Paris-Terror: Das müssen Provence-Reisende wissen

Nach den Terroranschlägen in Paris vor einer Woche hat sich die Situation für alle Frankreich-Reisende verändert. Was Provence-Urlauber beachten müssen.

Nach den Terroranschlägen in Paris vor einer Woche hat sich die Situation für alle Frankreich-Reisende verändert. Was Provence-Urlauber beachten müssen.

Nach den schrecklichen Terroranschlägen der vergangenen Woche hat Frankreichs Präsident François Hollande den Ausnahmezustand verhängt. Für alle Frankreich-Reisende ergeben sich daraus neue Situationen, auch Provence-Liebhaber sind betroffen. Zwar werden die Zug- und Flugverbindungen nach Frankreich aufrechterhalten, doch ist mit erhöhten Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen zu rechnen. Das schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Website. In vielen Sehenswürdigkeiten, an Bahnhöfen, in Zügen und in U-Bahnen rechnet das Auswärtige Amt mit strengen Kontrollen. Reisende sollten außerdem darauf achten, so heißt es weiter, ihr Gepäck mit Anschrift und Name zu versehen. Eine Gepäckaufbewahrung wird nämlich derzeit in vielen Bahnhöfen kategorisch abgelehnt.

Auswärtiges Amt: Umsichtig sein

Auch Flugreisende haben sich auf Veränderungen einzustellen. An den französischen Flughäfen kommt es zu verstärkten Kontrollen, weshalb sich Reisende lieber zu früh als zu spät am Schalter einfinden sollen. Achtung: Viele deutsche Bürger berichten davon, ohne gültigen Reisepass oder Personalausweis große Schwierigkeiten bei der Einreise nach Frankreich gehabt zu haben. Viele wurden abgewiesen. Dies teilte die Lufthansa mit, welche sich auf einen Beschluss des französischen Innenministeriums beruft. Auch eine Geldbuße werde fällig. Für den Aufenthalt vor Ort empfahl der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier, sich umsichtig zu bewegen und den Anweisungen der französischen Sicherheitsbehörden Folge zu leisten.

In der Provence und der Côte d’Azur ist von geschlossenen Sehenswürdigkeiten nichts bekannt. Zwar wurden einige Sehenswürdigkeiten vorübergehend gesperrt, was inzwischen allerdings keine Auswirkungen mehr auf Provence- oder Frankreich-Urlauber hat. Öffentliche Verkehrsmittel wie Bus, S-Bahn und Metro fahren wieder wie gewohnt, so die Französische Zentrale für Tourismus.

Wer Angst hat und auf seine Frankreich-Reise verzichten möchte, der ist darauf angewiesen, dass ein Fall von höherer Gewalt vorliegt. Wie der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover der dpa mitteilte, „würde ich das für die aktuelle Situation und vielleicht auch für die nächsten Tage schon eindeutig bejahen wollen“. In dem Fall gibt es also eine Chance auf Erstattung. Es gibt aber auch andere Stimmen: Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV) sagt, da es keine Reisewarnung der Behörden gibt, gebe es keinen Grund dafür, um kostenlos von einer Reise zurückzutreten. Im Zweifel: Kontaktieren Sie Ihren Reiseveranstalter!

Erhöhtes Schutzniveau im gesamten Land

Im gesamten Land gilt ein höheres Schutzniveau. Polizisten belagern vielerorts die Straßen.

Im gesamten Land gilt ein höheres Schutzniveau. Polizisten belagern vielerorts die Straßen.

Für viele scheint dies im Übrigen zuzutreffen. Noch im letzten Jahr besuchten etwa 12,7 Millionen Deutsche das Land Frankreich. Sie kamen auf 86,4 Millionen Übernachtungen. Eine TUI-Sprecherin und auch viele Anbieter von Busreisen weisen auf eine derzeit „sehr geringe Anzahl deutscher Gäste in Paris und in Frankreich allgemein“ hin. Auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes erfahren Sie jederzeit, wie die deutsche Behörde die Situation in Frankreich einschätzt. Grundsätzlich gibt es in der Provence keine größeren Einschränkungen. Zu beachten ist allerdings, dass Ihre Reise in jedem Fall länger dauern wird. Egal ob per Auto, Bahn oder Flugzeug: Bereits seit den Anschlägen auf „Charlie Hebdo“ im Januar gilt in Frankreich ein erhöhtes Schutzniveau. Auf Bahnhöfen, Flughäfen, in Zügen und U-Bahnen gibt es verstärkte Gepäck- und Personenkontrollen. Auch an Eingängen von bekannten Sehenswürdigkeiten kann es zu Taschenkontrollen kommen.

20. November 2015