Für den Tourismus: Franzosen sollen netter werden

Immer wieder tauchen Umfragen auf, in denen Franzosen besondere Unfreundlichkeit bescheinigt wird. Doch das soll sich nun ändern - für den Tourismus.

Immer wieder tauchen Umfragen auf, in denen Franzosen besondere Unfreundlichkeit bescheinigt wird. Doch das soll sich nun ändern – für den Tourismus.

Vor einiger Zeit setzte sich Frankreich das anspruchsvolle Ziel, 100 Millionen Besucher pro Jahr anzulocken. Um diese beeindruckende Marke auch wirklich zu erreichen, starten die Franzosen nun eine Charme-Offensive. Denn immerhin gilt die Bevölkerung Frankreichs als eine der unfreundlichsten der Welt. Außenminister Laurent Fabius hat die Gastfreundschaft zur „nationalen Priorität“ erklärt.

40 Maßnahmen sollen umgesetzt werden

Das Außenministerium hat sich richtig ins Zeug gelegt, um Frankreichs Image aufzupolieren. Auf 72 Seiten wird den Franzosen nun erklärt, wie sie mit den Touristen umzugehen haben. Damit nimmt die französische Regierung das eigene Volk mit ins Boot, wenn es darum geht, weitere Touristen von ihrem Land zu überzeugen. In dem Schriftstück wird den Bürgern mitgeteilt, dass andere Sprachen ein „Werkzeug der interkulturellen Kommunikation“ sind, auch ein Willkommensgruß stelle keine „Unterwürfigkeit“ dar.

Frankreich hat mit seinem Image zu kämpfen. Und das, obwohl das Land im vergangenen Jahr von 84 Millionen Touristen aus anderen Ländern besucht wurde. Bei einer Umfrage der Suchmaschine Scyscanner kürten 20 Prozent der 1.200 Befragten Frankreich zum „weltweit unhöflichsten Land für Reisende“. Bis 2020 möchte Frankreich das ändern und jährlich 100 Millionen Touristen anlocken.

Außenminister Laurent Fabius ist gespannt auf die Umsetzung des Volkes. Die von ihm und seinem Team festgelegten 40 Maßnahmen sollen nun nach und nach umgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem mehrsprachige Begrüßungen in Flugzeugen und Zügen, englische Durchsagen im Hochgeschwindigkeitszug TGV und bis zu 15-sprachige Info-Plakate an den Flughäfen. Sogar Taxifahrer werden mehrsprachige Broschüren dabeihaben. Mitarbeiter von Viersternehotels müssen eine Fremdsprache, Mitarbeiter in Fünfsternehotels zwei Fremdsprachen können. Doch das war noch nicht alles: Eine TV-Kampagne soll den Franzosen klarmachen, dass die Umstellungen einem Ziel dienen: „Wenn wir jemandem helfen, den Weg zu finden, müssen wir uns bewusst werden, dass wir nicht nur dem anderen einen Dienst erweisen, sondern auch Frankreich.

15. Juli 2015