Nationalpark Écrins – Wanderparadies für gute Pfadfinder

Er gehört nicht zu den bekanntesten Nationalparks in Frankreich. Aber für alle, die die Berge lieben, die unberührte Natur zu schätzen wissen und die ganz nebenbei auch noch gut Karten lesen können, ist der Nationalpark Écrins sicher eine der interessantesten Adressen in Europa.

Nationalpark Écrins

Das hört sich ziemlich weit hergeholt an? Ist es ganz sicher nicht, wenn man erst einmal weiß, dass es in dem knapp 1800 Quadratkilometer umfassenden Park über 150 Berge gibt, die zwischen 3000 und 4100 Meter hoch sind. Der Superlativ des höchsten Gipfels gebührt dem Barre des Écrins, der sich auf 4102 Meter über Normalnull erhebt. Doch es sind nicht nur die Gipfel, die die Schönheit dieses Nationalparks ausmachen. Bergseen mit kristallklarem Wasser, ein paar Gletscher, Wiesen voller wilder Alpenblumen und malerische kleine Dörfer tun das ihre, um diesem Gebiet sein ganz besonderes Gepräge zu geben.

Ach ja, ganz nebenbei schadet natürlich auch die Lage in einer der schönsten Ferienregionen Frankreichs nicht: Der Nationalpark Écrins liegt in der Provence, genau zwischen den Nord- und den Südalpen. Die nächstgelegene größere Stadt ist Skifreunden ganz sicher ein Begriff. Es handelt sich dabei um die ehemalige Olympiastadt Grenoble, die sich bis heute ihren Ruf ein internationales Wintersportzentrum erhalten hat. Von den Badeorten an der Côte d’Azur ist der Écrins zwischen zwei und drei Autostunden entfernt.

Gute Vorbereitung ist alles

Es gibt viel zu sehen und zu erleben im Nationalpark Écrins – aber es ist nicht alles immer leicht zu finden. Wer hier wandern oder klettern möchte, der sollte sich unbedingt gut vorbereiten und mit Kartenmaterial ausstatten. Von Alpinistenvereinigungen ist mehr als einmal darauf hingewiesen worden, dass die Beschilderung und die Wegmarkierungen äußerst sparsam sind. Wer im Nationalpark Écrins richtig hoch hinaus möchte, der braucht zudem die entsprechende Ausrüstung. Helm, Steigeisen, Eispickel und Ähnliches sind auch im Sommer ein Muss, wenn es auf Gletscher oder über die Schneegrenze gehen soll. Falls überraschend schlechtes Wetter kommt, können Wanderer mit etwas Glück schnell Unterschlupf finden. Im Nationalpark Écrins gibt es sehr viele unbewirtschaftete, leerstehende Hütten, die im Fall des Falls ein Dach über dem Kopf bieten. Gegründet wurde der Park übrigens 1973. Gut 900 Quadratkilometer Fläche bilden die besonders geschützte Kernzone des Parks.

Ein Ort für den inneren Rückzug

Nationalpark Écrins

Urlauber, die sich die Provence als Ziel ausgesucht haben, können für leichtere Wanderwege den Nationalpark Écrins als Tagesziel ins Auge fassen. Mit dem Auto kann man Startpunkte wie etwa das große Skigebiet Les Deux Alpes gut erreichen und dann für ein paar Stunden drauflosmarschieren – wie gesagt mit Karte natürlich! Größere Wanderungen und gar Klettertouren benötigen mehr Zeit und es sollte zumindest eine Übernachtung eingeplant werden. Komfortable Hotels sind allerdings Mangelware. Den Nationalpark Écrins erobert der zünftige Sportler vom Campingplatz aus. Davon sind jede Menge im Parkgebiet vorhanden. Die Belohnung für die spartanische Übernachtung lässt garantiert nicht lange warten. Der Écrins genießt einen sehr guten Ruf, wenn es um unberührte Landschaften, Ruhe und Einsamkeit sowie um seltene Gebirgspflanzen geht. Damit ist der Park, der übrigens auch für Urlauber von der italienischen Riviera aus gut erreichbar ist, ein fabelhafter Tipp für alle, die abschalten und zu sich selber kommen möchten.