Hotelportale: Frankreich verbietet Ratenparität

Ein großer Fortschritt für alle Hotels und für ihre Gäste: Frankreich verbietet Ratenparitätsklauseln in den Verträgen zwischen Hoteliers und Online-Buchungsportalen.

Ein großer Fortschritt für alle Hotels und für ihre Gäste: Frankreich verbietet Ratenparitätsklauseln in den Verträgen zwischen Hoteliers und Online-Buchungsportalen.

Die französischer Nationalversammlung hat sich dazu entschieden, Ratenparitätsklauseln in den Verträgen zwischen Hoteliers und Online-Buchungsportalen zu verbieten. Neben Deutschland ist Frankreich somit das zweite Land, in dem die Ratenparitätsklauseln untersagt wurden. Zwar gibt es in Deutschland keine gesetzliche Regelung, aber einen Beschluss des Bundeskartellamts gegen HRS, der 2013 vom Oberlandesgericht Düsseldorf bestätigt wurde. Anfang 2015 lehnte das OLG Düsseldorf erneut eine Beschwerde seitens HRS ab.

„Eine echte Revolution“

Die Buchungsportale Expedia und Booking.com hatten kürzlich Regelungen für Europa eingeführt, die den Hoteliers zwar erlaubten, bei den verschiedenen Portalen unterschiedliche Preise aufzuführen, nicht aber einen günstigeren Preis auf ihrer eigenen Website anzubieten. „Mit dieser Entscheidung erhalten die Hoteliers in Frankreich endlich ihre unternehmerische Freiheit zurück und können ihren Gästen die Konditionen- und Buchungsvorteile gewähren, die sie für angemessen erachten“, kommentiert der Hotelverband Deutschland (IHA).

In ihren eigenen Vertriebskanälen, völlig gleich ob online oder offline, dürfen französische Hotels in Zukunft niedrigere Preise als auf Buchungsportalen anbieten. „Sowohl für die französische Hotellerie als auch für unsere Kunden eine echte Revolution“, so Roland Heguy, Präsident des französischen Hotel- und Gastronomieverbands UMIH. Das sieht der europäische Verband der Online-Portale, ETTSA, erwartungsgemäß anders. Laut ETTSA erhielten die Hotels nun „die Kontrolle zum Preisdiktat“. Außerdem schränke der Verbot der Bestpreis-Klauseln einen fairen Wettbewerb ein.

Fast jedes deutsche Hotel auf mindestens einem Buchungsportal vertreten

Auch in Deutschland gibt es seit Jahren Anfeindungen zwischen Hoteliers und diversen Buchungsportalen. Allein das Hamburger Hotel Grand Elysée muss laut eigenen Angaben jährlich knapp eine Million Euro Provision an die Hotelportale zahlen. Inhaber Eugen Block reagierte und inserierte in einer großen Tageszeitung. In der Anzeige warb er damit, dass es den besten Preis ab sofort nur noch bei einer Direktbuchung in seinem Hotel gäbe. Mit seinem Konzept hat Block offensichtlich Erfolg.

Doch nicht nur Eugen Block beklagt den Zwiespalt der Hotels gegenüber den Portalen. Auf der einen Seite müssen sie möglichst günstig sein und zusätzlich noch eine saftige Provision abgeben. Nutzen sie auf der anderen Seite hingegen keines der Hotelportale, dann laufen sie Gefahr, zu viele Zimmer unbelegt lassen zu müssen. Inzwischen sind trotz der Schwierigkeiten allerdings 90 Prozent aller Hotels an eines der Buchungsportale angeschlossen.

10. Juli 2015