Marseille: Le Parc urbain des Papillons bleibt bis 2025 geöffnet

Seit 2010 befindet sich in Marseille, genauer gesagt im Bereich Montgolfier, mit dem Le Parc urbain des Papillons ein Park, in dem die Schmetterlinge in der Stadt untersucht und gleichzeitig geschützt werden. Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Universität Aix-Marseille und dem Laboratoire Population Environnement Développement (LPED) betrieben wird, bleibt noch weitere vier Jahre bis einschließlich 2025 erhalten.

Inhaltsverzeichnis
Kurse, Schulungen und Workcamps | Besseres Verständnis der Biodiversität in Städten | Ein Paradies für Schmetterlinge | Park bietet eine Vielzahl an Lebensräumen | Angebote für die breite Öffentlichkeit

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Das Ziel dieses “Observatoriums für urbane Biodiversität” ist es, eine Bestandsaufnahme durchzuführen und das Wissen über die Biodiversität innerhalb der Stadt zu vertiefen. Die gesammelten Daten sollen dann für die Pflege der Grünflächen der Stadt verwendet werden. Daneben dient der Schmetterlingspark als ein Ort der Schulung und Sensibilisierung für Schüler, Studenten und Fachleute, aber auch für die breite Öffentlichkeit.

Kurse, Schulungen und Workcamps

Das Ziel des Parks ist es, Wissen über die Biodiversität innerhalb Marseilles zu erlangen.

Das Ziel des Parks ist es, Wissen über die Biodiversität innerhalb Marseilles zu erlangen.

Die Stadt Marseille beherbergt die LPED bereits seit 2010 auf dem fast zwei Hektar großen Gelände. Nachdem die Fläche 2016 umgestaltet worden war, konnten die Forschungsprogramme zur urbanen Diversität ausgebaut werden. Am Standort werden zahlreiche von LPED-Mitgliedern betreute Feldkurse für Masterstudenten und Doktoranden der Universität Aix-Marseille in den Bereichen Geografie, Ökologie oder Soziologie angeboten. Dazu kommen Exkursionen für Schüler und Studenten im Bereich Umwelt.

Besseres Verständnis der Biodiversität in Städten

Ziel der Forschungseinrichtung ist es, die Biodiversität vor Ort besser zu verstehen und das Bewusstsein der Öffentlichkeit für ihren Erhalt zu schärfen. Sie soll veranschaulichen, wie sich städtische und stadtnahe Flächen so nutzen lassen, dass es auch der Umwelt und der Biodiversität zugutekommt. Marseille dient hier als Beispiel für andere französische Städte, in denen periurbane Flächen häufig zur Erweiterung der Städte hergenommen werden.

Ein Paradies für Schmetterlinge

Le Parc urbain des Papillons soll die Schmetterlinge untersuchen und schützen.

Le Parc urbain des Papillons soll die Schmetterlinge untersuchen und schützen.

Die Arbeit an den Schmetterlingen in Marseille ergab einen ungeahnten Artenreichtum (44 Arten), es zeigte sich aber, dass der Artenreichtum und die Zahl der Schmetterlinge an sich von der Umgebung bis zur Stadt selbst zurückging. Es zeigte sich auch, dass hier mediterrane Arten verlorengingen.

Um die Biodiversität im Stadtbereich langfristig zu beobachten und ihre Entwicklung zu verstehen, richtete das LPED 2012 eine in Frankreich einzigartige experimentelle Forschungseinrichtung ein: den Parc Urbain des Papillons (PUP). Ziel des Schmetterlingsparks ist es, die Schmetterlinge an diesen Ort zu locken, wo sie in Ruhe leben können. Die Schmetterlinge dienen dabei als Marker zur Untersuchung von Veränderungen im Ökosystem.

Park bietet eine Vielzahl an Lebensräumen

Denn während eines Entwicklungszyklusses nutzt ein Schmetterling diverse Lebensräume, wodurch sich bestimmte ökologische Anforderungen und eine schnelle Reaktion auf Veränderungen ergeben, was die Tiere zu einem hervorragenden Studienobjekt macht, um rapide Veränderungen in der Umwelt und insbesondere in städtischen Lebensräumen zu verstehen.

Der Park bietet den Schmetterlingen hierbei eine Vielzahl an Lebensräumen. Wirtspflanzen für die Ernährung der Raupen, verschiedene Pflanzen die Nektar produzieren, Rückzugsorte wie hohe Gräser oder Beerensträucher, aber auch Punkte zum Sonnen und vieles mehr.

So kann im Park hervorragend beobachtet werden, ob neue Arten in Marseille eintreffen und inwiefern sich diese dort ansiedeln und gegebenenfalls ausbreiten.

Angebote für die breite Öffentlichkeit

Neben der wissenschaftlichen Forschung ist der Park auch regelmäßig für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Allerdings nur an bestimmten Tagen wie zum Beispiel dem Rendez-vous au Jardin, den Journées du Patrimoine oder der Fête de la Science.

Lehrtafeln, ein illustrierter Führer und ein weiteres Lehrmaterial werden hier für die Öffentlichkeit bereitgestellt und wurden seit 2012 von rund 1.000 Gästen aus der breiten Öffentlichkeit gerne angenommen.

4. Juni 2021