Frankreichs Restaurants dürfen mit „Hausgemacht“-Schild werben

Frankreichs Sterneküche zerfällt immer mehr, da viele Restaurants Fertigwaren nutzen. Ein Siegel soll den Gästen nun zeigen, welches Restaurant hausgemachte Speisen anbietet.

Frankreichs Sterneküche zerfällt immer mehr, da viele Restaurants Fertigwaren nutzen. Ein Siegel soll den Gästen nun zeigen, welches Restaurant hausgemachte Speisen anbietet.

Noch 2010 hatte die Unesco die „Cuisine Française“ als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt. Nun scheint die einstige Sterneküche Frankreichs zu zerfallen. Laut einer Erhebung der gehobenen Gastronomen sind 31 Prozent der französischen Gaststätten auf Industriewaren umgestiegen. Zeit für ein Siegel, welches das Gegenteil verspricht.

Viele Gastronomen nutzen Fertigwaren

Fait maison“ – zu Deutsch „hausgemacht„, so heißt das Logo, welches den Gästen zeigen soll, wo hausgemachte Speisen angeboten werden. Seit dieser Woche dürfen Restaurants mit dem Siegel werben, insofern sie hausgemachte Küche anbieten. Eigens die französische Regierung kämpfte um das neue Restaurant-Siegel. Denn schließlich ist die französische Küche arg in Verruf geraten.

Seit Jahrzehnten ist Frankreichs Cuisine die Vorzeigeküche der Welt. Doch aufgrund der Wirtschaftskrise und den hohen Steuern verzichten immer mehr Gastronomen auf frische Waren und bieten fertige Industriewaren an. Mit dem „Fait maison“ ist dies ein No-Go. Denn das Logo wird ab sofort in den Speisekarten der Restaurants zu sehen sein, die hausgemachte Küche anbieten.

Neben den Restaurants dürfen auch Caterer das Logo benutzen, das den Sturzflug der französischen Küche verhindern soll. Mit Hilfe des Siegels sollen Fertig- und Mikrowellengerichte aus den Restaurants verbannt werden. „Das Ziel dieser Anordnung ist es, das Kochen an sich zu würdigen und das Know-how – indem man den Kunden einfache und glaubwürdige Informationen gibt„, sagt Carole Delga, Ministerin für Verbraucherschutz.

Was ist erlaubt?

Restaurants können das Siegel auch verwenden, wenn sie sich Nudeln, Wein, Käse und Brot liefern lassen. Auch wird erlaubt, Produkte zu verwenden, die gekühlt oder gefroren, geräuchert oder geschält gebracht werden. Kartoffeln hingegen dürften nicht bearbeitet eingekauft werden. „Eingefrorene Pommes Frites sind nicht frisch verarbeitet, daher dürfen Fast-Food-Restaurants ihre Mahlzeiten nicht als selbstgemacht bezeichnen„, sagt Delga.

Schon seit einiger Zeit versucht Frankreich, mehr Touristen ins Land zu locken. Das Logo „Fait maison“ ist eine Etappe dieses Vorhabens.

20. Juli 2014