L‘Isle-sur-la-Sorgue – Das alte Städtchen ist ein Tipp für Antiquitätenfreunde

Märkte und Messen gibt es in der Urlaubsregion Provence wahrlich mehr als genug. Wenn also eine Verkaufsausstellung trotzdem einer der Gründe ist, warum ein Ort regelmäßig Tausende von Besuchern anlockt, dann muss es damit eine ganz besondere Bewandtnis haben. Und genauso ist es im Falle von L’Isle-sur–la-Sorgue; jenem Städtchen, das sich vor allem mit Antiquitäten einen Namen gemacht hat.

Vor allem in der Gegend rund um den Bahnhof können interessierte Kunden bei über 200 Händlern auf Schatzsuche gehen. Das ist die Norm, aber zu Ostern sowie in den Reisemonaten Juli und August setzt man in L’Isle-sur–la-Sorgue sogar noch einen drauf.

Dann finden besagte Antiquitätenmessen statt, die sowohl Touristen als auch Franzosen aus allen Teilen des Landes anlocken. Egal, wie groß oder klein der Geldbeutel ist, Sammler und Investoren kommen dann garantiert auf ihre Kosten. Für Urlauber lohnt es sich zudem, nach originellen und schönen Souvenirs zu suchen. Wer weiß, mit etwas Glück findet man ja ein wertvolles Objekt zum Schnäppchenpreis!

Das Venedig der Provence

Aber zugegeben, nur wegen der Antiquitäten nach L’Isle-sur–la-Sorgue zu kommen, wäre eigentlich schade. Die Kleinstadt mit ihren knapp 20.000 Einwohnern hat nämlich deutlich mehr zu bieten. Tatsächlich wartet L’Isle-sur–la-Sorgue mit einem so hübschen Stadtbild und so vielen Sehenswürdigkeiten auf, dass man dort ohne Weiteres auch ein paar Übernachtungen einplanen oder es sogar gleich als „Basislager“ für einen Urlaub in der Provence wählen könnte. Das Städtchen liegt sehr nah bei Avignon, und auch nach Aix-en-Provence, Marseille, Montpellier und Orange ist es nicht weit. Doch jetzt bitte hiergeblieben!

Einen wunderbaren ersten Endruck von L’Isle-sur–la-Sorgue bekommt man während eines Bummels am Fluss. Der Ort hat seinen Namen von dem Gewässer Sorgue, das bis ins Mittelalter hinein ein Sumpfgebiet mit Feuchtigkeit gespeist hat. Die Einwohner damals nannten den Flecken „Insula“, weil er quasi einer Insel glich. Der erste Teil des heutigen Namens ist dafür die Entsprechung. Nach und nach wurde der Sumpf durch die Anlage von kleinen Kanälen ausgetrocknet. Heute sind die Kanäle ein Relikt, das der Stadt den Kosenamen „Venedig des Comtat“ eingetragen hat. „Comtat“ ist dabei der abgekürzte Name der umliegenden Grafschaft. Lange waren die Kanäle Voraussetzung für eine lebhafte Industrie. ÖL- und Papiermühlen, die von großen Wasserrädern aus Holz angetrieben wurden, bescherten den Einwohnern ein gutes Auskommen. Inzwischen sind die Wasserräder eine Touristenattraktion, ebenso wie die Kanäle, an denen es sich vor allem abends so schön bummeln lässt.

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Von weltlichen und sakralen Bauten

Schaufelräder, dazu jede Menge kleiner, fast immer mit Blumen geschmückter Brücken; L’Isle-sur–la-Sorgue bietet seinen Besuchern einen gepflegten und sehr romantischen Anblick. Dank der vergleichsweise langen Geschichte des Ortes darf man sich in der Altstadt auf viele Gebäude aus unterschiedlichen Epochen freuen. So bilden etwa Fassaden aus der Gotik und nicht weit davon entfernt aus der Renaissance interessante architektonische Ensembles. Im Inneren dieser einstigen großbürgerlichen Häuser findet heute nicht nur privates, sondern auch öffentliches Leben statt. Ein gutes Beispiel dafür ist das „Hôtel Donadeï de Campredon“. In dem klassizistischen Gebäude finden mittlerweile wechselnde Kunstschauen statt, die ein hohes Niveau zu bieten haben. So werden unter anderem Werke von Henri Matisse. Joan Miró und Raoul Dufy gezeigt.

Nicht nur die weltlichen, auch die geistlichen Gebäude von L’Isle-sur–la-Sorgue brauchen sich wahrhaft nicht zu verstecken. So gibt es etwa eine Kirche aus dem 13. Jahrhundert und mit der Stiftskirche Notre-Dame-des-Anges einen Sakralbau, der als Hauptzeugnis des Barock in Südfrankreich gilt.

Doch die Stadt war einst nicht nur Heimat für Christen, sondern auch für Juden. Im Mittelalter standen sie in L’Isle-sur-la-Sorgue unter dem Schutz des Papstes und konnten dort der Verfolgung entgehen. Ihre Geschäftstüchtigkeit und ihr Fleiß trugen zum Dank zur Entwicklung der Stadt maßgeblich bei. Bis heute gibt es einen Jüdischen Friedhof, der als historisches Monument geehrt und bewahrt wird.

L’Isle-sur–la-Sorgue auf einen Blick

  • Von malerischen Kanälen durchzogene, pittoreske Kleinstadt
  • Echter Geheimtipp für Antiquitätensammler
  • Architektonisch interessante Altstadt
  • Stiftskirche Notre-Dame-des-Anges bietet eine ungewöhnlich reiche Ausschmückung im Inneren.
  • Historischer jüdischer Friedhof