Salon-de-Provence – Im Schatten von Nostradamus

Ein Urlaub an der französischen Riviera ist an sich schon etwas Besonderes. Wer seine Basis dann nicht in einem der vielen Küstenorte, sondern etwas weiter landeinwärts hat, der sticht wiederum aus der Menge der Rivierafans heraus. Sozusagen noch eine Stufe „besondererer“ aber hat erreicht, wer als Urlaubsort das Städtchen Salon-de-Provence wählt. Denn in dieser rund 44.000 Seelen zählenden Kleinstadt hat einst ein Mann gelebt, von dem die Welt bis heute mal mit Bewunderung, mal mit Skepsis, immer aber mit Respekt spricht. Die Rede ist von Michel de Nostredame, der unter dem Namen Nostradamus zu einem der berühmtesten Seher, Propheten und Ärzte Frankreichs und Europas aufgestiegen ist.

Nostradamus ist bis heute der berühmteste Sohn der Stadt

Obwohl es schon weit über 500 Jahre her ist, dass Nostradamus zur Welt kam, pilgern immer noch viele Touristen nach Salon-de-Provence, um das Haus, in dem er lange lebte und schließlich auch starb, zu besuchen. Zu stark ist die Faszination, die dieser Mann bis auf den heutigen Tag ausübt. Gemeinhin wird er als Arzt und Seher betrachtet, wenngleich viele ihn auch für einen Scharlatan halten. Er selbst hat übrigens nie behauptet, Arzt oder Astrologe zu sein. Vielmehr hat er sich als Apotheker verstanden und heilende Pülverchen gemischt, wohltuende Salben zusammengerührt und sogar medizinische Konfitüren gekocht. Angeblich ist er einst ein königlicher Leibarzt gewesen, belegt ist das jedoch nicht. Mächtige und Herrscher haben sich jedoch immer wieder von Nostradamus, der sich lediglich als „Freund der Sterne“ bezeichnete, Horoskope erstellen lassen. Seine allgemeinen Prophezeiungen, die vielen immer noch als Offenbarung der Zukunft schlechthin gelten, sichern ihm bis heute eine gläubige Anhängerschaft. Egal, wie man diesem Charakter aus dem hohen Mittelalter oder der frühen Neuzeit auch gegenübersteht: Sein Wohnhaus in Salon-de-Provence ist unbedingt einen Besuch wert. Es ist inzwischen längst zu einem Museum geworden, das ausschließlich seinem abenteuerlichen Leben und seinem Werk gewidmet ist.

Interessante Bauwerke aus diversen Jahrhunderten

Antike Uhr in Salon-de-Provence

Die historische Altstadt von Salon-de-Provence hat freilich noch einiges mehr zu bieten. So ist etwa die Kirche Saint Michel ein wunderbares Beispiel für romanische Architektur in der Provence. Die Kirche, deren älteste Teile im 13. Jahrhundert erbaut wurden, weist vor allem sehr gekonnte Skulpturen auf. Deutlich jünger ist der Uhrturm, der im 17. Jahrhundert einen alten Turm an der Stadtmauer ersetzte. Der Standort wurde dabei so ausgewählt, dass der Mistral, der häufig durch die Stadt weht, den Klang der Glocken verstärkte und besonders weit hinaustrug. Bis in die Gegenwart hinein wurde der Uhrturm immer wieder restauriert und mit neuen Verzierungen versehen. Wer sich ein bisschen zeit für ihn nimmt, wird sehr viele interessante Details entdecken können. Sehenswert ist übrigens auch das Rathaus, das in etwa aus der gleichen Epoche stammt. Insgesamt ist die Altstadt von Salon-de-Provence ein harmonisches Ensemble, in dem es natürlich auch viele Geschäfte, Bars und Bistros und kleine Plätze gibt. Hier kann man ganz wunderbar einen halben oder auch einen ganzen Tag vertrödeln, Zeitung lesen, gut essen und trinken und das Treiben der Welt ganz gemütlich beobachten. Genau das macht den Charme von Salon-de-Provence nämlich auch aus! Apropos Shopping. Eines der schönsten und typischsten Mitbringsel aus Salon-de-Provence ist Olivenölseife, die unter dem Namen „Savon de Marseille“ verkauft wird. Die beiden letzten verbliebenen Seifenfabriken, die den Ort einst reich gemacht haben, kann man in der Stadt übrigens auch besichtigen.

Hotels, Apartments und Ferienwohnungen

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Ausflugsziele in der Umgebung

Wer seinen Sommerurlaub in der Stadt selbst oder in unmittelbarer Nähe verbringt, der will aber natürlich sicher nicht immer an einem Ort bleiben. Kein Problem, denn von Salon-de-Provence aus kann man wunderschöne Ausflüge machen. Bis an die Küste sind es keine 20 Kilometer. Hier warten Strände, hübsche Küstenorte, Promenaden und jede Menge Eissalons. Städte wie Aix-en-Provence, Arles und auch Marseille sind binnen einer bis anderthalb Stunden bequem mit dem Auto zu erreichen.

In Aix-en-Provence und Arles begegnet der Besucher vielen Zeugnissen des alten Roms, deren „Besatzer“ Villen, Amphitheater, Mosaiken und Viadukte hinterlassen haben. Doch nicht nur die Vergangenheit beeindruckt hier. Auch das pulsierende französische Leben der Gegenwart lässt sich bestens studieren. Auf Wochenmärkten mit den köstlichen Produkten der Provence, in Bars mit den guten Weinen der Region und in schicken Geschäften, in denen sich die schicken Französinnen stilvoll einkleiden. Den Höhepunkt in Sachen Shopping und Gourmetgenuss setzt natürlich die Metropole Marseille. Wer sie unbesorgt und stressfrei erleben möchte, der kommt von Salon-de-Provence mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt.