Gardanne – Malerische Ferien an der Riviera

Der französische Maler Paul Cézanne hat lange in Gardanne gelebt und hier seine Motive gefunden. Grund genug, sich näher mit diesem zauberhaften Ort zu beschäftigen.

Ein Überblick über Gardanne zeigt die industrielle Bedeutung der Stadt. Foto: By MaxMaignan (Self-photographed) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 4.0-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0-3.0-2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons

Ein Überblick über Gardanne zeigt die industrielle Bedeutung der Stadt. Foto: By MaxMaignan (Self-photographed) [GFDL or CC BY-SA 4.0-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Generationen von Reisenden wissen es natürlich längst: Die französische Riviera ist mehr als nur eine Reise im Leben wert. Es hat sich auch längst herumgesprochen, dass nicht nur das milde Klima, die schöne Landschaft und das Essen dazu beitragen, dass Gäste sich hier wie Gott in Frankreich fühlen.

Auch die kleinen Städte und Dörfer tragen dazu bei, dass der Mensch sich hier wohlfühlt und entspannt. Aber es gibt so viele Ortschaften! Wo also buchen, wie die richtige Basis und den besten Ausgangspunkt für Entdeckungstouren finden? Manchmal kann ein Kunstbuch zur Entscheidungsfindung beitragen. Denn Maler haben ein ganz besonderes Auge für natürliche und architektonische Schönheit, für das Zusammenspiel von Licht, Luft und Wasser. Einer der ganz Großen dieser Zunft, der Franzose Paul Cézanne, hat lange in und um Gardanne gelebt und hier seine Motive gefunden. Wenn es Cézanne dort gefallen hat, dann könnte es doch auch das Richtige für anspruchsvolle Touristen sein.

Ein paar Daten und Fakten zum Einstieg

Gardanne ist ein beschauliches kleines Städtchen mit gut 20.000 Einwohnern. Auf der Landkarte findet man es an direkt an der Bahnlinie, die Aix-en-Provence und Marseille miteinander verbindet. Wer im Ausland nicht so gern Auto fährt, den wird diese Lage sicher freuen. Sie garantiert, dass zwei der interessantesten und schönsten Städte der Region bequem per Bahn für einen Tagesausflug erreichbar sind. Kein Stress mit hupenden französischen Autofahrern, kein Stress beim Parken. Wunderbar.

Zurück zu Gardanne. Mauerreste beweisen, dass die Gegend rund um den Ort schon seit der Antike, etwa seit dem 1. Jahrhundert nach Christi Geburt, besiedelt gewesen ist. Schriftliche Belege existieren seit der Mitte des 15. Jahrhunderts. Damals kaufte ein Mitglied der berühmten Familie D’Anjou das Land. Es wechselte noch einmal den privaten Besitzer, bevor es schließlich 1676 von den damaligen Bewohnern für die Allgemeinheit erworben wurde. Die größten Veränderungen vollzogen sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Industrialisierung der Küstenregion machte auch vor Gardanne nicht Halt. Mit Fabriken und Bergwerken kamen arbeitswillige Menschen aus aller Herren Länder in das kleine Gardanne, dessen Bevölkerungszahl sich innerhalb weniger Jahre vervielfachte. Inzwischen jedoch ist auch das letzte Bergwerk schon seit Jahren geschlossen. Es stellte 2003 seinen Betrieb ein.

Auf Schusters Rappen durch die schöne Provence

Zu Fuß eine Landschaft zu erkunden, das hat was. Plötzlich offenbaren sich Dinge, an denen man sonst garantiert einfach vorbeigefahren wäre. Das ist eine Urlaubsweisheit, die übrigens auch daheim ihre Gültigkeit hat. Eine Urlaubsweisheit auch, die sich der Fremdenverkehrsverein in Gardanne zu Herzen genommen hat. Er bietet sechs geführte Touren an, die allesamt auch von ungeübten Wanderern bewältigt werden können.

Die Strecken variieren in der Länge von fünf bis 17,5 Kilometer und sind bestimmten Themen zugeordnet. Gäste, die lieber allein unterwegs sind oder ein schnelleres Tempo vorlegen möchten, können die gut ausgeschilderten Strecken natürlich auch auf eigene Faust bewältigen. Im Touristenbüro gibt es zudem Kartenmaterial dafür sowie weitergehende Vorschläge für körperlich anspruchsvollere Wanderungen. So oder so kann ein Aufenthalt in Gardanne also auch zu einem Fitnesstraining werden.

Mit Cézanne auf Du und Du

Um 1890 erstellte der französische Maler Paul Cézanne ein Selbstportrait. Foto: Paul Cézanne [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

Um 1890 erstellte der französische Maler Paul Cézanne ein Selbstportrait. Foto: Paul Cézanne [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

Gardanne mag auf den ersten Blick wie ein zwar schönes, aber eben doch kleines und unbedeutendes Städtchen erscheinen. Weit gefehlt! Man kann diesem Ort in einigen der bedeutendsten Museen der Welt wieder begegnen – zum Beispiel auch im Metropolitan Museum in New York (1000, Fifth Avenue). Da hängt sie dann, die Ansicht von Gardanne, gemalt vom großen Paul Cézanne. 1885 und 1886 verbrachte er längere Phasen in Gardanne, wo er zusammen mit seiner Gefährtin Hortense Fiquet und seinem Sohn Paul im Cours Forbin 27 wohnte. Hier hatte er eine sehr produktive Schaffensphase, von der Gardanne bis heute profitiert. Da vor allem die Altstadt bis auf den heutigen Tag so gut wie unverändert ist, zieht das Städtchen viele Reisende an, die das Original mit den Gemälden vergleichen möchten. Diese an Kunst und Kultur interessierten Menschen bringen Geld in die Stadt. Die Hotellerie, Gastronomie und der Einzelhandel von Gardanne sind deshalb nicht nur auf die Bedürfnisse von Tagestouristen eingerichtet, sondern bedienen gern auch einen gehobenen Anspruch. Übrigens, Gardanne ist das einzige Dorf, das Cézanne jemals für wert befunden hat, gemalt zu werden.

Von Gardanne aus in die Provence

Selbst von so einem hübschen Fleck wie Gardanne aus will der Gast natürlich Ausflüge machen. Ein Tag in Marseille sollte ebenso unbedingt dazugehören wie ein Trip nach Aix-en-Provence. Aber auch eine Fahrt an die Küste darf nicht fehlen. Von Gardanne bis Sausset-les-Pins sind es keine 20 Kilometer. Aber auch Schwergewichte wie Cannes, Monaco und Nizza lassen sich von hier aus prima erreichen.

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