Strand der Côte d’Azur für saudischen König gesperrt

Der Ort Golfe-Juan der Gemeinde Vallauris ist in Aufruhr. Während des Besuch des saudischen Königs Salman Bin Abdulaziz wird der Strand des Ortes gesperrt.

Wenn der saudi-arabische König Salman (79) in Kürze Urlaub in Vallauris an der Côte d’Azur macht, wird der Strand für seine 400 Begleiter und ihn gesperrt.

König Saudi-Arabiens: Salman ibn Abd al-Aziz (79). Foto: By Secretary of Defense [Public domain], via Wikimedia Commons

König Saudi-Arabiens: Salman ibn Abd al-Aziz (79). Foto: By Secretary of Defense [Public domain], via Wikimedia Commons

So kann man seinen Urlaub auch verbringen: In den nächsten Tagen möchte der saudi-arabische König Salman ibn Abd al-Aziz (79) Urlaub an der Côte d’Azur machen. Sobald die königliche Garde den genauen Ankunftstag mitteilt, werde der Strand „La Mirandole“ gegenüber der Villa des Königs 24 Stunden später „aus Sicherheitsgründen“ für die Öffentlichkeit gesperrt, so ein Behördenvertreter. Boote auf dem Meer müssen für die Zeit des Urlaubs von König Salman einen Abstand von 300 Metern einhalten. Die Behörde bestätigte auch, dass der König von einer 400-köpfigen Delegation begleitet wird.

Königsfamilie besitzt das Anwesen seit mehr als 30 Jahren

Die Wohnanlage des Königs erstreckt sich auf einer Länge von einem Kilometer und verärgert die Anwohner. Denn bereits vor der offiziellen Genehmigung richteten Mitarbeiter des Königs Sperren ein. Ein bereits eigens für den König gebauter Lift soll, so versprach die Delegation des Königs, noch vor der Abreise wieder abgebaut werden. Das unweit von Cannes gelegene Vallauris Golfe-Juan ist empört. Unisono reagieren die Anwohner negativ darauf, dass der Milliardär Privilegien bekommt. Sogar in der Hauptstadt Paris tobt der Streit darüber, ob das Land einem fremden Herrscher derartige Sonderrechte zugestehen sollte. „Wir sind nicht mehr in einer Republik, das sind Praktiken der Monarchie“, erboste sich zum Beispiel der nationalkonservative Abgeordnete Nicolas Dupont-Aignan. Die Regierung hingegen verweist auf die diplomatischen Beziehungen, die es zu pflegen gelte. Zusätzliches Argument ist das Geld, welches die 400-köpfige-Delegation und der König in die örtlichen Kassen spülen können.

Seit mehr als einem halben Jahr regiert König Salman ibn Abd al-Aziz in Saudi-Arabien. Vorher war er fast 50 Jahre lang Gouverneur von Riad und im Anschluss Verteidigungsminister. Nicht mal mehr die Beerdigung seines Amtsvorgängers und Halbbruders Abdullah konnte der neue König abwarten, bevor er mit seinen Änderungen begann: Noch am Abend des Todes seines Halbbruders entließ er einflussreiche Mitarbeiter und tauschte innerhalb von wenigen Wochen mehrere Minister aus. Vor mehr als 30 Jahren hatte sich die Königsfamilie die Villa an der Côte d’Azur gekauft.

23. Juli 2015