Nach dem Attentat von Nizza: Tourismus an der Côte d’Azur

In den Sommermonaten herrscht regelmäßig Hochbetrieb an der Côte d’Azur. Doch nach dem Attentat von Nizza ist derzeit alles anders.

In den Sommermonaten herrscht regelmäßig Hochbetrieb an der Côte d’Azur. Doch nach dem Attentat von Nizza ist derzeit alles anders. Die Auswirkungen der Ereignisse des 14. Juli sind an der französischen Mittelmeerküste deutlich zu spüren.

Für die Côte d’Azur ist der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Rund 1,5 Millionen Besucher tummelten sich in den Vorjahren im Juli und August an der Côte d’Azur. Es sind meist Italiener und Engländer, Deutsche und US-Bürger die hier ihren Urlaub verbringen. Und auch Nizza als zweitbeliebteste Stadt Frankreichs nach Paris ist Jahr für Jahr Reiseziel von 4,5 Millionen Menschen.

Massenhaft Stornierungen in Nizza

Doch nach dem Attentat am französischen Nationalfeiertag blieben viele Gaststätten, Cafés und Bars leer. Viele Touristen traten umgehend den Heimweg an oder verzichteten darauf, ihren Urlaub an der Côte d’Azur anzutreten. Einen Tag nach dem Anschlag von Nizza kam es zu massenhaft Stornierungen. Wer blieb, versuchte sich die Freude am ersehnten Urlaub nicht nehmen zu lassen.

Die Tourismusbranche stellt sich als Folge der Ereignisse für 2016 auf deutliche Einbußen ein. Man erwartet einen Besucherrückgang von 30 Prozent. Ob dieser Abwärtstrend anhält, muss abgewartet werden. Nach den Anschlägen in Madrid und London 2004 und 2005 erholte sich die Branche dort relativ schnell, in Frankreich sind jedoch zusätzlich die Folgen der Anschläge von Paris noch deutlich zu spüren.

Ausnahmezustand verlängert

Auch die Stimmung in der Provence ist eine andere geworden. Bedrohungen, die bisher weit entfernt schienen, erscheinen plötzlich ganz nah, wo doch eigentlich so langsam wieder hätte Normalität eintreten sollen. Normalität beispielsweise durch die Aufhebung des bis dahin herrschenden Ausnahmezustands, der nach dem Anschlag jedoch mit allen geltenden Vorschriften bis Anfang 2017 verlängert wurde. Damit herrschen weiterhin verschärfte Sicherheitsmaßnahmen und stärkere Kontrollen in ganz Frankreich.

26. Juli 2016