Ockerbrüche von Rustrel – Mutter Natur in einem echten Farbflash

Der regionale Naturpark Luberon in der südfranzösischen Urlaubsregion Provence hat gleich zwei Ockersteinbrüche zu bieten: die Brüche von Roussillon und die von Rustrel. Erstere sind die berühmtesten, letztere sind allerdings die größeren und, wie nicht wenige Besucher meinen, auch die imposantesten.

Das könnte man schon allein wegen des Namens vermuten: In Rustrel wartet der so genannte Colorado auf die Besucher, eine pittoreske Schlucht, die an Dramatik nichts zu wünschen übrig lässt.

Vom kurzen Spaziergang bis zur Ganztageswanderung ist alles möglich

Da eine Wallfahrt zu den Ockersteinbrüchen fast immer zuerst nach Roussillon führt, soll unser „Wegweiser“ dort beginnen. Man nimmt einfach die Straße Richtung Apt und folgt dann der Beschilderung. In Rustrel wird übrigens keine Eintrittsgebühr verlangt, dafür muss allerdings der Parkplatz bezahlt werden. Für ein paar Euro kann der Wagen dort den ganzen Tag abgestellt werden. Wer mag, kann diesen ganzen Tag auch tatsächlich in den Ockerbrüchen von Rustrel verbringen. Sie sind so weitläufig, dass sich die Planung einer langen Wanderung lohnt. Wer nicht so gut zu Fuß ist oder auf andere Rücksicht nehmen muss, der kommt aber auch auf seine Kosten. Die Highlights der Ockerbrüche sind schon nach einer relativ kurzen Wegstrecke erreicht. Man nimmt den als „Chemin de fées“ ausgeschilderten Weg und kommt zu Steinformationen, die senkrecht in den Himmel weisen. Ganz fein und beinah zerbrechlich wirken sie wie überdimensionale Nadeln.

Abgesehen von diesen Formationen aber sind es vor allem die Farben, die in den Ockersteinbrüchen faszinieren. Es gibt nicht viele Plätze auf der Welt, wo so viele und vor allem so intensive Rot-, Gelb- und Brauntöne aufeinandertreffen. Die Farben scheinen förmlich von innen zu leuchten. Das ist keineswegs nur der Versuch einer poetischen Beschreibung, sondern ein handfester Tipp: Eine Sonnenbrille, die zur Not (und definitiv bei empfindlichen Augen) den prächtigen Farbmix etwas abmildern kann, gehört in den Ockerbrüchen zur Pflichtausrüstung. Apropos Pflichtausrüstung. Man sollte bei der Wanderung festes Schuhwerk tragen und bitte nicht allerbeste Paar auswählen. Die Schuhe werden später vom Staub der Ockermineralien komplett überzogen sein – und den Hosenbeinen wird es zumindest bis zum Knie hinaus auch nicht viel anders gehen.

Jede Menge Fotomotive – und nicht nur für Selfies

Ebenfalls unerlässlich ist eine Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor. Ein Besuch in den Ockerbrüchen von Rustrel sollte nämlich möglichst an einem sonnigen Tag stattfinden. Dann sind nicht nur die Farben der Brüche am eindrucksvollsten, sondern auch ihr Kontrast zum knallblauen Himmel und zum dunklen Grün der Pinien. Besucher können sich in den Brüchen wirklich „sattsehen“. Allein die diversen Bäume, Büsche und anderen Pflanzen, die direkt aus dem Ockerboden wachsen, sind echte Sehenswürdigkeiten der Natur. Kein Wunder also, dass an diesem Ort unglaublich viel fotografiert wird. Die Motive sind schier unendlich! Damit die Bilder gelingen, sollte man je nach Kamera und Ausrüstung schon zuhause an einen Filter denken.

Der Steinbruch ist noch aktiv

Die Ockerbrüche von Rustrel sind nicht nur ein Anziehungspunkt für Touristen, dort wird auch noch echt gearbeitet. Nach wie vor liefern die Brüche Pigmente für jene begehrten Erdfarben, auf die Künstler in aller Welt nicht verzichten können und wollen. Glaubt man den Einwohnern des Dörfchens Rustrel, dann werden in ihrem Steinbruch stolze 20 verschiedene Erdfarben gewonnen.