicht weit laufen.

Im Zentrum von Fos-sur-Mer lässt es sich wunderbar bummeln. Kleine Bars und Bistros laden zum Café au lait oder zu einem Gläschen Wein ein, es werden leckere Kleinigkeiten serviert und der Einzelhandel lockt mit hübschen Geschäften. Ob man nun auf französischen Chic aus ist oder auf traditionelle Waren aus der Provence; für beides gibt es ein breites Angebot. Übrigens, wer gern auf Märkten stöbert, kommt in Fos-sur-Mer ebenfalls auf seine Kosten. Jeden Mittwochvormittag wird ein Markt auf der Place de la Rèpublique veranstaltet. Das reicht noch nicht? Dann mache man sich bitte am Samstagvormittag zur Place du Marché auf. Dort findet ebenfalls jede Woche ein Markt statt.

Hotels, Apartments und Ferienwohnungen

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Auch außerhalb der Stadt gibt es viel zu erkunden

Die nähere Umgebung von Fos-sur-Mer hat viele Ausflugsziele in petto. Vogelliebhaber merken bitte einen Ausflug zu den Salzgärten vor. Dort lassen sich immer wieder seltene Wandervögel nieder. Der Estomacsee ist ein tolles Wandergebiet mit vielen gut ausgeschilderten Touren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade sowie Kinderspielplätzen. Eine landschaftliche Erfahrung ganz anderer und besonderer Art bietet die Crauebene mit ihrer trockenen Steppe.