Montagne St. Victoire – Mehr als nur ein Berg, ein Kunstwerk!

Ein Berg ist ein Berg. Aber Mesdames et Messieurs, was für ein Irrtum! Ein Berg kann auch ein großartiges Kunstwerk sein. Zugegeben, das trifft nicht für jede Erhebung zu, die die Erdgeschichte auf der Oberfläche dieser Welt hinterlassen hat. Ganz sicher aber gilt es für den „Montage St. Victoire“, einen Höhenzug aus Sandstein, der sich ganz in der Nähe von Aix-en-Provence befindet.

Er ist im Sommer nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel für Radfahrer, Wanderer und Kletterer, sondern auch eine Art Wallfahrtsort für Kunstfreunde. Der Montage St. Victoire ist nämlich mehrfach in den Jahren 1885 bis 1906 von dem weltberühmten Maler Paul Cézanne verewigt worden.

Ein Feuer hat vieles verändert

Die etwas mehr als hundert Jahre, die seitdem vergangen sind, sind natürlich ein Wimpernschlag im Vergleich zum tatsächlichen Alter des pittoresken Gebirges. Der Höhenzug erstreckt sich insgesamt über rund 18 Kilometer, die höchste Erhebung misst 1011 Meter über Normallnull. Wer der erste Gipfelstürmer dort gewesen ist, ist leider nicht bekannt. Aber man weiß, dass sich im 13. Jahrhundert Christen an den Aufstieg gemacht haben und auf dem höchsten Punkt eine Kapelle errichtet haben. Im 17. Jahrhundert erhielt der Montage St. Victoire seinen jetzigen Namen; vorher ist von ihm unter mehreren anderen Bezeichnungen die Rede. Ein schlimmes Jahr, das bis heute Nachwirkungen zeigt, war 1989 für den „Montage St. Victoire“. An seinem Südhang brach damals im Hochsommer ein Feuer aus, das sich über 50 Quadratkilometer erstreckte, bevor es schließlich gelöscht werden konnte.

Man hat zwar vieles versucht, um die Fläche später wieder aufzuforsten, doch die ursprüngliche Artenvielfalt konnte nicht wiederhergestellt werden. Um eine ähnliche Katastrophe zu vermeiden, ist Zugang heute vor allem im Sommer stark eingeschränkt. Wenn der Montage St. Victoire jedoch zugänglich ist, dann lockt er nach wie vor rund 700.000 Menschen pro Jahr an. Sie kommen, um sich hier zu erholen, oder um an der frischen Luft Sport zu treiben. Neben Klettern, Wandern und Radfahren ist auch der Abstieg in eine der zahlreichen Höhlen eine beliebte, wenn auch nicht ganz ungefährliche Freizeitbeschäftigung.

Licht und Schatten am Kreuz der Provence

Man kann am Montage St. Victoire Sport treiben, man muss es aber nicht. Es reicht auch, einfach nur zum Schauen und zum Staunen zu kommen. Das Auto abstellen, ein paar Schritte gehen oder einen Platz zum Hinsetzen finden und dann geht es los. Die Augen wandern über zerklüftete Felsen und sorgen sich um Pinien, die sich scheinbar an nackten Stein klammern und jeden Moment herunterzufallen drohen. Rote Erde rivalisiert mit einem (meist) azurblauen Himmel, Licht und Schatten kreieren immer wieder neue Bilder und Stimmungen. Einen Akzent der ganz besonderen Art setzt das „Croix de Provence“. Dieses Kreuz steht zwar nicht auf der höchsten Erhebung, es ist mit seinen majestätischen 19 Metern Höhe jedoch von fast überall aus gut zu sehen.

Mit Cézanne in die Berge

Der Maler Paul Cézanne hatte garantiert eine gute Sicht auf den „Montage St. Victoire“. Er konnte den Höhenzug nämlich von einem Fenster in seiner Wohnung in Aix-en-Provence aussehen. Immer wieder hat er den Höhenzug zu allen Jahreszeiten und mit unterschiedlichen Details auf die Leinwand gebannt. Heute führt von Aix-en-Provence aus eine Straße in die Montage St. Victoire, die „Rue Cézanne“ heißt. Sie ist sehr gut ausgeschildert. Wer ihr folgt, kommt automatisch zu den schönsten Aussichtsplätzen des kleinen Gebirges und zu diversen Wanderwegen.

Sie interessieren sich für den Maler Paul Cézanne? Dann schauen Sie sich unbedingt mal die Seite www.atelier-cezanne.com an. Hier finden Sie nicht nur viele nützliche Informationen, sondern auch einige Bilder des Künstlers zum Montagne St. Victoire.