Fondation Maeght – Kulturjuwel an der französischen Riviera

Manchmal ist das Ganze wirklich mehr als die Summe seiner Einzelteile. Diese Weisheit gilt ganz bestimmt für die Fondation Maeght, die in St. Paul-de-Vence an der Côte d’Azur jedes Jahr weit über 200.000 Besucher anlockt.

Fondation Maeght. Foto: By Waterborough (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Fondation Maeght. Foto: By Waterborough (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Manche kommen, um das Museum mit seiner herausragenden Sammlung an moderner und zeitgenössischer Kunst zu besuchen. Andere wollen bevorzugt durch den wunderbar angelegten Skulpturengarten schlendern, wieder andere kommen regelmäßig, um die über 30.000 Kunstbände der Bibliothek zu studieren. Die allermeisten Besucher der Fondation aber genießen das Gesamtkunstwerk, das Museum, Park, Bibliothek und schließlich auch Shop und Café ihnen bietet. Wer an der französischen Riviera Urlaub macht, der sollte sich dieses kulturelle Kleinod auf keinen Fall entgehen lassen. Etwa 25 Kilometer westlich von Nizza gelegen, ist die Fondation Maeght aus allen Richtungen bequem zu erreichen. Es stellt eines der kultiviertesten Ausflugsziele an der Côte d’Azur überhaupt dar.

Privates Mäzenatentum bis auf den heutigen Tag

Es waren die privaten Sammler Marguerite und Aimé Maeght, die 1964 die Stiftung „Fondation Maeght“ gründeten, um zumindest einen Teil ihrer Kunstschätze ausstellen zu können. Wenn man dem Ehepaar das gut 30 Jahre prophezeit hätte, hätte man sicher ungläubiges Kopfschütteln geerntet. Das junge Paar schlug nämlich zunächst eine eher durchschnittliche provenzalische Laufbahn ein. 1932 eröffneten sie in Cannes einen Laden, in dem sie zunächst Radios und kleine Möbelstücke verkauften. Ganz nebenbei boten sie auch Arbeiten ansässiger Künstler an. Schnell veränderten sich die Prioritäten und die Maeghts wurden mehr und mehr zu Galeristen. Die Künstler, deren Bilder sie verkauften, wurden zu Freunden und stellten sie wiederum Kollegen und anderen Kunstenthusiasten vor. Bald trafen sich die größten Namen der Gegenwartskunst an der Côte d’Azur und die private Sammlung der Maeghts wurde parallel immer größer.

Doch das Glück blieb nicht ungetrübt. 1942 kam als zweites Kind des Paares Sohn Bernard zur Welt, doch er starb 1953 an Leukämie. Geschäftlich dagegen hätte es nicht besser sein können. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zog es die kleine Familie nach Paris, wo sie in der Rue de Teheran eine Galerie eröffnete. Bald versammelte sich hier alles, was in der modernen Kunstszene Rang und Namen hatte. Henri Matisse, Marc Chagall, Wassily Kandinsky, Joan Miró und George Braque gehörten ebenso dazu wie der damals noch recht unbekannte Schweizer Bildhauer Alberto Giacometti.

Das Jahr 1964 markiert die Gründung der Stiftung, die zum Gedenken an Bernard Maeght eingerichtet wurde. Die Planung und Ausführung wurde dem spanischen Architekten und Stadtplaner Philip Luís Sert anvertraut. Das Gründerehepaar ist inzwischen zwar verstorben, die Stiftung liegt aber weiter zu hundert Prozent in Familienbesitz.

Alte Künstlerweisheit: Wo Licht ist, ist auch Schatten

Fondation Maeght. Foto: By Lexaxis7 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Fondation Maeght. Foto: By Lexaxis7 (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Die Fondation Maeght ist ohne jeden Zweifel eine der bedeutendsten Sammlungen modern und zeitgenössischer Kunst in ganz Europa. Auch Künstler der unmittelbaren Gegenwart stellen hier bevorzugt aus. Das bedeutet, dass man durchgängig mit interessanten Sonderausstellungen und Veranstaltungen rechnen kann. Es bedeutet aber andererseits auch, dass kaum ein Besucher je die gesamte Permanente zu sehen bekommen wird. Die Werke der Fondation Maeght sind dafür zu oft auf Reisen und werden in Museen in aller Welt in deren Sonderausstellungen gezeigt.

Praktische Hinweise in aller Kürze

Die Fondation Maeght ist im grundsätzlich ganzjährig geöffnet. Wenn Sonderausstellungen wechseln, kann es allerdings im Museumsbereich manchmal zu einer kurzen Schließung kommen. Sie wird jedoch weit im Voraus auf der Website der Stiftung angekündigt. Von Oktober bis Juni ist die Stiftung von 10 bis 18 Uhr, von Juli bis September von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Am 24. Und am 31. Dezember schließt das Haus um 16 Uhr. Die Adresse lautet 623, Chemin des Gardettes, 06570 Saint-Paul-de-Vence, Frankreich.