Col de la Bonnette – Höchste asphaltierte Straße Europas

Die Col de la Bonnette ist mit bis zu 2802 Metern die höchste asphaltierte Straße Europas und wurde sogar in der Geschichte der Tour de France überquert.

Die 50 Kilometer lange Passstraße ist ein Highlight für jeden Liebhaber der Provence.

Die 50 Kilometer lange Passstraße ist ein Highlight für jeden Liebhaber der Provence.

Dass die höchste Straße Europas irgendwo in den Alpen liegen würde, das wird sicher niemanden überraschen. Und dass Menschen Spaß an Superlativen haben, das ist seit dem Guinessbuch der Rekorde auch kein Geheimnis mehr. Wer also in der Provence Urlaub macht und Freude an Superlativen hat, dem sei die Passstraße Col de la Bonnette ans Herz gelegt. Auf ihr befindet er sich nämlich nicht nur im Grenzgebiet zwischen Italien und Frankreich, sondern eben wirklich auf der höchsten Straße Europas. Allein, die Österreicher wollten den Franzosen diesen Titel eigentlich abwerben. Denn die Ötztaler Gletscherstraße soll sage und schreibe noch 27 Meter höher sein als der Col de la Bonnette. Da die Gletscherstraße aber eine Sackgasse ist, konnten sich die Österreicher mit ihrem Anspruch nicht durchsetzen. Die Franzosen wiederum waren nun vorsichtig geworden. Sie bezeichnen die Col de la Bonnette heute als höchste „asphaltierte“ Straße Europas. Wer nachmessen will: Die Col de la Bonnette führt auf bis zu 2802 Meter und ist insofern also ohne jede Diskussion sehr, sehr hoch.

Wahrlich keine Sache von Schmalspurmentalität

Die Col de la Bonnette liegt in den französischen Seealpen und bietet immer wieder entsprechend spektakuläre Aussichten über die Berge bis hinunter zum Meer. Obwohl sie „nur“ knapp 50 Kilometer lang ist, sollte man viel Zeit für sie einplanen. Diese Passstraße ist nämlich nicht immer leicht zu befahren, zudem sollte man sich Zeit nehmen, immer mal anhalten, aussteigen und die großartigen Blicke gebührend genießen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war die Col de la Bonnette lediglich eine schmale, einspurige Straße, die die ganze Aufmerksamkeit der Fahrer einforderte. Schmal ist die Straße zwar immer noch, aber in den letzten zwei Jahrzehnten wurde die Route konsequent zweispurig ausgebaut.

Bedeutung in der Geschichte und im Sport

Natürlich hat die Col de la Bonnette heute ihre Bedeutung für den Tourismus sowohl in Frankreich als auch in Italien. Aber erbaut wurde die Straße aus ganz anderen Gründen. Sie diente einst dem Handel und der Verbindung der Länder untereinander. Wenn die Beziehungen allerdings weniger freundlich waren – was oft der Fall gewesen ist – dann diente sie auch der Beobachtung der Gegenseite und der Abwehr von Eindringlingen. Kein Wunder also, dass man während der Tour auch auf militärische Ablagen stoßen kann. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs allerdings ist all das Geschichte.

Auch in der Welt des Sports hat die Col de la Bonnette ihren ganz eigenen Platz. Bereits vier Mal war sie Teil einer Etappe der legendären Tour de France. Zuletzt quälten sich die Radsportler 2008 auf die Passhöhe hoch. Damals führte John-Lee Augustyn das Feld an; er konnte seinen Vorsprung allerdings nicht halten. Auf der Fahrt bergab stürzte er.