Les Baux-de-Provence – Schöne Burgruine

Nimmt man zur Reiseplanung für den nächsten Provenceurlaub einen Reiseführer zur Hand, so wird man fast unwillkürlich nach Les Baux-de-Provence geschickt – und dies sicher zu Recht. Dennoch empfiehlt sich ein Besuch unserer Ansicht nach eher in der Vorsaison, denn der einhellige Lobgesang der Reiseführer lockt gerade in der Saison grosse Menschenmassen hierher, so dass man eher durch die Gassen geschoben wird, als diese entlang zu schlendern.

Ein halber Tag sollte es schon sein

Unbestritten ist, dass der Ort unbedingt einen Abstecher verdient hat. Planen Sie mindestens einen halben Tag ein. Die Zufahrt zum Dorf empfiehlt sich über eine Nebenstrecke. Wir sind in Beaucaire/Tarascon gestartet und in Richtung St. Remy gefahren. Am Ortsende des Dorfes Les Mas des Alpilles biegen Sie rechts ab (Richtung Cimetiere(Friedhof)). Nach ca. 2 km an der T-Kreuzung links halten und dann ca. 4-5 km geradeaus fahren. Der Abzweig nach Les Baux-de-Provence ist dann ausgeschildert (rechts). Die Zufahrt erfolgt über die D27 und bietet Ihnen in einiger Entfernung zum Ort einige herrliche Ausblicke auf das Dorf, die Ihnen auf der offiziellen Anfahrtsroute verborgen bleiben.

Bei der Parkplatzsuche sollten Sie für sich entscheiden, ob Sie sich für die eher preisgünstigen Plätze an den Zufahrtsstraßen entscheiden, mit entsprechend langem Fußmarsch ins Dorf, oder die teureren Plätze in Zentrumsnähe, die jedoch auch bewacht sind. Wir haben bisher die letzteren Plätze vorgezogen, obwohl auch sie natürlich keinen vollkommenen Schutz vor Autoaufbrüchen bieten. Auch bzw. gerade hier sollten Sie natürlich nichts im Auto liegen lassen, was für andere von Interesse sein könnte. Der neue Dorfteil bietet, von ein paar Aussichtspunkten abgesehen, nichts besonderes im Vergleich zu anderen Bergdörfern. Läden, Ateliers und Restaurants reihen sich aneinander um Ihre Aufmerksamkeit zu erregen.

Chateau ist das Highlight des Ortes

Panorama

Unbestrittener Höhepunkt des Besuches ist die Besichtigung des historischen Dorfteils (Chateau). Dies kostet rund 10 Euro Eintritt, lohnt sich aber unbedingt (ADAC-Mitglieder bekommen Rabatt). Auf jeden Fall sollten Sie festes Schuhwerk tragen, und dann können Sie sich auf den Weg machen.

Ein Rundweg führt sie durch das gesamte obere Dorf. Wenn Sie möchten, können Sie sich einen Audioguide mitnehmen, der Ihnen dann nähere Infos liefert. Diese Geräte haben die Form eines Mobiltelefons und es sieht entsprechend seltsam aus, wie ganze Touristenhorden stumm “telefonierend” durchs Gelände laufen. Einige Aussichtspunkte sind nur über steile Aufsteige erreichbar. Schilder weisen hier auch deutlich darauf hin, dass der Zugang auf eigene Gefahr erfolgt. Im Plateau über dem Dorf sind alte Steinschleudern und Rammböcke nachgebildet. Besonders eigentümlich wirken die Muster, welche die Erosion in die Steine gefressen hat. Bei guter Sicht soll man vom Chateau aus die Pyrenäen sehen können, bei uns war´s jedoch zu dunstig. Auf jeden Fall bieten sich einige herrliche Ausblicke auf die nahe Umgebung und die großen Olivenhaine am Fuße des Berges. Wenn dann, wie bei unserem Besuch auch noch der Ginster blüht (Anfang bis Mitte Juni), dann strahlt alles in herrlichen Farben.