Oper Toulon – Klassische Musik und Arien für die ganze Provence

Die Oper in Toulon, „Opéra de Toulon“, ist zwar „nur“ das zweitgrößte Opernhaus Frankreichs, wurde allerdings 13 Jahre vor dem berühmten Opernhaus in Paris eröffnet.

Oper Toulon

Geht es um Kunst und Kultur, dann hat in Frankreich die Hauptstadt Paris im Vergleich mit anderen Orten nur sehr selten das Nachsehen. Ausgerechnet bei der Oper aber ist genau das der Fall. Denn wenn Toulon auch „nur“ das zweitgrößte Opernhaus des Landes besitzt ist, so wurde es dennoch stolze 13 Jahre vor dem Opernhaus in Paris, dem Palais Garnier, eröffnet. Auf diese Tatsache ist man bis heute in Toulon sehr stolz!

Inzwischen kann man zwar von den Produktionen (und vor allem vom Etat) her gesehen mit Paris nicht mehr ganz mithalten; dennoch genießt die Oper Toulon einen hervorragenden Ruf unter Opernfreunden.

Ein Blick zurück in die Entstehungsgeschichte

Es war etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Europa plötzlich von einer Welle der Musikbegeisterung ergriffen wurde. Vor allem Opern hatten es dem anspruchsvollen Publikum aus dem Adel und einem erstarkenden, immer reicher und mächtiger werdenden Bürgertum angetan. Zwar gab es bereits in vielen Städten kleinere Bühnen, auf denen Opern aufgeführt wurden. Doch nun sollte alles schöner, größer und natürlich auch repräsentativer werden. Eine Zeit eifriger Bautätigkeit begann – auch in Toulon. Dort sollte das „ Le Grand Theâtre de Toulon” entstehen. Ganz dem Zeitgeschmack entsprechend wählte man den pompösen, vom Barock inspirierten Baustil des zweiten französischen Kaiserreichs, der sich für offizielle Bauten zugegeben sehr gut eignete und nicht nur nach ganz Europa, sondern sogar bis in die Vereinigten Staaten von Amerika exportiert wurde. Als Architekten konnten die Stadtväter von Toulon Léon Feuchéres gewinnen, der bereits ein Opernhaus in Avignon gebaut hatte und für die Renovierung der Oper in Marseille verantwortlich gewesen war. Die Arbeiten begannen am 5. März 1860; man war Paris und der Grundsteinlegung für das Palais Garnier damit zwei Jahre voraus. Léon Feuchéres starb allerdings noch im Jahr 1860. Seine Ideen wurden von den Pariser Architekten Charpentier umgesetzt, einem Team, das aus Vater und Sohn bestand. Für die Ausgestaltung des Zuschauerraums wurden keine Kosten und Mühen gescheut. So engagierte man zum Beispiel für die Deckenbemalung und den Stuck den Künstler Louis Duveau. Er hatte sich bereits durch die Deckenbemalung in einem der Säle des Louvre einen Namen gemacht.

Eine wechselvolle Geschichte von der Eröffnung bis heute

Oper Toulon, Foto: toulon.fr

Am 1. Oktober 1862 war es so weit. Mit der komischen Oper „Les Mouquetaires de la reine” wurde das Theater eröffnet. Nur wenige Tage später gab es die nächste Premiere, vom gleichen Komponisten geschrieben. „La Juive” ist bis heute das bekannteste Werk von Fromental Halévy geblieben. Doch all das ist heute Geschichte, wie auch das Opernhaus selbst. Es wurde nämlich inzwischen in die Liste der französischen nationalen historischen Bauwerke aufgenommen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass es keine Gegenwart gibt – ganz im Gegenteil. Das Haus wird heute von der „Opéra Toulon Provence Méditerranée “ bespielt und bringt pro Spielzeit rund acht Opern heraus. Die werden allerdings nicht nur in Toulon aufgeführt, sondern auch in Städten wie Avignon, Nizza und Marseille. So profitieren heute alle Opernfreunde in der Provence davon. Wenn in Toulon selbst ein Opernabend ansteht, können 1797 Besucher sie von fünf Ebenen aus genießen. Die Bühne, auf dem sich das Geschehen abspielt, ist knapp 23 Meter breit und zwölf Meter tief.

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