Unheilbare Pflanzenkrankheit in der Provence entdeckt

Bereits vor Wochen hat sich der Verdacht der Erkrankung eines Kreuzblumenstrauches durch eine Unterart des Bakteriums Xylella Fastidiosa in der Region Nizza bestätigt. Nun breitet sich die Pflanzenkrankheit in der Provence weiter aus.

Bereits vor Wochen hat sich der Verdacht der Erkrankung eines Kreuzblumenstrauches durch eine Unterart des Bakteriums Xylella Fastidiosa in der Region Nizza bestätigt. Nun breitet sich die Pflanzenkrankheit in der Provence weiter aus.

Vor wenigen Wochen ist auf dem französischen Festland erstmals eine durch Bakterien übertragene unheilbare Pflanzenkrankheit nachgewiesen worden. Die Krankheit wurde an einem Kreuzblumenstrauch in der Nähe von Nizza entdeckt. Das Bakterium „Xylella Fastidiosa“ wird durch saugende und steckende Insekten wie zum Beispiel Zikaden übertragen. Nachdem nun in der gesamten Provence mehrere Fälle von „Xylella Fastidiosa“ bestätigt wurden, greifen die Behörden zu härteren Maßnahmen. Unter anderem ist die Rede von einer zehn Kilometer großen „Pufferzone“ rund um die Infektionsherde.

Der Verkauf mehrerer Pflanzenarten wurde verboten

So reich an Pflanzen und Bäumen kennt man die Provence. Und das soll auch so bleiben, weshalb die Behörden nun vehement gegen die Infektion vorgehen.

So reich an Pflanzen und Bäumen kennt man die Provence. Und das soll auch so bleiben, weshalb die Behörden nun vehement gegen die Infektion vorgehen.

Im vergangenen Jahr hatte das Bakterium mehr als eine Million Olivenbäume in der italienischen Region Apulien befallen. Schon im Juli wurden auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika weitere Fälle gemeldet. Seitdem wurden fast 100 Infektionsherde entdeckt. Die Insekten verteilen das Bakterium in den Baumkronen oder auf kleinere Pflanzen. Die betroffenen Pflanzen oder Bäume trocknen aus und stecken weitere um sich liegende Pflanzen an. Bedroht sind Nutzpflanzen wie Oliven, Zitronen und Wein – alles Pflanzen, die an der Côte d’Azur von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind. Aber auch größere Baumarten wie Ahorn und Eichen sind betroffen. Im Umkreis von circa 100 Metern rund um die infizierten Pflanzen werden alle möglichen Wirtspflanzen entfernt und vernichtet. Auch werden Insektenvernichtungsmittel eingesetzt. Stéphane Bouillon, Präfekt der Region Provence-Côte d‘Azur (PACA) richtete eine Pufferzone rund um die bekannten Fälle ein. Die etwa 200 von einer Infektion gefährdeten Pflanzenarten dürfen die 10 Kilometer große Zone nicht verlassen.

Auch wurde der Verkauf von einigen Pflanzenarten verboten. Gärtnereien müssen ihre Bestände vernichten, was für viele Menschen ein finanziell harter Schlag ist. Verbotene Pflanzenarten sind:

  • Pfrimenginster (Spartium junceum L)
  • Rosmarin Rosmarinus (officinalis L)
  • Die Kreuzblume (Polygala myrtifolia L)
  • Pelargonien (Pelaronium graveolens)- Myrte (Myrtus communis L)
  • Französischer Lavendel und dessen Kreuzungen (Lavendula dentata)
  • Hebe (Hebe sp)- Ginster (Genista ephedroides)
  • Geißklee (Cytisus racemosus)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)

Gegen das im Deutschen „Feuerbakterium“ genannte „Xylella Fastidiosa“ gibt es keine Hilfsmittel, weshalb die meisten Landwirte eigens zum Feuer greifen, um die infizierten Pflanzen zu verbrennen. Um den wirtschaftlichen Niederschlag von der Gartenbauindustrie zu verhindern, haben regionale Behörden bereits die Einrichtung von Finanzhilfen angekündigt.

31. Oktober 2015