Saint-Guilhem-le-Désert – Ein beliebter Wallfahrtsort

Saint-Guilhem-le-Désertt ist ein beliebter Wallfahrtsort westlich von Montpellier. Am Fuße des Ortes schlängelt sich der Herault in seinem tiefen Bett entlang. Einige steile Treppen führen dort hinab. Der sehr schön an einem Hang gelegene Ort beherbergt die Reste einer alten Abtei. Von dieser, der Abtei Gellone, ist allerdings nur noch die Kirche gut erhalten. Diese ist aber auch besonders sehenswert, sowohl von innen als auch von außen. Die drei unterschiedlichen Apsiden der Kirche bilden fast das Wahrzeichen des Ortes, an dem man an vielen Stellen die Jakobsmuschel als Zeichen einer Station des Jakobsweges findet.

Über eine zentrale, stetig ansteigende Straße, die von zahlreichen Künstlerateliers und Läden gesäumt ist, gelangt man in das Zentrum des Ortes. Der Platz vor der Abteikirche bietet Gelegenheit, im Schatten der großen Platane zu Mittag zu essen, oder einfach nur einen Pastis zu trinken. Die Abteikirche ist ein prächtiger romanischer Bau und verfügt über eine (auch frei zugängliche) Krypta. Die eigentliche Abtei wurde wohl nach der französischen Revolution “geschliffen”. Der frühere Kreuzgang ist nur teilweise wiederhergestellt und wirkt meiner Ansicht nach etwas kontrastierend zum Rest der Kirche.

Wenn man nach der Besichtigung der Kirche auf dem Vorplatz links abbiegt, gelangt man in eine Straße, die zunächst zwischen zwei Mauern bergab führt. Nach einer Weile eröffnet sich aber ein herrlicher Blick auf die Abtei und den gesamten Ort.

Am Ort führt eine Straße vorbei, an der es einige (wenn auch in der Saison chronisch zu wenige) Parkplätze gibt. Sie sollten in St. Guilhem lieber einen der bewachten Parkplätze aufsuchen. Besonders in der Saison ist das (kostenlose) Parken vor und nach dem Ort sehr beliebt (auch wegen der Badegelegenheiten im Herault). Sieht man aber genauer hin, fallen schon die zahlreichen Glasscherben auf dem Boden ins Auge. Regelmäßig sieht man leider auch Autos mit eingeschlagenen Scheiben. Wallfahrtsorte ziehen eben auch nicht so fromme Menschen an, denen ihr illegales Tun leider oft durch Unachtsamkeit oder Bequemlichkeit erleichtert wird. Dennoch sollten Sie sich den Ort nicht entgehen lassen, ganz besonders dann nicht, wenn sie ein Faible für Architektur oder gar Romanik haben!