MAMAC Nizza – Moderne und zeitgenössische Kunst von Marmor umhüllt

Das „Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain“ ist ein Museum für Moderne Kunst. Im Jahre 1990 wurde das Museum in Nizza eröffnet, welches aufgrund seines langen Namens weltweit nur nach seiner Abkürzung, MAMAC, benannt ist.

Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain

Auf den ersten Blick scheint das Gebäude so gar nicht zu Nizza mit seiner Architektur der Belle Époque zu passen. Zwei große weiße Würfel haben sich da an der „Place Garibaldi“ niedergelassen, beide fast fensterlos, aber durch eine lichte Glasgalerie verbunden. Tatsächlich aber ist das Haus der Stolz der Stadt und ihre Gegenwart. Das kubische Gebilde beherbergt das „Musée d’art moderne et d’art contemporain“, also das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst. Da das auf Deutsch genau wie auf Französisch ein sehr langer Name ist, ist das Haus sowohl bei den Einheimischen als auch in der Kunstwelt allgemein als „MAMAC“ bekannt. Wer an der Côte d’Azur oder auch im Landesinneren der Provence Urlaub macht und sich für Kunst interessiert, der sollte das MAMAC besuchen. Die Sammlungen haben Weltgeltung.

Neue Architektur mit uraltem Material für die Fassade

Doch zunächst zurück zum Gebäude selbst, das von den Architekten Yves Bayard und Henri Vidal entworfen worden ist. Für die Fassade wählten beide weißen Marmor aus dem italienischen Carrara. Der Stein ist so glatt, dass man schon Besucher dabei ertappt hat, wie sie die Mauern förmlich streicheln! Drinnen warten dann rund 4500 Quadratmeter an Ausstellungsfläche darauf, erobert zu werden. Die erste Ebene ist dabei stets aktuellen Wechselausstellungen vorbehalten; die Permanente wird auf der zweiten und dritten Ebene gezeigt. Der Eintritt für sie ist frei, geöffnet ist das MAMAC täglich von 10 bis 18 Uhr, außer montags sowie an einigen Feiertagen. Das Haus ist übrigens noch relativ jung, es wurde am 21. Juni 1990 eingeweiht. Im Vorfeld hatte es wegen seiner modernen Architektur in Nizza für eine öffentliche Diskussion gesorgt.

Internationale Sammlungen mit Weltgeltung

Inzwischen ist das MAMAC ein unverzichtbarer Teil der Stadt, der anspruchsvolle Besucher anlockt und mit ständig wechselnden hochkarätigen Ausstellungen immer wieder für neue Akzente in der Stadt sorgt. Hochkarätig sind aber auch die permanenten Sammlungen des Museums. So wurde etwa den neuen europäischen Realisten viel Platz eingeräumt. Ausgestellt werden dort unter anderem Werke von Yves Klein und Jean Tinguely, Gérard Deschamps und Daniel Spoerri.

Selbstverständlich gehören auch Arbeiten von Niki de Saint Phalle, nach der übrigens eine Straße vor dem Museum benannt ist, sowie von Christo zu den berühmten Exponaten des Hauses.

Ohne Pop Art geht in der Kunst von heute gar nichts

Blick vom Dach

Die zeitgenössische Kunst ist ohne die amerikanische Pop Art nicht denkbar. Entsprechend ist auch diese Kunstrichtung im MAMAC vertreten – auf gewohnt hohem bis höchstem Niveau. Die Aufzählung der Künstler, deren Werke hier zu sehen sind, gleicht einem Who is Who der American Pop Art. So hängen im MAMAC zum Beispiel die an Comics erinnernden Arbeiten von Roy Lichtenstein und es sind diverse Werke von Größen wie Robert Indiana, Claes Oldenburg, Tom Wesselmann und Robert Rauschenberg zu sehen. In dieser Aufzählung fehlt ein wichtiger Name? Ja, aber nur, weil er eine herausragende Einzelerwähnung verdient hat. Denn selbstverständlich ist auch Andy Warhol mit seinen Siebdrucken im MAMAC vertreten. Allein das ist eigentlich schon Grund genug, um im Urlaub an der Riviera und in der Provence mindestens einmal einen Kulturtag einzulegen.

Apropos US-amerikanische Kunst: Neben ihren Pop Art Kollegen werden auch amerikanische Minimalisten wie Kenneth Noland, Larry Poons und Frank Stella ausgestellt. Besucher, die sich mit moderner und zeitgenössischer Kunst (noch) nicht so gut auskennen und sich von den vielen Namen und Richtungen überfordert fühlen, können sich im MAMAC einer Führung anschließen. Dieser Service wird sowohl für Gruppen als auch für Einzelpersonen angeboten; eine Anmeldung dafür ist unerlässlich.

Vielleicht allgemein nicht ganz so bekannt wie die American Pop Art, dennoch aber ebenfalls extrem wichtig für die neue Kunst ist der italienische Einfluss der „Arte Povera!. Auch diese Richtung wird im MAMAC sehr gut repräsentiert, unter anderem mit Arbeiten von Jan Fabre, Enrica Borghi und natürlich von Superstar Michelangelo Pistoletto.

Es kommt übrigens nicht von ungefähr, dass dieses hoch interessante Museum in Nizza gebaut worden ist. Die Stadt ist selbst Heimat einer Künstlergruppe, die in der Moderne höchst anerkannt ist. Unter den Künstlern Nizzas, die im MAMAC ausstellen, finden sich unter anderen Sacha Sosno und Ben Vautier.