Èze – das schönste Panorama der Côte d’Azur

Hoch oben auf einer beeindruckenden Klippe, schon von Weiten zu sehen, liegt das Örtchen Èze, das malerischer kaum sein könnte. Man sagt, wer den mittelalterlichen Teil von Èze besucht, meint, in einem Märchen oder zumindest in einer Filmkulisse gelandet zu sein.

Die zwischen Nizza und Monaco gelegene Gemeinde Èze beherbergt fast 2.500 Einwohner und reicht von Èze-sur-Mer am französischen Mittelmeer bis zum Gemeindeteil Èze Village in einer Höhe von etwa 430 Metern.

Eindrucksvoller Kontrast zwischen Alt und Neu

Zwei Gemeindeteile, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Einmal das Küstenstädtchen mit Strand, Wassersport, Cafés, Restaurants, Hotels und Bahnhof und zum anderen hoch oben auf den Klippen Èze Village mit seinen engen, verträumten Gassen, der mittelalterlichen Burgruine, den Torbögen, antiken Brunnen und den liebevoll restaurierten Steinhäusern mit ihren entzückenden bunten Blumenkästen. Dort wird der Leitspruch des Ortes „Isis Moriendo Renascor“ (Im Tode werde ich wiedergeboren) lebendig, meint man doch, vergangene Zeiten wären dort zu neuem Leben erwacht. Der Phönix, der aus seiner Asche wieder neu entsteht, spielt in der Geschichte Èzes ohnehin eine wesentliche Rolle und ziert auch auf einem senkrecht stehenden Knochen thronend das Wappen des Ortes.

Ein Ausflug in die mittelalterliche Provence

Wer den felsigen Pfad zum Èze Village entlangwandert, kann eine herrliche Aussicht auf die Gärten genießen, die das heutige Luxushotel Chateau de la Chevre d’Or umgeben. Durch einen Durchgang mit zwei Aussichtstürmen geht es dann in das außergewöhnliche provenzalische Dorf, in dem sich zahlreiche Kunsthandwerker niedergelassen haben und dort ihre Waren feilbieten. Manche der kleinen Läden befinden sich in Höhlen direkt am Fels. Die Häuser des Örtchens mitsamt ihren mit roten Backsteinen gepflasterten Sträßchen formieren sich kreisförmig um die alte Burgruine aus dem 12. Jahrhundert, um die der Exotische Garten des Ortes angelegt wurde. Ältestes Gebäude des Dorfes ist die Chapelle de la Sainte Croix, die aus dem Jahr 1306 stammt. Einmal im Jahr zu „Eze d’Antan“ verwandelt sich Èze für einen Tag erneut in eine mittelalterliche Stadt. Stände mit mittelalterlicher Handwerkskunst, Händler in passenden Kostümen und ein buntes Unterhaltungsprogramm geben dem Besucher dann einen Eindruck, wie es gewesen sein könnte, damals in Èze Village.

Heute wird Èze durch den Tourismus dominiert und wer den einzigartigen Charme von Èze Village wirklich erleben möchte, reist am besten frühmorgens an, so lange es noch relativ ruhig ist.

Èze – Ort der Künstler

Die malerische Kulisse von Èze zog schon immer Künstler und Schriftsteller in ihren Bann. So lebte Walt Disney zum Beispiel lange Zeit in Èze und Friedrich Nietzsche vollendete dort Ende des 19. Jahrhunderts den dritten Teil seines Werkes „Also sprach Zarathustra…“. Nach ihm wurde auch ein etwa fünf Kilometer langer, ziemlich steiler aber gut ausgeschilderter Pfad benannt, der Èze-sur-Mer und Èze Village miteinander verbindet.

Anfahrt und Lage

Èze liegt an der Moyenne Corniche (RN7) zwischen Nizza und Monaco-Menton. Der nächste Flughafen ist der Flughafen von Nizza in etwa 18 km Entfernung. Wer ohne Auto unterwegs ist, erreicht Èze-sur-Mer mit dem Zug. Die Bahnlinie zwischen Nizza und Monaco-Ventimiglia wird mehrmals täglich befahren. Nach Èze Village geht es dann z. B. über den Friedrich-Nietzsche-Pfad, mit dem Bus oder mit dem Taxi.

Tropisches Klima und Vegetation in Èze

Èze ist durch eine üppige tropische Vegetation gekennzeichnet. Dort wachsen Bananen und Datteln und man sieht Johannisbrot-, Orangen- und Zitronenbäume die dort bei dem warmen Klima das in Èze herrscht vortrefflich gedeihen. Durch seine geschützte Lage ist es in Èze-sur-Mer auch im Winter 5 bis 6 Grad wärmer als in den benachbarten Ortschaften.

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Sehenswürdigkeiten in und um Èze

Èze bietet für Kultur- und Naturliebhaber einiges.

Der botanische Garten von Èze

Der botanische Garten von Èze beherbergt eine eindrucksvolle Sammlung an Kakteen, Sukkulenten und anderen seltenen Pflanzen. Er ist in einer Höhe von 429 Metern um die Ruinen der alten Burg angelegt. Die Aussicht ist fantastisch.

La Chapelle des Pénitents Blancs

Die Pfarrkirche mit barockem Schiff. Auf dem zugehörigen Friedhof liegt der bekannte Komiker Francis Blanche begraben.

Èglise Notre-Dame de l’Assomption

Die Kirche wurde im barocken Stil auf den Grundmauern einer Kirche aus dem 12. Jahrhundert aufgebaut. Ihr Glockenturm stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Andere Sehenswürdigkeiten

Naturliebhaber und Geschichtsinteressierte sollten in jedem Fall den überwältigenden Waldpark an der Grande Corniche mit einer Fläche von über 610 Hektar besuchen. Dort befinden sich auch ein Oppidum und ein Amphitheater. Führungen werden vom dortigen „Haus der Natur“ (La Maison de la Nature) angeboten.

In Èze Village können zudem noch ein kleines Museum und die Parfümfabrik Fragonard besichtigt werden.

Wandern

Die zauberhafte Landschaft rund um Èze ist für einen ausgedehnten Wanderurlaub prädestiniert. Für den Fußweg zwischen Èze Village und Èze-sur-Mer benötigt man etwa 1,5 Stunden, wobei man auf dem Weg nach oben ein wenig mehr Zeit einplanen muss.

Ein weiterer Wanderweg reicht von Èze Village zum Oppidum de Mont Bastide (560 m). Auch dieser ist in etwa 1,5 Stunden zu schaffen und belohnt mit einem eindrucksvollen Fernblick über Èze Village und die Küste bis zum Flughafen von Nizza. Damit Ihr Wander-Urlaub nicht ins Wasser fällt, haben wir eine Checkliste für den Wander-Urlaub in der Provence erstellt.

Genießen

In Èze gibt es eine Vielzahl von Cafès, Restaurants und Hotels. Günstigere Gerichte gibt es auch im Zentrum von Èze. Weiter oben in Èze Village erwarten den Besucher aber auch zwei 5-Sterne-Hotels (Chèvre d’Or und Chateau Eza).

Ein Ausflug in die Geschichte von Èze

Èze wurde im 4. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt und war Standort eines antiken ligurischen Oppidums, das vermutlich von den Phöniziern gegründet und später von den Römern besetzt wurde. Ein Zeugnis dieser Zeit ist das ägyptische Kreuz in der Kirche Notre-Dame de l’Assomption. Das ursprüngliche Oppidum lag auf dem Mont Bastide etwa einen Kilometer nordwestlich des heutigen Standorts. Neben den Römern besetzten auch die Mauren den Ort und hielten das Gebiet für etwa 80 Jahre bis sie schließlich von Wilhelm I. (Provence) im Jahr 973 vertrieben wurden.

1388 fiel Èze schließlich in die Herrschaft des Hauses von Savoy, das den Ort aufgrund seiner Nähe zu Nizza in eine Festung umbaute. Nach mehreren turbulenten Jahrhunderten, in denen etwa türkische Truppen den Ort eroberten und Ludwig XIV. im Spanischen Erfolgekrieg 1706 die Stadtmauern zerstörte, wurde Èze im April 1860 als zu Frankreich zugehörig erklärt.