Allianz will Flughafen Nizza kaufen

Trotz hartnäckigen Widerstandes aus der Bevölkerung hält Frankreich an seinem Privatisierungsvorhaben für den Flughafen Nizza fest. Die Allianz soll Interesse bekundet haben.

Trotz hartnäckigen Widerstandes aus der Bevölkerung hält Frankreich an seinem Privatisierungsvorhaben für den Flughafen Nizza fest. Die Allianz soll Interesse bekundet haben.

Bereits Anfang 2016 sollen konkrete Pläne zur Privatisierung des Flughafens Nizza-Côte d’Azur vorliegen. „Diesen Herbst bearbeiten wir die Anträge der potentiellen Privatinvestoren und rechnen Anfang 2016 mit einer Entscheidung“, so Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron. Trotz der Proteste vieler Bürger und Politiker Nizzas schreiten die Pläne voran. Derzeit gehören 60 Prozent des Flughafens dem französischen Staat, der seine Anteile nun loswerden möchte. Mit dem Erlös möchte Frankreich seinen Schuldenstand abbauen. Als großer Interessent gilt die Allianz.

Wert des Flughafens Nizza liegt bei etwas 2 Milliarden Euro

Während 3/5 des Flughafens Nizza dem Staat gehören, sind die Industrie- und Handelskammer Nizza Côte d’Azur (Chambre de Commerce et d’Industrie Nice Côte d’Azur) mit 25 Prozent und die Gebietskörperschaften (die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, das Département Alpes-Maritimes und die Métropole Nice Côte d’Azur) mit 15 Prozent beteiligt. Seitdem die Pläne Frankreichs Ende des letzten Jahres bekannt wurden, versucht Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi die Bevölkerung dazu zu bewegen, gegen die Privatisierung zu demonstrieren. Viele Proteste fanden statt – jedoch ohne Erfolg. Nach Angabe informierter Kreise denkt die Infrastruktursparte der Allianz darüber nach, die Anteile des französischen Staates am Flughafen Nizza zu erwerben. Eine endgültige Entscheidung sei hingegen noch nicht gefallen.

Experten schätzen den Wert des drittgrößten Flughafens Frankreich auf rund zwei Milliarden Euro. Eine Summe, die das Unternehmen Allianz Capital Partners locker stemmen könnte. Allerdings muss sich die Allianz auf große Konkurrenz vorbereiten. Erst vor kurzem meldete mit Vinci der größte europäische Baukonzern Interesse an.

29. September 2015